Mein Nachbar weiss nicht was in meinem Keller vor sich geht und ich weiss nicht was in seinem Keller vor sich geht. Und es soll Jedermanns Privatsphäre geachtet werden. Allerdings haben mein Nachbar und ich keinen engen Umgang miteinander. Freundlich höflich und nett wenn man sich ausserhalb des Hauses trifft. Also darf man den Menschen die nicht in egem Konatkt zur Famillie standen keinen Vorwurf machen. Menschen aus meinem engsten Kontaktkreis waren schon öfters bei mir im Keller. > Was ist mit den Personen die mit der Famillie des F. in engem Kontakt standen? Ehefrau, die anderen Kinder im Hause? Gab es keine Verwandten die im Hause verkehrten? Kann es sein dass eine Ehefrau es nicht merkt wenn ihr Mann regelmäßig zusätzliche Dinge einkauft und diese des Nachts in den Keller bringt? Kann es sein, dass eine Ehefrau 24 Jahre lang Räume des eigenen Hauses nicht betritt und sich dabei von ihrem Eheman daran hindern lässt? So ein Eheman wird dann als nett und freundlich bezeichnet? Oder kann es sein dass die beiden Fälle Kampusch und F. doch etwas gemeinsam haben? Nämlich eine gewisse typische Lebensmentalität des intressenlosen wegschauens? m.E. erzählt uns diese Kampusch eine Lügengeschichte.
Zuviel Menschlichkeit würde ich sagen. Nur der Mensch kann seinen eigenen Kindern das antun, was Jodef F. getan hat. Nur der Mensch ist in der Lage Tochter und Kinder über Jahre, ja Jahrzehnte in einem Kellerloch gefangen zu halten und dahin vegetieren zu lassen. Nur der Mensch kann andere so täuschen, daß solche Vorkommnisse unentdeckt bleiben. Zu viel Menschlichkeit auch bei den Behörden: Wegschauen, Fragen nicht nachgehen, Erklärungen akzeptieren, da das der einfachste Weg ist. Menschlichkeit hat zwei Seiten, Josef F. hat die dunkle Seite in extremer Form gezeigt.
Ein Funken Menschlichkeit? Mir wird es speiübel, wenn ich sowas als Überschrift lese. Vor lauter Resozialisierung und Tätersympathie geht uns der Verstand verloren. Wie auch schon früher in Josef F.´s Täterkarriere: Naja, so ne Vergewaltigung ist halt mal ein Ausrutscher, das tilgt man mal kurzerhand aus der Akte. Nicht daß der arme Josef F. in seinem Leben noch benachteiligt wird, nein. Mir platzt der Kragen, wenn ich sowas höre, vielleicht hatte er ja noch eine schlimme Kindheit und war nur selbst Opfer seiner Vergangenheit! Auf die Gefahr hin, als Faschist abgestempelt zu werden: Kastriert solche Bestien in Menschengestalt und laßt sie nie wieder aus dem Bunker!
Wann wird endlich ein europaweites Gesetz erlassen, dass diejenigen Medien, die ihre Reporter nicht daran hindert, derartige Opfer zu belästigen, geschlossen und Reportern, die es dennoch versuchen, mit lebenslanger Haft bestraft werden?
Wird ein solcher Fall öffentlich, schreien sofort jede Menge Leute auf und fordern, die Nachbarn, der ganze Ort, ja die gesamte Gesellschaft solle gefälligst genauer hinschauen und nicht so sehr verdrängen. Wo sind denn diese und andere Leute, wenn es um das Thema der Einwanderung geht?? Was für gewaltige Verdrängungskräfte wirken eigentlich gerade bei uns in Europa, wo wir gerade Millionen von Muslimen als Zuwanderer hereinlassen, bei denen ein selbstherrlich über seine Familie herrschender Tyrann keinen gesellschaftlichen Aufschrei und Ekel auslöst, sondern völlig legitim ist. Überall wird weggeschaut: Ehrenmorde, Macho-Gewalt, Zwangsverheiratungen, Genitalverstümmelungen, eingesperrte Frauen ohne irgendwelche Freiheiten, die zur Haushaltsführung und zur Triebbefriedigung ihres Hausherren gehalten werden. Überall wird weggeschaut! Alles sind immer nur Einzelfälle, ständig, immer wieder!! Das ist bei uns ein Thema, bei dem viele sehr beredt wegsehen und sehr laut schweigen, nicht wahr? Den meisten ist es unangenehm überhaupt darauf angesprochen zu werden, wie sieht es bei Ihnen aus??
