„Einige Diskrepanzen“

Portugiesische Polizei verhört abermals Eltern von Madeleine

Von Leo Wieland

Die Befragung der Engländer Kate und Gerry McCann hat etwa eine Stunde gedauert

Die Befragung der Engländer Kate und Gerry McCann hat etwa eine Stunde gedauert

09. August 2007 Die portugiesische Kriminalpolizei hat am Mittwochabend abermals die Eltern der seit dem 3. Mai vermissten vierjährigen Madeleine McCann vernommen. Wie portugiesische Zeitungen am Donnerstag unter Berufung auf Quellen bei den Behörden berichteten, habe die Befragung der Engländer Kate und Gerry McCann etwa eine Stunde gedauert.

Es sei dabei vor allem darum gegangen, „einige Diskrepanzen“ zwischen ihren früheren Aussagen und denen einiger ihrer Bekannten zu klären. Das Hauptinteresse der Ermittler gilt jetzt offenbar den drei Stunden, bevor die Eltern ihre drei Kinder im Schlafzimmer ihrer Ferienwohnung zurückließen, um mit Freunden in einem nahen Restaurant zu Abend zu essen.

Wie, mit wem und wo?

Die Polizei möchte offenkundig genauer wissen, wie, mit wem und wo sie diese Zeit verbracht haben. Die McCanns haben zuvor ausgesagt, dass sie während dieser Stunden zuhause gewesen seien, um sicherzustellen, dass bei den Kindern alles in Ordnung war.

Derweil gehen die Bemühungen weiter, mit Hilfe von DNA-Analysen festzustellen, ob es sich bei den erst vor kurzem in dem Schlafzimmer entdeckten Blutspuren, um das Blut des kleinen Mädchens handelt. Die von englischen Spürhunden entdeckten Proben wurden inzwischen nach Birmingham geschickt, weil in Portugal die technischen Voraussetzungen dafür angeblich nicht gegeben sind. Ein Ergebnis wird bis zum Wochenende erwartet.

Spezialist für Meeresströmungen

Die neue gemeinsame Suche der portugiesischen und britischen Polizei (mit jenen Hunden) um den Ferienort und auch am Strand wird fortgesetzt. Ferner wurde ein Spezialist für Meeresströmungen eingeschaltet, um eventuelle weitere Nachforschungen nach einem Leichnam im Wasser zu erleichtern.

Während die portugiesische Polizei nach Medienberichten weiterhin annehme, dass Madeleine am 3. Mai nicht entführt worden sondern gestorben sei, geben sich die Eltern fest davon überzeugt, dass ihre Tochter noch am Leben sei.

Das Verhältnis zwischen den McCanns, die während ihrer internationalen Suchkampagne bis zum Papst nach Rom gelangt war, und den zuvor von ihnen aufmerksam behandelten Reportern, ist nach den Schlagzeilen der letzten Tagen gespannt geworden. Zum dritten Mal wechselten sie nun auch ihren „Sprecher“ aus.

Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AFP

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