Drei Wochen nach Mord an Mirjam

Polizei nimmt Verdächtigen fest

09. Mai 2007 Knapp drei Wochen nach dem Mord an der 13 Jahre alten Mirjam im südbadischen Auggen ist ein 31 Jahre alter Mann als mutmaßlicher Täter festgenommen worden. Der Mann habe die Tat bereits gestanden, teilte die Polizei am Mittwoch in Freiburg mit. Er sei ledig, kinderlos und komme aus Auggen, hieß es weiter. Das Mädchen war am 20. April auf dem Schulweg erdrosselt worden.

Auf die Spur des Täters war die Polizei durch eine freiwillig abgegebene Speichelprobe gekommen, die mit der DNA am Tatort übereinstimmte. Der Mann sei bereits am Dienstagnachmittag festgenommen worden, sagte der Leiter der Freiburger Kriminalpolizei, Bernd Belle. Unklar war zunächst, ob der mutmaßliche Täter das Opfer gekannt hat. Eine engere Bekanntschaft sei jedoch unwahrscheinlich. „Wenn überhaupt, hat er sie vom Sehen gekannt“, sagte Belle. Es stehe auch nicht fest, ob die Tat spontan geschehen oder ob sie geplant gewesen sei. Der 31-Jährige sei bisher nicht polizeilich in Erscheinung getreten. Dennoch prüfe die Polizei nun, ob er auch für weitere Straftaten in Frage komme.

Speichelprobe von mehr als 530 Menschen

„Insgesamt haben in den letzten Tagen mehr als 530 Menschen in Auggen und Umgebung eine Speichelprobe abgegeben“, sagte Belle. Dies seien fast ausschließlich Menschen gewesen, die die Polizei in den Tagen nach dem Mord in der Umgebung des Tatortes sowie auf dem Schulweg des ermordeten Mädchens angetroffen habe. In keinem einzigen Fall habe sich jemand einer Speichelprobe widersetzt - auch der mutmaßliche Täter nicht. Ein flächendeckender Massen-Gentest aller Bewohner Auggens sei zwar angedacht, aber noch nicht konkret vorbereitet gewesen, sagte Belle.

Eine 60-köpfige Sonderkommission der Kriminalpolizei hatte bis zum Mittwoch mehr als 600 Hinweise geprüft und über 1600 Menschen befragt. „Die Polizei ist in Auggen auf eine sehr große Bereitschaft zur Mithilfe gestoßen“, sagte Belle.

Die 13-jährige Schülerin Mirjam war am 20. April mit ihrem Rad zur etwa fünf Kilometer entfernten Schule aufgebrochen. Dort kam sie jedoch nie an. Am selben Abend war die 13-Jährige erdrosselt in einem Gebüsch zwei Kilometer von ihrem Elternhaus entfernt aufgefunden worden.



Text: FAZ.NET mit Material von dpa
Bildmaterial: dpa

 
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