Ich denke, dass die Familie durch die Veröffentlichung von Namen, Bildern und Details keinen Schaden nehmen wird. Die Opfer dieses Haustyrannen sind von der Öffentlichkeit abgeschottet und werden von dem Medienrummel sicherlich nichts mitbekommen. Die sechs Kinder sind ja zum Teil noch nicht einmal registriert, es wird hoffentlich selbstverständlich sein, dass sie eine andere Identität bekommen, es gibt ja auch noch keine Geburtsurkunden. Auch die übrigen Angehörigen werden den Namen Fritzl ablegen und auch bei der Suche eines neuen Wohnortes Unterstützung finden.
Ich hoffe nur, dass die Opfer die im Kellerverlies eingesperret waren, über genügend Stärke verfügen, um das was auf sie jetzt zu kommt, zu verkraften und zu verarbeiten. Und ich hoffe, dass sie einer, vor dem was auf sie jetzt zu kommt, schützt. Damit meine ich die Medien, die sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst werden sollten, und den Opfer die Möglichkeit ihre neu gewonnene Freiheit zu gestalten und nicht zu vermarkten.
Medien wie Bild und Stern zeigen Privatphotos (mit geringfügiger bis gar keiner Unkenntlichmachung) der Opfer und deren ungekürzten Namen. Wo bleibt die offensive Ächtung und kategorische Distanzierung der seriösen Presse gegenüber solchen Mitbewerbern? Die Leben der Opfer sind doch schon tausendfach zerstört, muss man ihnen jetzt noch ins Gesicht spucken? Dieser Vorwurf ist nicht auf die FAZ bezogen - ich würde mir jedoch wünschen mit den Mitbewerbern hier scharf ins Gericht zu gehen!
man kann es in den Einzelheiten nicht mehr hören. Es ist zum Kotzen und gehört nicht auf eine derart hervorgehobene Stelle in den Berichterstattung aller Medien. Das ist Voyeurismus pur. Keiner weiß was genaues. Alle mutmaßen, Schuldige werden an den Stammtischen gehandelt. Lüstern mit Gänsehaut werden Mutmaßungen ausgetauscht. Die hysterische Öffentlichkeit kann an den Geschehnissen nichts ändern, die Leiden der Betroffenen niemals mehr rückgängig machen. Lynchjustiz ist abgeschafft und selbst eine journalistische Hinrichtung in Form eines Fortsetzungsromanes kann keine Sühne oder Hilfe sein. Zu spät! Sollen die ihre Arbeit machen, die sie tun müssen und sollen sie es mit Bedacht und rückhaltlos tun. Die Opfer haben Anspruch auf Schutz vor der Öffentlichkeit.
Was mich unter anderem interessieren würde, ist, inwieweit Elisabeth F. beim Eintreffen im Krankenhaus in der Lage war, sich zu artikulieren? Ich meine, 24 Jahre ohne echten Kontakt zur Außenwelt (nur passiv durch Fensehen), ohne aktive Sprachübung müssen Spuren hinterlassen an der Fähigkeit des Mundes, Wörter auszuformulieren. Wie war sie in der Lage, den Ärzten im Krankenhaus zu sagen, dass sie ein Gespräch unter vier Augen wünsche und nie wieder Kontakt mit ihrem Vater haben wolle?
Ich denke, daß man versucht ist, hier systematisches Behördenversagen oder schuldhafte Passivität der Nachbarn etc. anzunehmen, weil man schockiert ist über die mangelnden Hindernisse, die einen Täter wie Josef F. hätten aufhalten müssen, wenigstens nach einer Zeit. Genau wie Frau Neumann bin ich jedoch absolut überzeugt davon, daß es sehr naiv wäre, anzunehmen, daß der große Teil familiärer Verbrechen überhaupt von der Umgebung bemerkt wirkt.
