25. Oktober 2004 Im Prozeß um sexuellen Mißbrauch gegen Nachfahren der Meuterer von der Bounty auf der Pazifikinsel Pitcairn sind sechs der sieben Angeklagten schuldig gesprochen worden. Unter ihnen ist auch der Bürgermeister des Eilandes, Steve Christian, der nach Ansicht des Gerichts fünf junge Mädchen zum Sex zwang, wie der australische Rundfunksender ABC am Montag meldete. Sein Sohn Randy wurde wegen vier Vergewaltigungen für schuldig befunden. Das Strafmaß soll im Laufe der Woche verkündet werden.
Mit den sieben Angeklagten mußte sich rund die Hälfte der männlichen Erwachsenen Pitcairns vor Gericht verantworten. Auf dem zu Großbritannien gehörenden Eiland, auf halbem Weg zwischen Neuseeland und Südamerika gelegen, leben nur 48 Menschen. Britische Staatsanwälte hatten den Angeklagten mehr als 50 Mißbrauchsfälle zur Last gelegt, von denen manche bis zu 40 Jahre zurückreichen.
Pitcairn einst Zuflucht vor der Justiz
Steve Christian ist ein Nachfahre von Fletcher Christian, dem Anführer der Meuterer von der Bounty. Er war im Januar 1790 mit acht weiteren Meuterern, sechs Männern und zwölf Frauen aus Tahiti sowie einem Kind auf der Flucht vor der britischen Justiz in Pitcairn an Land gegangen. Bei ihrem Aufstand im Jahr zuvor hatte ein Teil der Bounty-Besatzung Kapitän William Bligh mit ein paar Getreuen und wenigen Vorräten mitten im Pazifik ausgesetzt.
Text: FAZ.NET mit Material von dpa
Bildmaterial: AP, REUTERS