Berlin

Verbrannte Tote im Koffer war ein 14-jähriges Mädchen

Tot aufgefunden: Kristina H.

Tot aufgefunden: Kristina H.

21. April 2007 Fünf Tage nach dem grausigen Fund einer Leiche in einem verbrannten Rollenkoffer in Berlin hat die Polizei die Tote eindeutig identifiziert: Es war ein 14-jähriges Mädchen. Die Gymnasiastin war wegen Drogenkonsums und Eigentumsdelikten bekannt und bereits mehrfach vermisst gemeldet. Nach ihrem Mörder wird noch gesucht.

Die Polizei glaubt, dass das Mädchen in den großen schwarzen Koffer gesperrt, mit Benzin übergossen und bei lebendigem Leibe verbrannt wurde. Wahrscheinlich war sie zu diesem Zeitpunkt bewusstlos. Das etwa 1,70 Meter große und weniger als 50 Kilo schwere Mädchen habe aber ohne große Schwierigkeiten in den Koffer gepasst. Ob womöglich ein Sexualdelikt dahinter steckt, konnten die Ermittler noch nicht sagen. Die Jugendliche war vollkommen bekleidet gewesen.

Von Spaziergängern entdeckt

In einem solchen Koffer war das Mädchen verbrannt worden

In einem solchen Koffer war das Mädchen verbrannt worden

Passanten hatten am Montagabend um 22.35 Uhr in der Grünanlage Thomashöhe in Neukölln ein Feuer entdeckt und erkannt, dass dort ein Mensch brennt. Sie hatten Feuerwehr und Polizei alarmiert. Das Opfer und der Koffer waren bereits völlig verkohlt. Für die Identifizierung war ein DNA-Abgleich nötig, wie es weiter hieß. Die Mutter hatte ihr Kind am Mittwochabend als vermisst gemeldet. Die Schülerin hatte bereits am Sonntagabend um 23.00 Uhr die Wohnung der Mutter in Neukölln verlassen.

Die Polizei erhofft sich nun Hinweise, was die Jugendliche in der Nacht zum Montag und tagsüber bis zu ihrem Tod getan hat. Auch hofft sie, über den Koffer Marke Airexpress auf Spuren zum Täter. Jemandem könnte das unhandliche Gepäckstück in der Nähe des Tatorts bemerkt haben, es könnte irgendwo fehlen oder jemand könnte sich an den Verkauf erinnern, sagte Dessin. Mit detektivischer Puzzlearbeit hatten die Ermittler anhand der Kofferreste ein Vergleichsstück gefunden, von dem Fotos veröffentlicht wurden.

Belohnung ausgesetzt

Auch der Täter könnte jemandem aufgefallen sein, hoffen die Kriminalisten. Denn wegen der großen Menge Brandbeschleuniger gehen sie von einer großen Stichflamme aus. Der Täter könnte selbst Verbrennungen haben. Möglicherweise roch die Person auch nach Benzin. Da keine Kanister in der Nähe des Tatorts gefunden wurden, hält es die Polizei auch für möglich, dass der Täter sie mit sich trug. Für Hinweise sind 5.000 Euro Belohnung ausgesetzt.

Text: AP
Bildmaterial: AP, dpa

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