Türkei

Keine Gnade für Schmuggler

Von Rainer Hermann

Keine Gnade für Drogenschmuggel

Keine Gnade für Drogenschmuggel

03. Juli 2007 Nirgendwo setzen Urlaub, Strand und Sonne das Recht und die Ordnung außer Kraft - auch nicht in der Türkei. Im gleißenden Mittelmeerlicht verschwimmen vielleicht die Paragraphen vor den Augen des Urlaubers. Vorhanden sind sie aber dennoch.

So kennt auch die türkische Polizei das Wort Promille. Wer vor dem Autofahren gerne Bier oder Wein trinkt, sollte daher spätestens bei 0,5 Promille aufhören. Und wer gerne Steine sammelt (es müssen nicht einmal Edelsteine sein), sollte sich vergewissern, dass er in seinen Koffer keine antiken Schätze packt. Die Faustregel dabei ist: Als „antik“ gilt alles, was älter ist als hundert Jahre.

Haft für Drogenschmuggel

Der türkische Zoll ist ungemein findig, was Steine oder Münzen betrifft. Dann kennt die türkische Justiz kein Pardon. Und wer etwas von Mädchen haben will, die jünger sind als 14, der sollte sich an Marco W. erinnern.

Außerdem sitzen natürlich viele Ausländer - und noch viel mehr Türken - in Haft, die für sich oder andere Drogen schmuggeln wollten. In diesem Fall lassen die türkischen Richter die geringste Gnade walten: nämlich keine. Vor allem, wenn sich herausstellt, dass der Schmuggel auf Rechnung der kurdischen Terrorgruppe PKK geschieht. Dann hilft auch der beste Anwalt der Türkei nicht weiter.

Text: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 01.07.2007, Nr. 26 / Seite 55
Bildmaterial: dpa

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