Pascal-Prozeß

Angeklagter unternimmt Selbstmordversuch

Tatort Tosa-Clause in Saarbrücken

Tatort Tosa-Clause in Saarbrücken

11. November 2004 Einer der Hauptangeklagten im Prozeß um den Mord und den Mißbrauch an dem fünf Jahre alten Pascal aus Saarbrücken hat versucht, sich das Leben zu nehmen. Dies gab das Landgericht Saarbrücken bekannt. Fast zehn Wochen nach Beginn des Verfahrens sind am Donnerstag zudem zwei der 13 Angeklagten aus der Haft entlassen worden.

Nach dem Selbstmordversuch war der 42jährige zunächst nicht verhandlungsfähig, daher fiel der 15. Verhandlungstag am Donnerstag aus. Vermutlich könne das Verfahren auch in der kommenden Woche noch nicht fortgesetzt werden, hieß es.

Freigelassene zur Tatzeit nicht am Tatort

Der des Mordes und der Vergewaltigung angeklagte 42jährige hat sich nach unbestätigten Berichten die Pulsadern aufgeschnitten und somit schwer verletzt. Er soll auf der Intensivstation einer Saarbrücker Klinik liegen und in ein künstliches Koma versetzt worden sein. Über seinen Gesundheitszustand verlautete offiziell allerdings nichts. Der Beschuldigte ist nach Aussagen mehrerer Mitangeklagter der letzte von vier Männern gewesen, die den fünfjährigen Pascal am 30. September 2001 vergewaltigt haben sollen. Das Kind soll bei dem Mißbrauch getötet worden sein. Seine Leiche wurde aber nie gefunden.

Die beiden am Donnerstag auf freien Fuß gesetzten Angeklagten müssen sich in dem Prozeß wegen Beihilfe zum Mißbrauch verantworten. Gegen sie bestehe kein dringender Verdacht mehr, da die beiden 45 und 36 Jahre alten Männer zur Tatzeit nicht mehr in der „Tosa-Klause“ gewesen sein sollen. Allerdings bestehe weiter ein hinreichender Verdacht, daher bleibe die Anklage gegen sie erhalten.

Verlängerung des Prozesses sicher

In dem Indizienprozeß vor dem Saarbrücker Landgericht müssen sich neun Männer und vier Frauen wegen Mordes, schweren sexuellen Mißbrauchs oder der Beihilfe zu diesen Taten verantworten. Nur drei der 13 Beschuldigten haben bisher ausgesagt und die Anklage dabei weitgehend bestätigt. Demnach war Pascal an dem Sonntagnachmittag mehrfach vergewaltigt und dabei getötet worden. Als Drahtzieherin des mutmaßlichen Kinderschänderringes gilt die Wirtin der früheren „Tosa- Klause“, Christa W. Der Prozeß ist zwar bis zum Jahresende terminiert, eine Verlängerung gilt aber bereits als sicher.

Text: FAZ.NET
Bildmaterial: dpa

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