30. April 2008 Während er seine Tochter und drei Kinder in einem Kellerverlies hausen ließ, hat der geständige Inzest-Täter Josef F. offenbar mehrmals Urlaub unter anderem in Thailand gemacht. Die Bild-Zeitung berichtet über ein Interview mit dem Münchner Rentner Paul H., der F. seit 1973 kenne und mit ihm zwei Mal nach Thailand gefahren sei. Auch habe er ihn mehrmals zu Hause besucht.
Im Urlaub sei Josef F. immer früh schlafen und nicht mit in die Bar gegangen; einmal habe er sich von einer jungen Thailänderin am Strand massieren lassen, die ihm sehr gut gefallen habe, wird Paul H. zitiert. Zudem habe er Josef F. beobachtet, wie er einmal ein Abendkleid und Reizwäsche für eine schlanke Frau gekauft habe. Josef F. sei wütend geworden und habe erzählt, er habe neben seiner Frau eine Freundin, für die die Kleidungsstücke bestimmt seien.
Drei Mal zu Besuch im Hause der F.s
Er sei drei Mal in dem Haus in Amstetten gewesen, in dessen Keller Josef F. seine Tochter Elisabeth gefangen hielt und missbrauchte, sagte H. dem Bericht zufolge. Ihm sei aber nichts aufgefallen. In dem Haus sei alles tip-top und überall sei weißer Marmor verlegt gewesen. Josef F. habe viel umgebaut und sei ein handwerkliches Genie gewesen.
H. beschreibt F. als anständig, aufgeschlossen und lustig. Er sei sehr unterhaltsam gewesen und habe in Gasthäusern teilweise auch die Nebentische noch mit unterhalten. Zu Hause bei seiner Familie sei er allerdings ein Herrscher und ein Despot gewesen. Er konnte richtig zornig werden. Dann wurde er zu einem anderen Menschen, wird H. zitiert.
Seine Frau war ihm hörig
Seine Frau sei ihm hörig gewesen und habe immer das gemacht, was F. gesagt habe. Wenn das Gespräch auf die angeblich verschwundene Tochter kam, habe sie sich in die Küche zurückgezogen, weinen habe er sie aber nicht gesehen.
Die Tochter Elisabeth sei als Kind sehr zurückhaltend und schüchtern gewesen. F. habe sie offenbar nicht so sehr gemocht wie die anderen Kinder. Er hat sie auch mehr geschlagen. Wegen jeder Kleinigkeit hat die ein paar bekommen. Als die Elisabeth verschwunden war, erzählte er mir, sie sei bei einer Sekte, wird H. zitiert.
Die österreichischen Behörden konnten Berichte über angebliche Thailand-Urlaube F.s am Dienstag nicht bestätigen, hielten es aber für möglich, dass er Vorräte im Kellerverlies anlegte, damit seine Tochter und die zuletzt drei dort gefangen gehaltenen Kinder überleben konnten.
Text: AP
Bildmaterial: AP