Kunstraub

FBI und Dänen retten Rembrandt und Renoir

Das Rembrandt-Selbstporträt hätte 200.000 Dollar kosten sollen

Das Rembrandt-Selbstporträt hätte 200.000 Dollar kosten sollen

18. September 2005 Die amerikanische Bundespolizei FBI und die dänische Polizei haben internationale Kunsträuber ausgetrickst: Ein FBI-Agent gab sich als reicher Kunstsammler und Interessent für ein gestohlenes Rembrandt-Selbstporträt aus. Am Ende konnte der spektakuläre Raub des Rembrandt-Werkes (1606-1669) und zweier Bilder des französischen Impressionisten Pierre-Auguste Renoir (1841-1919) in Stockholm aus dem Jahr 2000 aufgeklärt werden.

Alle drei Kunstwerke wurden sichergestellt. Das berichtete die dänische Polizei am Samstag in Kopenhagen. Vier Männern seien mit dem Rembrandt- Selbstporträt in einem Kopenhagener Hotel festgenommen worden.

Geheimhaltung, Ausdauer und eine Täuschung

Das FBI erläutert stolz die Einzelheiten der Aufklärung des Raubes

Das FBI erläutert stolz die Einzelheiten der Aufklärung des Raubes

Mit Maschinenpistolen bewaffnete Männer hatten die drei Bilder am 22. Dezember 2000 aus dem Stockholmer Nationalmuseum geraubt. Ihr Wert wird auf insgesamt 370 Millionen Kronen (40 Millionen Euro) geschätzt.

Wie die Fahnder am Wochenende in Kopenhagen und Los Angeles sichtlich stolz berichteten, war die Festnahme der vier Kunsträuber und die Sicherstellung des Rembrandt in Kopenhagen nur deshalb möglich, weil vorher monatelang der Fund des Renoir-Bildes „Jeune Parisienne“ geheim gehalten werden konnte. Das zweite Werk von Renoir, „Conversation“, war schon im April 2001 bei einer Drogen-Razzia in Stockholm wieder entdeckt worden.

Den Durchbruch bei der Suche nach dem 1636 entstandenen Rembrandt, dem mit Abstand wertvollsten Beutestück, gelang dem FBI-Agenten. Er hatte nach Polizeiangaben mit den Tätern als angeblicher Kaufinteressent Kontakt aufgenommen. Als ihm das Gemälde für 200.000 Dollar (165.000 Euro) in einem Kopenhagener Hotel verkauft werden sollte, griff die dänische Polizei zu: Das Bild wurde sichergestellt, die vier Männer festgenommen.

Zwei Täter standen bereits zuvor vor Gericht

Wie das FBI in Los Angeles angab, hatten zehn Beamte zwei Jahre lang an der Aufklärung des spektakulären Stockholmer Kunstraubes gearbeitet. Wie das Renoir-Bild im März dieses Jahres sichergestellt werden konnte, wollte die amerikanische Polizei nicht mitteilen. „Es ist einfach so, daß sowohl legal gekaufte wie gestohlene Malereien unheimlich oft in Los Angeles auftauchen“, sagte FBI-Kunstexperte Paul Schaefer der Stockholmer Zeitung „Aftonbladet“.

Zwei der in Schweden lebenden Täter im Alter von 24 bis 29 Jahren hatten schon 2001 mit elf weiteren Männern wegen des Kunstraubes vor Gericht gestanden, waren aber freigesprochen worden. Die beiden aus dem Irak nach Skandinavien gekommenen Männer waren Boxsportler. Einer von ihnen brachte es bis zum schwedischen Landesmeister. Zehn Mitangeklagte erhielten damals Freiheitsstrafen bis zu acht Jahren und wurden zu Schadensersatz in Höhe von knapp 300 Millionen Kronen verurteilt.

Text: dpa
Bildmaterial: AP, REUTERS

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