Werbe- oder Bombenträger?

Boston

Missglückte Fernsehwerbung löst Bombenalarm aus

Sie sollten doch nur für einen Zeichentrickfilm werben: Blinkende Figuren mit Drähten und Batterien hatten Bürger der Stadt Boston in Panik versetzt. Der Großeinsatz der Polizei kostete rund 400.000 Euro, zwei Männer wurden festgenommen.

Lesermeinungen zum Beitrag

03. Februar 2007 00:50

Schändliches Verhalten der Behörden

Roman Schadt (rschadt)

Es war nicht der Fernsehsender, der eine Million Dollar Schaden angerichtet und Bürger in Panik versetzt hat. Es waren auch nicht die beiden jungen Männer, die von der Marketingfirma mit der Verteilung der blinkenden Cartoonfiguren beauftragt worden waren.

Es waren die Bostoner Behörden, die aufgrund eines einzelnen Telefonanrufs und einer nicht nachvollziehbaren Fehleinschätzung der Objekte Großalarm und Panik ausgelöst haben. In allen anderen neun Städten, in denen diese Blinktafeln teils schon wochenlang hingen, hat die Polizei umsichtig reagiert und das Richtige getan: Nichts.

Das ist äußerst peinlich für die Stadt Boston, aber solche Fehler kommen vor. Wirklich unentschuldbar ist das Verhalten der Stadt, nachdem die Medien auf die Angelegenheit aufmerksam wurden: Statt diesen kapitalen Fehler einzugestehen und dafür zu sorgen, dass der Heimatschutz in Zulunft kompetenter arbeitet, schreckt man nicht davor zurück, rechtlich dubiose Anklagen gegen Sündenböcke zu erheben.

Der angesehene US-Sicherheitsexperte Bruce Schneier hat in seinem Blog deutliche Worte für dieses Verhalten gefunden:

http://www.schneier.com/blog/archives/2007/02/nonterrorist_em.html

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
1 - 1 von 1 Lesermeinungen
Suche in Beitrag Lesername oder Login
Datum bis
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche