Kriminalstatistik

Daten-Diebstahl und Kontodaten-Klau

Für den Kunden nicht zu erkennen: Das Double der Tastatur speichert Daten

Für den Kunden nicht zu erkennen: Das Double der Tastatur speichert Daten

28. März 2008 Für Verbraucher wächst die Gefahr des Daten-Diebstahls im Internet. Allein beim Kontodaten-Klau, dem sogenannten Phishing, erhöhte sich die Zahl der Fälle um 20 Prozent auf 4200, wie das Bundeskriminalamt (BKA) am Freitag in Wiesbaden mitteilte.

Die Schadenssumme habe im Schnitt zwischen 4000 und 4500 Euro gelegen. Die Gesamtzahl der Straftaten mittels Internet erhöhte sich demnach um acht Prozent auf 180.000. Eine deutliche Zunahme gab es auch beim Betrug mit gefälschten EC-Karten, für die Kriminelle an Geldautomaten die Daten und Geheimnummern von Verbrauchern ausspähen.

Manipulation von Aktiengeschäften

Beim klassischen Kontodaten-Klau im Internet gelangen Betrüger an den Zugang zum Internet-Konto eines Computer-Nutzers und heben dort teils hohe Beträge ab. Der BKA-Experte Mirko Manske verwies aber darauf, dass mittels der Daten und dem entsprechenden Zugriff auf das Aktiendepot von ahnungslosen Verbrauchern auch Aktiengeschäfte manipuliert werden könnten.

Denkbar ist zudem, dass Kriminelle über Internet-Buchungen Urlaubsdaten erfahren und dann zum Zeitpunkt des Urlaubs in die Wohnung einbrechen. Firmen können dadurch geschädigt werden, dass die Daten für Lieferungen gestohlen werden. So wissen die Täter dann genau, wann und wo eine wertvolle Ladung transportiert wird und können etwa einen Lkw ausrauben.

Betrug mit Karten-Doubletten

Größer wird auch die Gefahr, dass Verbrauchern durch Kartenbetrug große Summen von ihrem Konto abgebucht werden. Im vergangenen Jahr registrierte das BKA 1349 Manipulationsversuche an 459 Geldautomaten. Dies entsprach einem Anstieg von 50 Prozent. Durch die Manipulation der Automaten lesen die Täter die Kartendaten über ein Vorsatzgerät am Kartenschlitz und gelangen zugleich über Minikameras an die Geheimzahl.

Diese Manipulationen seien von Laien nicht zu erkennen, sagte BKA-Spezialist Markus Koths. Die Daten werden dann ins Ausland transferiert, wo Doubletten der Karten hergestellt würden. Damit wiederum wird dann Geld abgehoben. In Deutschland entstand so in 70.000 Fällen ein Schaden von rund 21 Millionen Euro. Es wird zugleich von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen.

Zunehmend Manipulationen in Läden

Vermehrt beobachten die Ermittler auch Manipulationen an Kartengeräten in Geschäften. So wurde laut Koths etwa in Hessen bei einem Einbruch in einen Baumarkt ein sogenannter Point-of-Sales-Terminal manipuliert, sodass beim Bezahlen die Daten der Kunden geklaut werden konnten. Dadurch seien die Kriminellen an 1400 Kartendaten gelangt. Der Schaden habe sich auf 1,4 Millionen Euro belaufen.

Text: FAZ.NET mit Material von dpa
Bildmaterial: dpa

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