06. November 2009 Spezialeinheiten der Polizei haben bei einer Razzia gegen die Kölner Hells Angels ein Waffenlager ausgehoben und drei Rocker vorläufig festgenommen. Die Polizisten durchsuchten am Freitag das Vereinsgelände der Kölner Höllenengel, die Wohnung ihres Präsidenten, eines weiteren Rockers und dessen Geschäftsräume im Raum Köln. Unter den Festgenommenen sei auch der Präsident des Kölner Chapters der Rockergruppe. 250 Beamte seien im Einsatz gewesen.
Dabei wurden zwei Revolver, vier Automatik-Pistolen, eine Pumpgun, Stahlschleudern, Teleskopschlagstöcke und mehrere hundert Schuss Munition entdeckt. Das gaben Polizei und Staatsanwaltschaft bekannt. Erst am Montag hatten Ermittler in Flensburg ein großes Waffenlager ausgehoben, das ebenfalls den Hells Angels zugerechnet wird.
Polizei-Offensive gegen Hells Angels und Bandidos
Die Durchsuchung im Kölner Raum am Freitagmorgen sei Teil der Polizei-Offensive gegen die Rockergruppen Hells Angels und Bandidos. Die Botschaft laute: Null Toleranz gegenüber gewalttätigen Rockern.
Nach der Ermordung des Bandidos-Rockers Eschli vor knapp vier Wochen in Duisburg ist die Lage zwischen den verfeindeten Gruppen angespannt. Der Mord soll von einem Verdächtigen aus dem Umfeld der Hells Angels begangen worden sein. Am vergangenen Wochenende war die Gewalt zwischen den verfeindeten Rockergruppen eskaliert. Ermittler vermuten hinter den Gewaltausbrüchen im Rheinland einen Kampf um Macht und Marktanteile im Rotlichtmilieu. So hatten Bandidos versucht, ein unter Kontrolle der Hells Angels stehendes Bordell in Duisburg zu stürmen.
Text: dpa
Bildmaterial: ddp