21. September 2007 Im amerikanischen Bundesstaat Louisiana haben am Donnerstag Tausende Menschen gegen Rassismus in der Justiz demonstriert. Die Polizei sprach von 15.000 bis 20.000 überwiegend schwarzen Demonstranten, die durch die kleine 3000-Einwohner-Stadt Jena zogen, wo es in den vergangenen Monaten verstärkt Spannungen zwischen Schwarzen und Weißen gegeben hatte. Auslöser war ein Streit zwischen Schülern gewesen.
Vor einem Jahr hatte ein schwarzer Schüler versucht, auf seinem Schulhof eine inoffizielle Trennlinie zwischen Schwarzen und Weißen zu überschreiten und sich entgegen den ungeschriebenen Gesetzen unter einen für Weiße reservierten Baum zu setzen. Am nächsten Tag fanden sich an dem Baum Schlingen vor - ein Symbol der gegen Schwarze gerichteten Lynchjustiz in den amerikanischen Südstaaten.
Ungleiche Behandlung
Daraufhin kam es auf dem Schulhof und an anderen Orten der Stadt zu Kämpfen zwischen Schwarz und Weiß. In der Schule wurde ein Brand gelegt, nachdem der Direktor den Vorfall als Dummejungenstreich bezeichnet und sich geweigert hatte, die drei für die Schlingen verantwortlichen weißen Schüler der Schule zu verweisen. Sechs schwarze Schüler, die als Jena Six bekannt wurden, wurden dagegen nach einer Prügelei wegen versuchten Mordes verurteilt. Die Strafen wurden später reduziert.
85 Prozent der Einwohner Jenas sind Weiße und zwölf Prozent Schwarze. Die Demonstranten, unter ihnen auch der Sohn des 1968 ermordeten schwarzen amerikanischen Bürgerrechtlers Martin Luther King, warfen der Staatsanwaltschaft Voreingenommenheit und Rassismus vor. Der Amerikanische Präsident George W. Bush sagte am Donnerstag, die Ereignisse von Louisiana stimmten ihn traurig. Und ich verstehe die Emotionen, fügte er hinzu. Das Justizministerium und die Bundespolizei FBI überwachten die Lage vor Ort. An der Veranstaltung nahmen auch führende amerikanische Bürgerrechtler wie Jesse Jackson und Al Sharpton teil.
Text: FAZ.NET mit Material von AFP und dpa
Bildmaterial: AP
