Haftbefehle erlassen

Münchner U-Bahn-Schläger zeigen keine Reue

“Beispiellose Brutalität“: U-Bahn-Schläger sind inhaftiert

"Beispiellose Brutalität": U-Bahn-Schläger sind inhaftiert

24. Dezember 2007 Nach dem Überfall auf einen 76 Jahre alten Rentner in einem Münchner U-Bahnhof ist am Montag gegen die beiden Tatverdächtigen Haftbefehl wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung erlassen worden. Der 17 Jahre alte Grieche und der 20 Jahre alte Türke bleiben bis zu ihrer Verhandlung in Untersuchungshaft. Die beiden hatten die Tat nach ihrer Festnahme gestanden. Sie zeigten aber weiterhin keine Reue, sagte ein Polizeisprecher.

Die jungen Männer, die schon wegen zahlreicher Straftaten bekannt sind, hatten den Rentner am Donnerstag an der U-Bahnstation Arabellapark angegriffen und dann mehrfach auf den am Boden liegenden 76-Jährigen eingetreten. Der Mann erlitt dabei Schädelfrakturen mit Einblutungen in das Gehirn. Mögliche Spätfolgen sind noch nicht absehbar, sein Zustand ist nach Angaben der Ärzte inzwischen aber stabil. Es soll keine Lebensgefahr mehr bestehen.

Minister: „Nicht so nachsichtig sein“

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) kündigte ein hartes Vorgehen an. „Wenn es rechtlich möglich ist, werden wir den türkischen Straftäter ausweisen. Bei dem anderen haben wir keine Handhabe, weil er EU-Bürger ist“, sagte er. Herrmann fügte hinzu: „Wir müssen die Bevölkerung vor solchen Gewalttätern schützen. Die beiden hätten längst hinter Schloss und Riegel gehört.“

Nur weil es sich um Jugendliche handelt, könne man „nicht so nachsichtig sein“, sagte Herrmann. Deshalb sei er dafür, die Höchststrafe für solche extremen Gewalttaten von zehn auf fünfzehn Jahre zu erhöhen. Offensichtlich sei bei den früheren Vergehen der beiden zu milde verfahren worden, kritisierte der CSU-Politiker.

Als „Scheiß Deutscher“ beschimpft

Der Rentner hatte die beiden Männer gebeten, im U-Bahn-Waggon nicht zu rauchen. Daraufhin beschimpften sie ihn als „Scheiß Deutscher“ und bespuckten ihn. Als der 76-Jährige an der Endhaltestelle ausstieg, folgten ihm die beiden und griffen ihn von hinten an. Dann flüchten die Täter mit seinem Rucksack.

Eine Überwachungskamera in dem U-Bahnhof hatte den Überfall aufgezeichnet. Die Polizei veröffentlichte das Video über die Medien, es meldete sich aber kein Zeuge. Schließlich kamen die Ermittler der Mordkommission den Tätern über ein gestohlenes Handy auf die Spur. Kurz bevor die beiden in die U-Bahn eingestiegen waren, hatte der 20 Jahre alte Türke einem Mann das Mobiltelefon gestohlen.

Handy-Telefonat verrät die Täter

Die Beschreibung des Handy-Diebs traf auf einen der beiden Täter auf dem Video zu. Die Polizei ließ das Handy überwachen und kam so auf die Spur des Türken. Der Mann hatte sich bei seiner Freundin versteckt, nachdem er durch die Medien von der Fahndung erfahren hatte. Die Beamten nahmen den 20-Jährigen in der Nacht zum Sonntag in der Wohnung fest.

In seiner Vernehmung nannte er der Polizei den Griechen als Mittäter. Der 17-Jährige wurde einige Stunden später in der Wohnung seiner Eltern festgenommen. Bei ihrer Vernehmung sagten beide aus, sie seien
betrunken gewesen und hätten sich von dem Rentner provoziert gefühlt.

Text: FAZ.NET mit Material von dpa
Bildmaterial: dpa

© Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH 2009.
Alle Rechte vorbehalten.
Vervielfältigungs- und Nutzungsrechte erwerben
Verlagsinformation

Sie möchten Zuschuss zur Ihrer neuen Brille? Vergleichen Sie jetzt online einfach und bequem verschiedene Krankenzusatzversicherungen und sparen Sie bares Geld!

FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche