Blacksburg

Auszüge aus der Erklärung des Amokläufers

Cho Seung-Hui: “Ich musste es tun“

Cho Seung-Hui: "Ich musste es tun"

19. April 2007 

Der Amokläufer von Blacksburg hat nach seinen ersten beiden Morden ein Multimediapaket an einen amerikanischen Fernsehsender abgeschickt, bevor er in der Technischen Hochschule von Virginia 30 weitere Menschen sowie sich selbst tötete. Im Folgenden Auszüge aus der Erklärung Cho Seung Huis, die der Fernsehsender NBC am Mittwochabend in Ausschnitten sendete:

„Ihr hattet hundert Milliarden Chancen, das hier zu vermeiden. Aber Ihr habt entschieden, mein Blut zu vergießen. Ihr habt mich in die Ecke getrieben und mir nur eine Option gelassen. Das war Eure Entscheidung. Jetzt habt Ihr Blut an Euren Händen, das sich nie mehr abwaschen lässt.“

„Ich musste das nicht tun. Ich hätte gehen können. Ich hätte fliehen können. Aber ich renne nicht mehr davon. Wenn nicht für mich, dann für meine Kinder und meine Brüder und Schwestern. Ich habe es für sie getan.“

„Ihr habt es geliebt, mich zu kreuzigen. Ihr habt es geliebt, Krebs in meinem Kopf zu erzeugen und Terror in meinem Herzen und dabei meine Seele zu zerreißen.“

„Ihr habt mein Herz zerstört, meine Seele vergewaltigt und mein Gewissen in Brand gesetzt. Ihr habt geglaubt, es war nur das Leben eines erbärmlichen Jungen, das Ihr auslöscht. Dank Euch sterbe ich wie Jesus Christus, um Generationen schwacher und schutzloser Menschen zu inspirieren.“

„Wisst Ihr, wie man sich fühlt, wenn einem ins Gesicht gespuckt und Müll die Kehle hinunter gezwungen wird? Wisst Ihr, was für ein Gefühl das ist, sein eigenes Grab zu schaufeln? Wisst Ihr, wie man sich fühlt, wenn einem die Kehle von Ohr zu Ohr aufgeschlitzt wird? Wisst Ihr, wie es sich anfühlt, lebendig verbrannt zu werden? Wisst Ihr, wie es sich anfühlt, gedemütigt und am Kreuz aufgespießt zu werden, um zu Eurer Unterhaltung zu verbluten?“

„Ihr habt nie in Eurem ganzen Leben auch nur ein Quäntchen Schmerz gefühlt. Und Ihr wollt in unseren Leben so viel Leid wie möglich schaffen, weil Ihr das könnt - einfach nur, weil ihr das könnt. Ihr hattet alles, was Ihr wolltet. Euer Mercedes war nicht genug, Ihr Bälger. Eure goldenen Ketten waren nicht genug, Ihr Snobs. Euer Treuhänderfonds war nicht genug. Euer Wodka und Cognac war nicht genug. All Eure Ausschweifungen waren nicht genug. Sie reichten nicht, Eure hedonistischen Bedürfnisse zu befriedigen. Ihr hattet alles.“

„Als die Zeit kam, habe ich es getan. Ich musste es.“

Text: AP
Bildmaterial: AP

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