Besser wär's gewesen...

Arbeitsrecht

Privatpost über Frankiermaschine der Firma: Fristlose Kündigung

Der Portobetrag belief sich auf weniger als fünf Euro. Doch dem Briefschreiber - einem Kundenbetreuer bei einem Versicherungsmakler - wurde wegen Diebstahlsversuchs fristlos gekündigt. Das Landesarbeitsgericht hat seine Entlassung nun als rechtens gewertet.

Lesermeinungen zum Beitrag

23. August 2007 10:31

Privatpost

Edgar Klüppelberg (Inuk)

Wenn Mitarbeiter nicht mehr als Stützen des Unternehmens, sondern als Kostenfaktoren gesehen werden, nehmen die Arbeitgeber halt jeden Anlass sich von solchen MA zu trennen.
Früher hätte der Chef das Porto vom Gehalt abziehen lassen und vielleicht eine Abmahnung geschrieben. Heute wird eben gefeuert auf Teufel komm raus.
Die Kostenstelle wird um einen Kopf reduziert und der Profit steigt.
Evtl. werden auch 2 H4-Eurojobber über eine Arbeitsvermittlung eingestellt. Dann bekommt der AG sogar noch Geld.
Fakt ist, der Angestellte hatte leichtsinnnigerweise einen Privatbrief auf Firmenkosten frankiert und das ist nach dem Gesetz Diebstahl. Wenn es zur Anzeige kommt, muss der Richter ein Urteil fällen.

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23. August 2007 10:27

Es gibt einen Unterschied!

hermann koch (olmiro)

Nämlich zwischen Recht und Rechtsempfinden. Was hier in den meisten Kommentaren geäußert wird ist doch nur das Rechtsempfinden. Das die Handlung Unrecht war steht doch ausser Frage. Dies nun mit der Benutzung von Dienstfahrzeugen und Handy`s einiger Angestellter zu verknüpfen ist doch Unsinn.
Wie schon erwähnt sind die "Nutzer" dieser Dinge in ganz anderen Positionen und versteuern auch den Geldwerten Vorteil. Eine 37 oder 40 Stundenwoche haben die Personen auch nicht, da sie für ihre Kunden fast rund um die Uhr erreichbar sind.
Also, fair bleiben und nicht Unrecht mit Mitgefühl verwechseln.
Wir müssen schon genug verfall der Werte in unserer Gesellschaft beklagen.

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23. August 2007 07:51

Ich stimme dieser Lächerlichkeit

Dana Ziegler (dazie)

und somit den Meinungen der anderen vollkommen zu....
Nur wäre es schön, wenn einer der "Großen" und natürlich der werte Herr Richter sich das mal durchlesen und an die eigene Nase packen würde... Aber das wäre zu viel verlangt. Und einsehen würde sie es wahrscheinlich eh nicht. Tja arme Gesellschaft!

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23. August 2007 00:11

Sind Unternehmer vogelfrei, soweit sich Mitarbeiter auf ihre Kosten bereichern?

Wolfgang Höfft (Wolfgang.Hoefft)

Es ist erschreckend, wie viele meiner Vorredner es als normal - und nicht rechtswidrig - bewerten, daß Mitarbeiter auf Kosten ihrer Chefs Recht brechen.

Was dort zur fristlosen Kündigung geführt hat, ist doch wirtschaftlich und moralisch nichts anderes als der unerlaubte Griff in die Geldbörse eines Anderen zur Entnahme von 5 EUR.

Die Mehrheit meiner Vorredner hält offenbar den Unternehmer für vogelfrei und Übergriffen seiner Mitarbeiter schutzlos ausgeliefert.

Gilt Recht nicht für und gegen jedermann?

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22. August 2007 22:45

Die da oben

Harald Schilbock (schilbock1)

Jaja, die da oben. Versteuern jeden Monat 1% des Bruttolistenpreises ihres Fahrzeuges für eben diese Privatfahrten und dürfen vielleicht nach der 37. Wochenstunde, in der viele Arbeitnehmer schon zuhause sitzen eben dort vielleicht mal anrufen (Was auch schon höchst richterlich "Kleinen" Aussendienstlern "hier unten" gestattet wurde). Ach wär die Welt doch nur so einfach...

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22. August 2007 22:06

Diebstahlversuch

joachim kern (jokern)

was im Beitrag nicht ganz klar ist: hat der Beschuldigte die Post selbst frankiert oder hat er sie in die Poststelle zum Frankieren gegeben.
Im zweiten Fall haette die Poststelle ja die Briefe nicht frankieren brauchen, wenn dsie Briefe so auffaellig waren.

Im Beitraf steht wegen #versuchten Diebstahls#.

Ich denke auch, sowas ist im allgemeinen nur der Vorwand um den Mitarbeiter wegen anderer Streitigkeiten los zu werden.

(Macht natuerlich eine gute Schlagzeile fuer alle Bueroangestellten - das schlechte Gewissen ist sofort hellwach )

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22. August 2007 21:02

Unglaublich

Steffen Pawelczack (Pawelczack)

Ich kann mich den vorrangegangenen Lesermeinungen nur anschließen, dieses Urteil ist lächerlich. In de Vorstandsetagen ist es gang und gäbe den Firmenwagen auch für private Touren zu nutzen, oder über das Diensthandy einen Plausch zu halten. Und dann wird jemand wegen € 3,50 Porto entlassen. Gut, ein Diebstahl ist ein Diebstahl, aber hier herrscht keinerlei Verhältnismäßigkeit mehr!

SPa

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22. August 2007 20:03

Kündigung

Thomas Kron (tomasini)

Diese Kündigung hat sicher einen ganz anderen Grund, die 5 Euro waren wahrscheinlich nur der Auslöser, auf den man geartet hat. Das Urteil selbst ist lächerlich.

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22. August 2007 17:55

Lächerlich

Jens Lehmann (js110010)

Schon eine Abmahnung wäre ein Schlag ins Gesicht für so einen Pipifax...
Ich sag es mit Jesus (der war schon klever): "Wer frei ist von Schuld, der werfe den ersten Stein".
Dann müsste ganz Deutschland entlassen werden... und ich schon dreimal...
und der nette Herr Richter bestimmt auch, der während der Mittagspause mal zuhause anruft, den Leuchtmarker mit nach Hause nimmt oder den interessanten Artikel aus des Kollegens Zeitung mal für die U-Bahn-Fahrt nach Hause kopiert...
nochmal: Lächerlich

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22. August 2007 17:44

Verhältnismäßigkeit

Christian Schwark (cschwark)

Spannend: Ein Mitarbeiter, diesmal nicht in der Vorstandsetage, "stiehlt" der Firma 5 Euro und muß gehen. Der Richter findet das recht- und verhältnismässig. Weiter oben, diesmal in der Vorstandsetage, darf es dann schon mal ein Verlust von ein paar Milliönchen sein, oder man darf sich, siehe Esser, dafür belohnen lassen, seinen Job eben nicht richtig gemacht zu haben. Das ist dann verhältnismässig, schließlich leisten sich diese Herren auch die teuren Anwälte und tun ja überhaupt sehr viel gutes. Vielleicht denken einfach viele Menschen immer öfter, was "die da oben" tun wird schon richtig sein, mach ich es eben auch so. Tja, da schielt dann Justitia kurz hinter der Augenbinde vor und die Bundesagentur für Arbeit hat wieder zu tun.

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