Madeleine

Polizei verdächtigt britischen Mann

Gerry und Kate McCann, die Eltern der verschwundenen Madeleine, mit ihren Zwillingen Sean und Amelie

Gerry und Kate McCann, die Eltern der verschwundenen Madeleine, mit ihren Zwillingen Sean und Amelie

15. Mai 2007 Es gibt eine erste Spur im Fall Madeleine: Bei der Suche nach der in Portugal entführten Vierjährigen hat die Polizei einen Engländer offiziell als „Verdächtigen“ eingestuft und Ermittlungen eingeleitet. Der etwa 35 Jahre alte Mann sei zuvor verhört worden, berichtete der Sender BBC aus dem portugiesischen Badeort Praia da Luz.

Der Brite ist Medienberichten zufolge geschieden und lebt seit drei Jahren mit seiner Mutter und seinem Sohn in Praia da Luz, wo er für eine Immobilienfirma arbeiten soll. Die Ermittler hatten am Montagabend seine Villa durchsucht. Den Angaben zufolge leerten sie das Schwimmbecken und verließen das Haus mit gefüllten Kartons und Plastiksäcken.

Tocher hat Ähnlichkeit mit Madeleine

Robert Murat, der Verdächtige im Fall Madeleine

Robert Murat, der Verdächtige im Fall Madeleine

Laut BBC war der Engländer durch Hinweise einer Londoner Boulevardreporterin unter Verdacht geraten. Sie hatte ihn bei der Polizei angezeigt, weil er Reportern sagte, er habe in England eine vierjährige Tochter, die der entführten Madeleine ähnlich sehe.

Der Mann hatte sich nach dem Verschwinden Madeleines der Polizei und ausländischen Journalisten als Übersetzer zur Verfügung gestellt. Sein Haus liegt wenige Meter von der Ferienanlage entfernt, aus der Madeleine am 3. Mai verschwunden war. Ein Onkel des Mannes in England sagte Reportern, dieser habe für die Zeit des Verschwindens von Madeleine ein Alibi.

Auf eigenes Verlangen zum Verdächtigen erklärt?

Unklar war zunächst, ob der Engländer auf eigenes Verlangen zum Verdächtigen erklärt wurde. Nach portugiesischem Recht könnte er gefordert haben, diesen Status zuerkannt zu bekommen. Dadurch hätte er unter anderem das Recht, Angaben nur noch im Beisein eines Anwalts zu machen oder Aussagen zu verweigern, die ihn belasten könnten. Die Polizei lehnt dazu unter Hinweis auf das schwebende
Verfahren weitere Auskünfte ab.

Nach Medienberichten hat die Polizei im Zusammenhang mit dem Fall auch eine aus Deutschland stammende Frau sowie einen Portugiesen verhört. Die Eltern der entführten Madeleine (beide 38), die als Ärzte in der mittelenglischen Grafschaft Leicestershire arbeiten, hatten am Montag erklärt, sie würden so lange nicht nach Großbritannien zurückkehren, bis ihre Tochter gefunden wird. Sie kündigten zudem die Einrichtung eines öffentlichen Fonds an, in den Spenden für die Suche nach ihrer Tochter fließen sollen.


FAZ.NET mit Material von dpa



Text: FAZ.NET mit Material von dpa und AFP
Bildmaterial: AFP, AP, REUTERS

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