Hier ist viele Jahre lang perfide geplant worden, architektonisch wurde eine Szenerie geschaffen, die dafür sorgte, daß das betr. Haus genauso gut weit abgelegen in Kanada hätte stehen können. Was die Natur des Menschen betrifft, so ist diese Dr. Jekyll & Mr. Hyde-Konstellation ebensowenig neu wie die Grausamkeit der Verbrechen, man denke an Konzentrationslager im 3. Reich, nur eines von vielen Beispielen.Auch die Big-Brother-Überwachung, wie wir sie bald haben werden, wird solche Dinge leider nicht vollständig verhindern können. Man sollte sich jedoch auf die harte Bestrafung des Täters konzentrieren, statt über die Schuld von Nachbarn oder der Stadt Amstetten zu spekulieren. Ich habe heute morgen etwas von 15 Jahren gehört, das wäre weniger, als er seine Tochter im Keller gefangen hielt.
Das Verhalten gewisser Behörden (bzw der österreichischen Gesetzgebung) aber nicht !
Wie kann eine Verurteilung (!) wegen Vergewaltigung getilgt werden mit der Folge,daß der Täter nach der Tilgung wie ein völlig unbescholtener Mensch alles tun kann,zB auch Kinder adoptieren?!
Sicher,nach Verbüßung einer Haftstrafe -obwohl man sich über das Strafmaß gewisser Taten mit Fug und Recht unterhalten könnte-gilt ein Mensch als "resozialisiert".
Es gibt aber gewisse Bereiche,die gewisse Tabus erfordern dürften.
Und bei einem Vergewaltiger oder etwa einem Kindesentführer dürfte eine spätere Adoption doch wohl für alle Zeiten tabu sein ?!
Ohne die gewährte Adoption aber wäre der Fall mit Sicherheit viel früher "aufgeflogen" !
Was wissen wir alle denn darüber, was unsere Nachbarn im Keller treiben? Will denn wirklich einer (insonderheit die beiden vorherigen Kommentatoren) im Ernst behaupten, er könne exakt sagen, was bei seinen Nachbarn im Haus geschieht? Will einer die Hand dafür in's Feuer legen, daß dort alles in Ordnung ist? Wie ist es andersherum? Wissen die Nachbarn über unsere Keller Bescheid?
Wir lassen unsere Nachbarn in Ruhe, weil auch wir in Ruhe gelassen werden wollen. Das ist kein Wegschauen, sondern das Recht auf Privatsphäre.
Und natürlich kann ein Mensch, der entsetzlich Böses tut, auf der anderen Seite liebenswert und hilfsbereit sein. Wer das nicht annimmt, geht solchen Leuten erst recht auf den Leim.
Daß das Jugendamt bei drei Findelkindern hellhörig hätte werden müssen, sehe ich auch so. Wir wissen aber nicht, was die Behörde tatsächlich gemacht hat. Vielleicht hat sie ja ernsthaft nachgeforscht, und dabei ist die Finte von F. eben nicht aufgeflogen. Das wäre dann keine Amtsdummheit, sondern Ausweis krimineller Geschicktheit.
Die Ehefrau und die Familie müssen dagegen dermaßen eingeschüchtert worden sein, daß sie nichts wissen wollten. Das soll ein Psychologe erklären.
ein solches ausmaß menschlichen ekels und wahrer menschenfeindlichkeit ist mir unbegreiflich.die abgründe menschlichen handelns und denkens sind scheinbar grenzenlos.zu wünschen bleibt, dass gute psychologische begleitung ein reales leben ermöglichen kann.das ausmaß des urteils bleibt meiner meinung nach unerheblich für die entlastung der betroffenen.schon in früheren fällen gab es juristisch keine höchststrafe, die in kleinster relation zum tatausmaß stehen konnte.das macht mir deutlich bewusst, dass ein "das gab es noch nie und schien undenkbar" immer weniger geben wird und ich stelle mir die frage, welchen schutz ich selbst/meine umgebung etc. überhaupt bieten kann.ich bin erschüttert.
Ich verstehe etwas nicht: Da wird jahrelang weggeschaut, nicht nachgefragt und es wird Erschütterung und Betroffenheit gezeigt.
Aber:
Wer von denen, die auf die Nachbarn und Familienmiglieder zeigen, hätte in so einem Dorf anders reagiert? Ich mag die Betroffenheit der Betroffenheitszeiger, so nicht glauben.
Von der einen Seite heisst es, man soll hinschauen, lieber zweimal hin, als einmal weg, anderseits wird sich Einmischung verbeten. Oft genug werden Anzeigen missbraucht (selber erlebt, leider), kein Wunder, wenn nicht nachgeschaut wird.
Kinder- und Jugenschutz ist eine sensible Angelegenheit. Mit Holzhammer kommt man nicht weiter.