08. Mai 2006 Der Millionendieb von Fürstenfeldbruck ist vom Landgericht München II zu einer Haftstrafe von vier Jahren und drei Monaten verurteilt worden. Der mutmaßliche Millionendieb von Fürstenfeldbruck hatte bei Prozeßbeginn ein umfassendes Geständnis abgelegt.
Der ehemalige Chef der dortigen Filiale einer Geldtransportfirma soll am 7. Oktober 2005 aus dem Tresorraum des Unternehmens rund 7,2 Millionen Euro aus Bankenbesitz gestohlen haben und damit nach Kroatien geflüchtet sein.
Nur ein Schulterklopfen war nicht genug
Als Grund für die Tat gab der dreifache Familienvater bei seiner Vernehmung durch die Strafkammer Unzufriedenheit mit seiner Bezahlung an. Seine Frau verfolgte den Prozeß im Zuschauerraum, sie hält weiter zu ihm. Er habe die Filiale erfolgreich aufgebaut, eine Gehaltserhöhung sei im Gespräch gewesen, jedoch nie realisiert worden, sagte der 40 Jahre alte Angeklagte. Ingo S. erschien vor Gericht elegant gekleidet in dunklem Anzug und weißem Hemd. Er habe nur ein Schulterklopfen bekommen und sei zum Abendessen eingeladen worden. Sobald die Rede konkret auf eine Gehaltserhöhung kam, habe es aber geheißen, er verdiene ohnehin zu viel. Das hat mich gefuchst, sagte der 40Jährige vor Gericht aus.
Mit dem gestohlenen Geld habe er eine Existenz mit einer Internet-Café-Kette gründen wollen. Die Polizei kam dem Mann auf die Spur, als er über Handy seine Familie anrief. Zudem wurden zwei Umschläge mit einem fünfstelligen Euro-Betrag abgefangen, die er anonym an seine Frau schickte. Zielfahnder faßten ihn schließlich im kroatischen Zadar, ausgerechnet einer Partnerstadt seiner Heimat Fürstenfeldbruck. Das in Transportsäcken verpackte Geld wog rund 230 Kilo.
Die Staatsanwaltschaft hatte wegen besonders schweren Diebstahls fünfeinhalb Jahre Haft, die Verteidigung drei Jahre Gefängnis wegen Unterschlagung gefordert.
Text: dpa
Bildmaterial: dpa/dpaweb