18. Dezember 2007 Vier Monate nach dem Sechsfachmord der Mafia in Duisburg hat die Polizei mehrere Verdächtige verhaftet. Nach gemeinsamen Angaben der italienischen und deutschen Behörden wurden fünf Haftbefehle vollstreckt, zwei davon in Oberhausen sowie in Frechen bei Köln.
Mafia-Mitglied Giovanni Strangio, der hinter dem Blutbad von Duisburg mit sechs Toten stecken soll, sei nicht unter den Verhafteten. Er und ein mutmaßlicher Komplize, dessen Identität unbekannt ist, werden weiter gesucht, hieß es.
Angehörige des 'Ndrangheta-Clans
Die Haftbefehle richten sich gegen Angehörige des süditalienischen 'Ndrangheta-Clans Nirta-Strangio. Der Clan, der auch in Deutschland aktiv ist, wird von den italienischen Behörden verantwortlich gemacht für die Duisburger Morde. Hintergrund ist ein seit Jahren tobender Kampf zwischen den beiden rivalisierenden Familienclans Nirta- Strangio und Vottari-Pelle-Romeo, der im Gebiet Kalabriens bereits zu mehreren Tötungsdelikten geführt hat. Am 15. August waren vor einer Pizzeria in Duisburg sechs italienische Mitglieder des Vottari-Pelle- Romeo-Clans mit Schnellfeuerwaffen erschossen worden.
Im Laufe der vergangenen Nacht wurden laut Polizei sowohl in Italien als auch in Deutschland durch die italienische und die nordrhein-westfälische Polizei fünf Haftbefehle vollstreckt, die ein Ermittlungsrichter in Reggio Calabria erlassen hatte.
Nähere Informationen über die Polizeiaktionen in NRW gab es zunächst nicht. Nach Angaben der italienischen Behörden stellen die Festnahmen eine Fortsetzung der Ermittlungen dar, die bereits Ende August zur Festnahme von 30 wichtigen Mitgliedern der beiden rivalisierenden Clans geführt hatte.
Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AP
