Gentest

Justizministerin will geheime Vaterschaftstest verbieten

Vaterschaftstest: Nur mit Einwilligung der Mutter

Vaterschaftstest: Nur mit Einwilligung der Mutter

03. Januar 2005 Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) will heimliche Vaterschaftstest verbieten lassen. In der Zeitschrift „Brigitte“ kündigte sie einen Gesetzentwurf dazu an. Bestraft werden sollen demnach Männer, die ohne schriftliche Einwilligung der betroffenen Frauen genetische Spuren testen lassen. Auch Labors, die eine solche Untersuchung vornehmen, sollen mit Strafe bedroht werden.

Zypries äußerte sich empört über das florierende Geschäft mit den Vaterschaftstests. Es handle sich dabei „um einen schweren Eingriff in die Intimsphäre“. Es sei „unglaublich“, daß „Labors sogar in U-Bahnen werben, man solle anonym genetische Spuren einschicken“. Zypries will das Verbot heimlicher Vaterschaftstests als Teil des geplanten Gendiagnostikgesetzes regeln.

Bei Zweifeln geheimer Test

Eine Ministeriumssprecherin betonte, daß es durchaus rechtliche Möglichkeiten gibt, die Vaterschaft auf legalem Wege feststellen zu lassen. Dazu müsse aber der Rechtsweg beschritten werden.

Umfragen hatten ergeben, daß ein Großteil der Männer bei Zweifel an der Vaterschaft auch ohne Wissen der Mutter einen heimlichen Vaterschaftstest machen lassen würden. 93 Prozent der Befragten würden das Kind nicht mehr akzeptieren, sollte sich herausstellen, daß sie nicht der Erzeuger sind.

Text: FAZ.NET mit Material von dpa
Bildmaterial: picture-alliance / dpa/dpaweb

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