09. August 2008 Die beiden von somalischen Piraten entführten deutschen Segler sind nach knapp sieben Wochen Geiselhaft wieder in deutscher Obhut. Sie befänden sich in der deutschen Botschaft in Nairobi und würden dort intensiv betreut, teilte der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Jens Plötner, am Samstag in Berlin mit.
Die Befreiten sind von den Strapazen der Geiselhaft gezeichnet, aber es geht beiden den Umständen entsprechend gut, hieß es in der Mitteilung weiter. Beide seien erleichtert, nach Wochen der Angst und der Ungewissheit wieder in Freiheit zu sein. Der Sprecher dankte insbesondere auch den Vertretern der Region Puntland für ihre Bemühungen um eine Befreiung der Geiseln.
Offenbar Lösegeld gezahlt

Die Grafik zeigt den Ort der Entführung vor der Küste Somalias. Anschließend wurden die Geiseln in die Berge verschleppt.
Der 63 Jahre alte Jürgen K. und die 51 Jahre alte Sabine M. waren am 23. Juni auf ihrem Segelboot vor der Küste Somalias entführt worden, als sie zwischen dem Jemen und Somalia durch den Golf von Aden segelten. Die Freilassung der beiden Deutschen sei am Freitagabend ausgehandelt worden, sagte der an der Aktion beteiligte Stammesälteste Mohamed Scheich Hassan in Mogadischu.
Ob Lösegeld gezahlt wurde, sagte Hassan nicht. Die Piraten hatten nach der Entführung zwei Millionen Dollar für die Freilassung ihrer Geiseln gefordert. Nach Angaben der somalischen Behörden wurde ein Lösegeld von einer Million Dollar (etwa 666.500 Euro) gezahlt. Ein Vermittler erklärte, die Seeräuber hätten davon jedoch nur 600.000 Dollar erhalten. Den Rest hätten die Behörden von Puntland kassiert. Unklar ist, wer das Geld gezahlt hat.
Text: FAZ.NET mit Material von AP, dpa
Bildmaterial: dpa, REUTERS