In dem Video verabschiedet sich der junge Mann mit den Worten: “Good Bye“.

Portrait des Amokläufers

„Computer, Waffen, Sex und Bier“

Ein 22 Jahre alter Mann, der als Herra S. identifiziert wurde und den Nutzernamen „Wumpscut86“ trägt, zeigte sich in Videos mit einer Pistole Walther P22. Sein Youtube-Profil wurde eine Stunde nach der Tat aus dem Netz genommen. Von Philip Eppelsheim

Lesermeinungen zum Beitrag

23. September 2008 20:50

@ Herrn Gösche

Aina Reich (ainareich)

Es ist stark davon auszugehen, dass ein Mensch, der so weit mit sich und der Menschheit abgeschlossen hat auch ohne "zur Gewalt anstachelnde Musik" Amok läuft. Solche Leute sind kaputt und meist sind andere Menschen dafür mitverantwortlich. Einige bringen sich dann aus Verzweiflung einfach um, andere leben ihre Misanthropie vorher noch gewaltsam aus. Musik, die Gewalt thematisieren gibt es genug, auch, weil die Künstler damit etwas ausdrücken, was ihnen widerfährt (und vor allem in z.B. Industrial oder Metal ist das eine Form der Metaphorik!). Und es finden sich Menschen darin wieder. Und das ist ein Problem der Gesellschaft und diese Musik (und auch Filme) ein Spiegel. Die Leute, die solche Menschen kaputt machen sind nach eigener Erfahrung übrigens "normal" und recht sorglos. Wann trägt also endlich mal die Gesellschaft ein bisschen Verantwortung?

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23. September 2008 18:14

Ein :wumpscut: Fan also

Nils Gösche (cartan)

:wumpscut: ist die Ein-Mann-Band von Rudy Ratzinger. Laut der Beschreibung des Albums »Böses junges Fleisch« auf Amazon befinden sich Bilder von Serienmördern auf der CD-Beilage. Na der Künstler darf jetzt wohl besonders stolz auf sich sein... Natürlich darf man Künstler nicht für die Taten ihrer Fans verantwortlich machen. Aber der eine oder andere bekommt jetzt hoffentlich ein paar Zweifel an der Qualität seines künstlerischen Geschmackssinns...

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23. September 2008 16:15

Und einmal wieder ...

Patrick Helmig (Phelmig)

... werden die grausamen Taten emotional und psychisch offenbar schwer geschädigter Täter heruntergespielt und trivialisiert. Der Bezug auf Mediale Vorbilder in Form von Musik, Computerspielen usw. ist fast genauso bedrückend, wie diese Taten selbst. Das es in westlichen Gesellschaften offenbar kein Auffangnetz für Personen gibt die so extrem aus dem Runder laufen spiegelt sich immer wieder in der gleichen Reaktion wieder. Wie wäre es denn mal die letzten Attentäter nicht auf ihren Musikgeschmack zu trivialisieren, sondern ein Mal zusammenzufassen was für andere Ähnlichkeiten bestanden haben könnten. Ich wette, dass die größe der Freundeskreise (klein bis nicht existenziell), der Zustand der Familie (zerstritten, gestorben oder kommunikativ einfach abgekapselt) und der gesellschaftliche Erfolg (Bildungserfolge, Öffentliche Annerkennug jeglicher Art) aller Täter sich viel mehr ähneln als deren Musikgeschmack. Das soziale Außenseiter ausflippen, weil sich keine Sau um sie kümmert klingt für mich danach, dass man sich um solche Außenseiter kümmern müsste. Das Killerspiele spielende Metallhörer ständig amoklaufen hört sich danach an, dass man bloß diese "bösen" medialen Einflüsse eindämmen müsste.

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