Reif für die Öko-Insel

27. März 2008 Tahiti 2022. Der Rest der Welt versinkt in Umweltproblemen, aber auf der Insel hat die Bevölkerung sich besonnen, man nutzt all die schadstoffarmen und günstigen Technologien, die die Industrielobbys bisher wirkungsvoll unterdrückt haben: Straßen aus Reiskleie, Solarautos, Handys ohne Strahlung, fliegende Kajaks. Auf diese Insel begibt sich Dirk C. Fleck mit seinem Helden Cording, einem Journalisten auf Recherchereise. Mit "Das Tahiti Projekt" malt Fleck eine sonnige Zukunftsvision von alternativen Energien, einer neuen alten Spiritualität und ökologischen Technologien. Dafür hat Fleck, der selbst Journalist ist, haufenweise interessante Informationen zusammengetragen. Die Technologie im neuen Tahiti ist spannend, weil es all diese Entwicklungen tatsächlich schon gibt, wie in einem ausführlichen Glossar Punkt für Punkt belegt und erklärt wird. Darüber hinaus aber ist "Das Tahiti Projekt" eine reichlich klischeebeladene Liebesgeschichte: Cording, der alternde Journalist, verliebt sich in eine junge Tahitianerin. Das ist wohl die erste Männerphantasie, die einem zu Südseeinseln so einfällt. Natürlich ist die Dame so ein harmloses, naives Naturkind, dass er, der Erfahrene und Weitgereiste, ihr vom Elend der Welt gar nichts erzählen mag. Der Roman überzeugt somit weniger durch seine Erzählkunst als vielmehr durch seinen okövisionären Charakter. (Dirk C. Fleck: "Das Tahiti Projekt". Roman. Pendo Verlag, München 2008. 344 S., geb., 19,90 [Euro].) bähr



Buchtitel: Das Tahiti Projekt
Buchautor: Fleck, Dirk C.

Text: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.03.2008, Nr. 72 / Seite 38

 
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