Erst Sündenabschaffung, dann Paradieseswonnen

Soll dieses Kinderbuch als jugendgefährdend indiziert werden? Das Bundesfamilienministerium hat gegen die illustrierte Schrift "Wo bitte gehts zu Gott? fragte das kleine Ferkel. Ein Buch für alle, die sich nichts vormachen lassen" (Autor: Michael Schmidt-Salomon, Illustrator: Helge Nyncke) diesen Schritt beantragt.

Lesermeinungen zum Beitrag

07. Februar 2008 15:47

Das Gottesbild der Bibel ist problematisch - das bedarf der Diskussion!

Irene Nickel (IreneNickel)

Es ist weder banal noch niedrig, wie Michael Schmidt-Salomon das Gottesbild der Bibel problematisiert. Es ist die Bibel selbst, die Gott als jemanden beschreibt, der eine Flut verursacht, in der fast alle Menschen ertrinken, selbstverständlich einschließlich vieler Säuglinge. Michael Schmidt-Salomon hat dies Schreckliche nicht erfunden, er hat es nur bewusst gemacht. Wichtig ist das auch dann, wenn die Geschichte nicht als Tatsachenbericht verstanden wird. Die theologische Aussage bleibt die gleiche: Gott wird charakterisiert als jemand, zu dem es passt, eine so schlimme Katastrophe gewollt zu haben.

Ebenso beim Kreuzestod Jesu. Die Bibel charakterisiert Gott als jemanden, der diesen qualvollen Tod eines Menschen gewollt hat. Michael Schmidt-Salomon hat das Gottesbild der Bibel bewusst gemacht und auf seine Problematik hingewiesen. Das ist nicht "niedrig", das ist ein wertvoller Beitrag zur Diskussion um die Bibel.

Schade, dass der Autor es sich nicht verkneifen konnte, danach die Geistlichen aufeinander losgehen zu lassen. Das ist himmelweit entfernt von den Erfahrungen vieler Kinder, die religiöse Menschen kennen und gut mit ihnen auskommen. So ist das Buch eher für Erwachsene zu empfehlen als für Kinder.

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06. Februar 2008 19:52

Menschen „nur nackte Affen“?

Wolfgang Rieß (wriess)

Mich stört am Kinderbuch des Sprechers der Giordano Bruno Stiftung auch, dass er Menschen auf „nur nackte Affen“ reduzieren will. Ich frage mich, ob hier nicht irgendwann die Menschenwürde auf der Strecke bleibt.
Es fällt überdies der in der Tat etwas sektenhaft wirkende missionarische Eifer auf, der auch in den Formulierungen Schmidt-Salomons deutlich wird, mit denen er auf den Seiten des Humanistischen Pressedienstes sein Buch ankündigte: „Die Aufklärungsarbeit muss schon im Kindergarten ansetzen!", sagte Schmidt-Salomon. „In der Regel lassen sich die Wirkungen frühkindlicher, religiöser Indoktrination im Erwachsenenalter kaum noch aufheben."

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06. Februar 2008 09:01

Qual, banal

Hans PH Neidhardt (neidhardthansph)

Man spürt, dass Lorenz Jäger - den ich sonst sehr schätze - seine eigene Nähe, seine eigene Ferne zur Religion unter Qualen erarbeitet hat. Und die möchte er niemandem ersparen. Hans Ph. Neidhardt

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06. Februar 2008 08:27

Herr Jäger

Gerd Gerdsen (opriema)

Dieses Kinderbuch muss LORENZ JÄGER ziemlich getroffen und in seinem Glauben tief erschüttert haben, anders kann ich mir nicht erklären, wie man sich dazu hinreißen lassen kann, eine neutrale Stiftung und einen renommierten Hirnforscher als Sekte, bzw. Sektenoberhaupt (oder was ist Tom Cruise?) zu bezeichnen.
Ich hatte von der FAZ mehr erwartet.

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