Die Oberflächen sind vereist in den Romanen von Christian Kracht

Neuer Roman von Christian Kracht

Die Vereisung der Welt

Was wäre geschehen, wenn Lenin die kommunistische Revolution nicht in Russland, sondern in der Schweiz angezettelt hätte? In seinem ersten Roman seit sieben Jahren versenkt sich Christian Kracht in diese Vorstellung. Von Volker Weidermann

Lesermeinungen zum Beitrag

22. September 2008 18:34

Lesenswert?

Hans-Dieter Krebs (hdkrebs)

Auch wenn die Experten dieses Buch hochloben, nach der dritten Fortsetzung das Vorabdrucks habe ich die Lektüre aufgegeben, nicht weil mich die Idee gestört hätte, sondern weil mich der quälende Text mit seinen gar nicht überzeugenden Konstruktionen kalt gelassen hat, er hat mich vereist, vielleicht war das die Absicht. Dann ist dem Verfasser die Vereisung des Lesers frühzeitig gelungen.

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22. September 2008 14:10

'Lenin ... die Schweizer Sowjetrepublik angezettelt hätte ...'

Klaus P. Lücke (microplan2002)

Der Gedanke ist revolutionär, hat aber ein gravierendes Problem: die Schweizer sind zweifellos (wie die Tiroler) Freiheitskämpfer in eigener Sache, dabei aber erzkonservativ, bodenständig und gegenüber jeglichen weltrevolutionären Ambitionen absolut immun. Die kommunistische Ideologie hat dort, anders als in Deutschland, nie eine nennenswerte Rolle gespielt. Lenin wäre in der Schweiz kläglich gescheitert. Die revolutionären Voraussetzungen in Russland und speziell in St Petersburg waren ganz andere und sehr offensichtlich. Daher hat die deutsche Oberste Heeresführung Lenin ja auch gezielt nach Russland durchgeschleust; der 'Erfolg' (auch wenn es auf ittlere Sicht ein Bumerang wurde) war vorhersehbar. Revolutionen finden eben nicht in einem luftleeren (schweizer) Raum statt!

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