Wie ein Fall uns alle ansteckt

Dieser bedrohliche Riss in der Welt

Erst hofft man, dass die Berichte weggehen. Dass das Kind gefunden wird und die Anschuldigungen sich als Hirngespinste herausstellen. Doch bald weiß man mehr, als man ertragen kann: über Maddie McCann, Natascha Kampusch und die Familie F. aus Amstetten. Von Nils Minkmar

Lesermeinungen zum Beitrag

05. Mai 2008 10:44

Und die Antwort ?

Markus Teuber (arathorn)

Im Fall Amstetten sind aber Fragen offen,die weder Herr Minkmar noch sonst jemand (auch in Österreicht) erklärt hat : Warum kann ein Großvater 3 (!) Adoptionen anmelden und bekommt diese schein- bar ohne Nachforschungen genehmigt : 3 (in Worten DREI) Adoptionen der Kinder der eigenen Tochter,die angeblich verschwunden ist ,aber zum Ablegen der Kinder aus dem Nichts wieder auftaucht ?! Und niemand,vorallem die zuständige Behörde frägt und forscht nicht nach ? Wer sich einmal mit dem Thema Adoption beschäftigt hat,der weiß,welche Hürden dort sonst (selbst für absolut integre Eltern/Familien) zu überspringen sind ! Wie kann man ein Gesetz haben,daß die Tilgung derartiger Straftaten wie Vergewaltigung,sexuelle Nötigung möglich macht ? Sicher,der Arbeitgeber,das Finanzamt,der Metzger am Eck -die brauchen diese Vergangenheit nicht unbedingt und für alle Zeit kennen. Aber Adoptionsbehörden,Polizeibehörden,öffentliche Arbeitgeber usw. müssen und dürfen dies .Das heißt ja nicht,daß ein solcher Mensch ständig unter Beoabachtung steht ,aber im Fall des Falles ... Die philosophische Beobachtung von Herrn Minkmar ist lediglich ein Ackselzucken,weil man dem Bösen nie beikommen könne ? Ist Arrangieren mit dem Bösen dann besser ?

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04. Mai 2008 11:54

Saubere Analyse?

Ellen Schreiber (bonjourtristesse)

Sehr geehrter Herr Gleichmann, wenn Sie einen Schritt weitergedacht hätten, hätten Sie festgestellt, daß bessere Gesetze und ein Hinschauen der Gesellschaft sich ergänzen. Im Übrigen hätte ein Gesetz, das vorsieht, daß vorbestrafte Vergewaltiger weiterhin in einer Kartei geführt werden, sehr wohl dieses unglaublich lange Leiden der Elisabeth F. und ihrer Kinder verkürzt.

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04. Mai 2008 11:22

Sind die Medien unschuldig ?

Rudolf Wallenburger (UIS0547)

Alleine die Bilder mit den wartenden Übertragungswagen, den lauernden Fotografen vor dem Wohnhaus in Amstetten macht mich schon besorgt.

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04. Mai 2008 09:49

Amstetten ist nicht das Ende der Fahnenstange!!!

rolf römer (rallo40)

Man kann voll überzeugt sein, dass Amstetten nicht das Ende ist. Amstetten kann überall sein. Wer weis schon, was in manchen Grundstücken so alles passiert. Wo sind denn all die vermissten, spurlos verschwundenen Menschen. Die haben nicht alle ein neues Leben angefangen oder sind Raubmördern zum Opfer gefallen. Triebtäter haben sie vielemal aus dem Leben gerissen. Das scheint mir die unerwünschte Wahrheit zu sein. Tausende Frauen sind Opfer, sind vergewaltigt worden, erniedrigt und dann bestenfalls in der Prostitution gelandet. Wer sich dagegen zusehr wehrte ... Dieser Zustand wird bagatellisiert. Die Strafen für solch derartige Vergehen haben keine allzu hohe abschreckende Wirkung. Man kann in alle Länder der Welt schauen - es wird so bleiben. Amstetten wiederholt sich!

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04. Mai 2008 09:04

Geschwafel

herbert scholl (32602)

über Verbrechen,die täglich geschehen.Es stellt sich die Frage,ob die Berichterstattung in den Medien,seit Monaten,ja Jahren immer wiederholend,dem Geschehen dienlich ist nach dem Prinzip,schlechte Nachrichten werden immer gelesen.Der Voyeurismus ist erschreckend.

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04. Mai 2008 01:43

Es ist die Biederkeit

Gerd Fromm (g.fromm)

Es liest sich intelligent und tapfer, was der Autor schreibt, aber er schreibt für diese konservative Zeitung und vermutlich deshalb übersieht er etwas: Dass zumindest das jüngste Verbrechen auch dadurch so lange gelingen konnte, weil keiner nachfragte. Und nachgefragt hat vermutlich keiner, weil sie vermutlich irgendwie doch ins Bild passten, diese Menschen mit dem Hobbykeller. Das fällt doch eigentlich sofort ins Auge, das ist doch die Quintessenz dieser Ekeligkeit: Amstetten in der österreichischen Provinz (man muß sich diese Pampa vorstellen), der Hobbykeller im Heimerker-Chic, Thailand-Urlaub, die gute Nachbarschaft, Inzest.

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03. Mai 2008 23:39

Sehr saubere Analyse

Matthias Gleichmann (Slowhand1968)

Geehrte Frau Schreiber, da muss ich Ihnen widersprechen. Der Autor hat vollkommen Recht, wenn es sagt, daß wir keine neuen Gesetze brauchen, denn Mord und Vergewaltigung sind bereits verboten. Gesetze verhindern diese Taten nicht, genausowenig werden Selbstmordanschläge durch Gesetze verhindert. Was schert jemand, der sich in die Luft sprengen will, denn noch das BGB ? Nein, wir können uns nicht vor solchen Verbrechen schützen. Gleichwohl können wir aber unser gesellschaftliches Klima verbessern, sodaß die reine mathematische Wahrscheinlichkeit solcher Verbrechen abnimmt. Und das ist unser aller Aufgabe.

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03. Mai 2008 21:47

Wie unglaublich zynisch

Ellen Schreiber (bonjourtristesse)

Der Autor glaubt zu wissen, es gäbe keinen Schutz vor solchen Verbrechern und es gäbe bereits genügend Gesetze. Interessant. Mit demselben Zynismus könnte er behaupten, es gäbe keinen Schutz vor Selbstmordattentätern, und es gäbe nichts, was wir noch für die Verbesserung der inneren Sicherheit tun könnten. Allein, daß ein Vergewaltiger nach 15 Jahren wieder eine weiße Weste hat, weil dann das Verbrechen resp. die Verurteilung getilgt ist, ist schon ungeheuerlich. Wieder einmal wird die Ohnmacht auf dem Rücken der Opfer ausgetragen. Das ist ja auch der Weg des geringsten Widerstandes und sehr bequem. Träfe einen so ein Verbrechen persönlich, dann bin ich sicher, man würde sich nicht in dieser Weise äußern.

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