21. Juli 2008 Fast 15 Monate nach dem Verschwinden der kleinen Madeleine McCann aus einer Ferienanlage an der Algarve in Portugal hat die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen eingestellt. Für eine Aufklärung des Falles fehlten die Beweise, gab die Staatsanwaltschaft am Montag in Lissabon bekannt. Damit gehen die portugiesischen Behörden auch nicht länger dem Verdacht nach, für das Verschwinden von Maddie könnten ihre eigenen Eltern verantwortlich sein. Bereits Anfang Juli hatte die Polizei in Portugal die Ermittlungen abgeschlossen. (Siehe: Fall Maddie: Jetzt ermitteln die Detektive ).
Madeleine war am 3. Mai 2007 aus einem Appartement in einer Urlaubsanlage an der Algarveküste verschwunden, während ihre Eltern in einem nahegelegenen Restaurant mit Freunden zu Abend aßen. Die McCanns starteten eine beispiellose weltweite Medienkampagne, um auf den Fall aufmerksam zu machen. Sie richteten einen Spendenfonds ein und wurden auch vom Papst empfangen.
Buch des früheren Chefermittlers sorgt für neuen Wirbel
Kurz vor der Einstellung der Ermittlungen im Fall Madeleine hat ein geplantes Buch des ehemaligen Chefermittlers für Empörung gesorgt. Der inzwischen entlassene portugiesische Ermittler Gonçalo Amaral will diesen Donnerstag ein Buch veröffentlichen, in dem er die Vorwürfe gegen die Eltern des britischen Mädchens bekräftigt. Er wolle damit dazu beitragen, die Wahrheit zu finden, sagte Amaral am Montag im BBC-Fernsehen. Der Sprecher der Eltern, Clarence Mitchell, sagte hingegen: Es ist eine Schande, dass Herr Amaral offenbar den Drang verspürt, aus dem Verschwinden von Madeleine Geld zu machen.
Text: FAZ.NET
Bildmaterial: dpa