Ein deutsches Frachtschiff ist vor der Küste Somalias vermutlich von Piraten entführt worden. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes bestätigte am Freitag, dass seit Donnerstag ein zu einer deutschen Reederei gehörendes Frachtschiff in somalischen Gewässern vermisst werde. Der Frachter sei unter der Flagge von Antigua und Barbuda gefahren. Deutsche Staatsangehörige seien nicht an Bord. Das Ministerium halte engen Kontakt zu der betroffenen Reederei.
Die Internationale Schifffahrtsbehörde (IMB) in Kuala Lumpur hatte am Donnerstag mitgeteilt, ein unter der Flagge von Antigua und Barbuda fahrender deutscher Frachter sei am Donnerstag in der Mittagszeit von Piraten gekapert worden. Seit dem 20. Juli wurden insgesamt sieben Handelsschiffe im Golf von Aden zwischen Somalia und dem Jemen von Piraten entführt. Am Dienstag hatten Piraten einen malaysischen Frachter mit 39 Besatzungsmitgliedern gekapert, am Donnerstag brachten Piraten außer dem deutschen auch einen iranischen und einen japanischen Frachter in ihre Gewalt.
Damit hat die Piraterie vor der somalischen Küste ein noch nie dagewesenes Ausmaß erreicht. Der Leiter der für Piraterie zuständigen IMB-Abteilung Noel Choong, appellierten an die Vereinten Nationen, für die Sicherheit in der vielbefahrenen Schifffahrtsstraße zu sorgen.
Das IMB rief die Besatzungen aller Schiffe im Golf von Aden zu erhöhter Wachsamkeit auf. Sie wurden angewiesen, das Seegebiet rund um die Uhr auf Sicht und mit Radar nach verdächtigen Schiffen abzusuchen. Die Piraten seien vermutlich mit zwei größeren Schiffen in dem Gebiet unterwegs.
Text: FAZ.NET
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