Fall Madeleine

Familie wurde abgehört

Tongerens Staatsanwältin Vandoren: Belgische Spur ist kalt

Tongerens Staatsanwältin Vandoren: Belgische Spur ist kalt

08. August 2007 Abgehörte Telefongespräche und abgefangene E-Mails der Eltern von Madeleine McCann und ihres „Familienkerns“ haben die portugiesischen und britischen Ermittler angeblich zu der Schlussfolgerung gebracht, dass das am 3. Mai verschwundene vierjährige Mädchen in der Ferienwohnung an der Algarve, wo sie schlief, ums Leben kam. Das berichtete am Mittwoch die Lissaboner Zeitung „Diario de Noticias“.

Unter Berufung auf die Polizei heißt es, dass die Abhöraktion ein wichtiger Teil der „jüngsten Operationen“ in dem Fall gewesen sei. Außerdem würden seit einigen Tagen in der Gegend um den Tatort „neue Untersuchungen zu Lande und zur See“ durchgeführt. Sie sollen jetzt intensiviert werden.

Erst Labortests bringen Gewissheit

Weist Verdächtigungen zurück: Gerry McCann

Weist Verdächtigungen zurück: Gerry McCann

Die portugiesische Polizei warnte am Mittwoch zudem vor voreiligen Schlussfolgerungen. Es sei keineswegs erwiesen, dass die in der Ferienwohnung der Eltern entdeckten Spuren von dem britischen Mädchen stammten. „Erst wenn wir die Ergebnisse der DNA-Tests haben, wissen wir mehr“, sagte ein Polizeisprecher der staatlichen Nachrichtenagentur Lusa. Nach Angaben der Zeitung „Correio da Manhã“ wird es etwa eine Woche dauern, bis die Laborergebnisse vorliegen. Allerdings sei nicht auszuschließen, dass die Genanalyse sich als unmöglich erweise, weil die Probe unzureichend sei. Ähnlich äußerten sich britische Experten zu den Untersuchungen der Spuren in einem Speziallabor in Birmingham. Außerdem könnten die Blutspuren auch von anderen Personen, die das Zimmer benutzt hätten, stammen.

Obwohl die Ermittler angeblich einhellig davon ausgehen, dass die Familie Madeleines abermals befragt werden muss sobald die Laborergebnisse vorliegen, beeilt sich die Polizei zu betonen, dass es bisher keine Verdachtsmomente gegen die Eltern des Kindes gibt. „Die Familie wird
nicht verdächtigt. Das ist die offizielle Position“, betonte Polizeisprecher Olegario Sousa am Mittwoch. Kate und Gerry McCann hatten Verdächtigungen in portugiesischen und britischen Medien am Dienstagabend in einem Interview mit der BBC zurückgewiesen.

Hinweis aus Belgien war falsch

Das angebliche Auftauchen Madeleines in einem Café in der ostbelgischen Stadt Tongeren bestätigte sich nicht. Bei der Untersuchung einer Limonadenflasche, aus der ein Kind getrunken hatte, das von einer Zeugin für „Maddie“ McCann gehalten wurde, sei die DNA eines Mannes gefunden worden, teilte die belgische Staatsanwaltschaft mit. Vermutlich habe dieser vor Verlassen des Cafés die Limonade des Kindes ausgetrunken. Um vollkommene Klarheit zu bekommen, sucht die belgische Polizei weiterhin nach den beiden.

Text: FAZ.NET / wie./F.A.Z.
Bildmaterial: REUTERS

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