Polizistenmord von Heilbronn

DNA-Spuren ausgewertet: Suche nach Frau

16. Juni 2007 Sieben Wochen nach dem Mord an einer Polizistin in Heilbronn hat die österreichische Polizei am Samstag zwei Verdächtige festgenommen, die Kontakt zu der gesuchten Mörderin hätten, deren DNA-Spur am Polizeiauto in Heilbronn gefunden wurde. Es handele sich um einen Serben und einen Polen, die aber noch keinerlei Aussage gemacht hätten, hieß es.

Eine DNA-Analyse hatte deutsche Ermittler zuvor auf die Spur einer gesuchten Serientäterin gebracht. Die Frau soll einer Bande angehören, zu deren Mitgliedern auch die beiden Festgenommenen zählen. Sie konnte zunächst nicht gefasst werden.

„Die Spitze des Eisbergs“

Nach Angaben der österreichischen Polizei sei die Gesuchte „äußerst brutal“ und „die Spitze des Eisbergs“. Nach einer langen Durststrecke stünden die Ermittler mit der „extrem wichtigen Spur“ nun vor einem „Durchbruch“, sagte ein Polizeibeamter am Samstag in Heilbronn.

Der gesuchten Frau würden bereits zahlreiche schwere Verbrechen angelastet. Dasselbe DNA-Material sei an mehreren Tatorten gefunden worden, unter anderem auch bei einem Mordfall in Freiburg und einem Autodiebstahl in Heilbronn. Es gebe Abklärungen mit der Polizei in Freiburg, wo 2001 ein Mann Opfer eines Raubmordes geworden war und mit Behörden in Österreich.

Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich bei dem Täter um einen Mann handele, liege nur noch im Promille-Bereich. Die Polizei gehe aber von zwei Tatverdächtigen aus. Nach Informationen der „Bild-Zeitung“ werden der Gesuchten unter anderem zwei Morde und ein Mordversuch sowie weitere Straftaten an insgesamt 22 Tatorten zur Last gelegt.

Der 22-jährigen Polizistin und ihrem 24 Jahre alten Kollegen war Ende April aus nächster Nähe in den Kopf geschossen worden. Der Kollege überlebte mit schweren Verletzungen und ist vor kurzem aus dem Koma erwacht. Er kann sich aber nicht an die Tat erinnern. Die DNA-Spuren waren an dem Streifenwagen der Beamten gefunden worden.



Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AP, dpa

 
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