07. März 2005 In weniger als 24 Stunden hat die norwegische Polizei am Montag den Raub von drei Bildern des Malers Edvard Munch (1863-1944) aufgeklärt und die Kunstwerke sichergestellt.
Gut ein halbes Jahr nach dem spektakulären Raub der weltberühmten Gemälde Der Schrei und Madonna hatten Kunstdiebe in der Nacht zuvor zwei Lithographien und ein Aquarell von Munch aus einem Landhotel bei Moss südlich von Oslo gestohlen. Wie ein Polizeisprecher mitteilte, konnten bei der Festnahme von mehreren Tatverdächtigen alle drei Beutestücke sichergestellt werden.
Amateurhafte Tat
Sie waren in der Nacht zum Montag aus dem Speisesaal des auf Kunst spezialisierten Hotels Refsnes Gods verschwunden. Die Täter brachen die in der Wand verschraubten, aber sonst ungesicherten Bilder mit Stemmeisen aus der Wand. Das Aquarell Blaues Kleid (1915) wurde als teuerstes der drei Beutestücke auf einen Wert von umgerechnet 360.000 Euro geschätzt. Die Täter seien Amateure, hieß es übereinstimmend von Experten. Sie hatten weit wertvollere Bilder im Hotel unbeachtet gelassen und verloren ein viertes Beutestück auf der Flucht, als eine Hotelangestellte sie überraschte.
Am 22. August letzten Jahres hatten bewaffnete Männer am hellichten Tag aus dem Osloer Munch-Museum die weltberühmten Bilder Der Schrei und Madonna in ihre Gewalt gebracht, die einen Wert von umgerechnet mehr als 50 Millionen Euro darstellen, aber auch als unverkäuflich gelten. Beide Werke sind bis heute nicht wieder aufgetaucht. Die Polizei erklärte mehrfach, sie habe die mutmaßlichen Täter seit längerem eingekreist und warte auf einen günstigen Zeitpunkt zum Zuschlagen, um die Bilder unversehrt sicherzustellen. Mehrere der Verdächtigten gehören zu kriminellen Kreisen im Bezirk Ostfold, in dem auch die Stadt Moss liegt.
Eine andere Version des Schreis war im Februar 1994 aus der Osloer Nationalgalerie gestohlen worden, während in der norwegischen Stadt Lillehammer die Eröffnungsfeier für die Olympischen Winterspiele lief. Das Bild kam unversehrt zurück.
Text: FAZ.NET mit Material von dpa, AP, Reuters
Bildmaterial: dpa/dpaweb