Boston

Missglückte Fernsehwerbung löst Bombenalarm aus

Werbe- oder Bombenträger?

Werbe- oder Bombenträger?

02. Februar 2007 Eine Werbekampagne für einen Zeichentrickfilm hat in der amerikanischen Großstadt Boston eine Panik ausgelöst. Mehrere mysteriöse Tafeln mit blinkenden Lämpchen und heraushängenden Kabeln, die unter Autobahnbrücken und an anderen öffentlichen Orten platziert worden waren, waren von Bürgern für Sprengsätze gehalten worden.

Insgesamt 38 dieser Leuchttafeln in der Form der Cartoon-Figuren waren unter anderem vor einem Krankenhaus, vor Ladenzeilen und an Autobahnauffahrten deponiert worden. Nachdem die erste am Morgen entdeckt und von einer Spezialeinheit vorsichtshalber gesprengt worden war, liefen in den Polizeinotrufzentralen die Drähte heiß. In Boston wurde Großalarm ausgelöst.

Es war doch nur Werbung

Nach einem Großeinsatz der Polizei konnten in Boston 38 Figuren sichergestell...

Nach einem Großeinsatz der Polizei konnten in Boston 38 Figuren sichergestellt werden

Straßen, Brücken und Teile des Flusses Charles wurden gesperrt, polizeiliche Sondereinheiten zur Bombenentschärfung rückten an. Bürgermeister Thomas Menino erklärte, der Einsatz habe die Stadt vermutlich mehr als 500.000 Dollar (386.000 Euro) gekostet. Er zeigte sich sichtlich verärgert über die seiner Meinung nach geschmacklose Kampagne und kündigte strenge Strafen für die Verantwortlichen an. Die Polizei sprach von einem schlechten Scherz und nahm zwei Beteiligte fest.

Noch am Mittwoch entschuldigte sich die Produktionsfirma: „Wir bedauern wirklich zutiefst, dass unsere Kampagne als öffentliche Gefahr missverstanden worden ist. Dabei wollten wir nichts anderes tun, als auf eine Fernsehshow aufmerksam zu machen“, sagte der Vorsitzende der Gesellschaft, Phil Kent.

Kein Alarm in New York

Sie hatten die Figuren im Stadtgebiet von Boston ausgesetzt

Sie hatten die Figuren im Stadtgebiet von Boston ausgesetzt

Zwei Männer, die die Tafeln im Auftrag von TBS deponiert haben sollen, wurden am Mittwochabend festgenommen und unter anderem wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses angeklagt. Bei den beiden Festgenommenen handelte es sich um den Künstler und einen weiteren Mann. Gegen eine Kaution von jeweils 2.500 Dollar (1.900 Euro) kamen sie wieder auf freien Fuß. TBS war unterdessen damit beschäftigt, andere Städte zu alarmieren, in denen die Leuchttafeln seit zwei Wochen platziert sind - ohne das Terroralarm ausgelöst wurde. Dazu gehören New York und Los Angeles.

Die verdächtigen rund 30 Zentimeter großen Installationen mit blinkenden Punkten zeigten meist ein Männchen, das in obszöner Geste den Finger hebt. Die Produktionsfirma Turner Broadcasting erklärte, dies sei Teil der Werbung für die Kultserie „Aqua Teen Hunger Force“ über die Abenteuer eines sprechenden Milchshakes, einer Tüte Pommes und eines Fleischklopses.

Text: FAZ.NET mit Material von dpa, AP
Bildmaterial: AP, REUTERS

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