Ermittlungen

Fourniret gesteht weitere Vergewaltigung

15. Juli 2004 Der geständige französische Serienmörder Michel Fourniret hat Medienberichten zufolge eine weitere Entführung und Vergewaltigung eingeräumt. Wie der öffentlich-rechtliche belgische Fernsehsender RTBF am Mittwochabend berichtete, gab der 62jährige Franzose an, vor fünf Jahren bei Sedan in den französischen Ardennen eine junge Französin gekidnappt und mißbraucht zu haben.

Im Gegensatz zu seinem üblichen Vorgehen will Fourniret, gegen den inzwischen ein europäischer Haftbefehl erlassen wurde, die Frau afrikanischer Herkunft am Leben gelassen haben. Diese Abweichung von seinem üblichen Vorgehen macht die Ermittler skeptisch, ob die Angaben Fournirets stimmen. Der Staatsanwalt im französischen Reins, Yves Charpenel, sagte, das neue Geständnis müsse mit Vorsicht betrachtet werden, da Fourniret bisher weder den Ort noch das genaue Datum der Entführung enthüllt habe. Außerdem hatte der 62jährige zuletzt stets vehement abgestritten, weitere als die gestandenen Taten begangen zu haben.

Kantonspolizei Bern ermittelt ebenfalls

Die belgischen und französischen Behörden arbeiten derzeit an der Aufklärung von neun von Fourniret gestandenen Morden. Zugleich wird
untersucht, ob er bei Dutzenden weiteren nicht aufgeklärten Mord- und Entführungsfällen eine Rolle gespielt hat. Seine Ehefrau Monique Olivier hatte ihm vor zwei Wochen insgesamt zehn Morde zur Last gelegt.

Auch in anderen Ländern, darunter auch in Deutschland, laufen Ermittlungen, die klären sollen, ob nicht aufgeklärte Mordfälle auf das Konto von Fourniret gehen. Am Mittwoch hat nun auch die Kantonspolizei Bern ein Rechtshilfebegehren an Interpol in Brüssel gestellt. Damit erhoffe sie sich Informationen über fünf in der Schweiz vermißte Kinder, sagte Polizeisprecher Heinz Pfeuti. Die Kinder - drei Mädchen und zwei Jungen - seien zwischen 1981und 1986 in der Schweiz als vermißt gemeldet worden. Die Polizei geht in allen fünf Fällen von einem Gewaltverbrechen aus. Leichen wurden bisher aber nicht entdeckt.



Text: FAZ.NET mit Material von AP, AFP und dpa
Bildmaterial: dpa

 
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