03. Januar 2008 Nur wenige Stunden nach dem Fund eines erfrorenen Säuglings vor einer Babyklappe in Hannover ist in der Nacht zum Donnerstag in Karlsruhe ein totes Kind in eine Babyklappe gelegt worden. Nach Polizeiangaben war das Baby einige Stunden zuvor lebend zur Welt gekommen.
Nach ersten Ermittlungen sei es aber schon tot in der Babyklappe hinterlassen worden. Der Säugling habe keine äußeren Verletzungen gehabt, teilte die Polizei mit. Es seien Ermittlungen wegen Totschlags aufgenommen worden.
Hannover: Ermittlungen gegen unbekannt
Am Mittwoch war in Hannover ein toter Säuglings vor einer Babyklappe entdeckt worden. Dort hat die Staatsanwaltschaft Hannover ein Ermittlungsverfahren gegen unbekannt eingeleitet. Ermittelt wird wegen fahrlässiger Tötung, sagte Staatsanwältin Kathrin Söfker am Donnerstag. Zudem versuche man die Identität der Mutter des Neugeborenen zu klären, die ihr Kind möglicherweise vor der Babyklappe abgelegt habe. Der Junge war am Mittwochmittag gefunden worden. Nach dem Ergebnis der Obduktion starb er an Kälte oder mangelnder Versorgung mit Milch.
Das Kind sei wahrscheinlich in der Nacht zum Mittwoch vor der Babyklappe abgelegt worden, sagte die Staatsanwältin. Ob es zu diesem Zeit noch gelebt habe, habe die Obduktion nicht klären können. Fest stehe allerdings, dass der Junge nach der Geburt gelebt habe und auch voll lebensfähig gewesen sei.
Mechanismus der Klappe nicht verstanden?
Für eine vorsätzlichen Tötung des Säuglings gebe es keinerlei Anhaltspunkte. Um das Kind erfrieren zulassen, hätte man es nicht zu der Babyklappe bringen müssen, sagte die Staatsanwältin. Über die Gründe, die zum Ablegen des Kindes geführt hätten, könne man bislang nur spekulieren. Möglicherweise sei der Mechanismus der Babyklappe nicht verstanden worden. Hierbei sei auch der psychische Zustand der betroffenen Person zu berücksichtigen.
Außerdem werde die Klappe noch auf ihre Funktionsfähigkeit überprüft. Hinweise auf die Eltern des Neugeborenen sind nach Angaben der Staatsanwältin bislang nicht eingegangen. Bei dem Säugling waren ein Stoffbeutel, ein langärmeliges T-Shirt und ein bedrucktes Frotteetuch gefunden worden. Die Babyklappe auf dem Gelände eines Krankenhauses wird von einem evangelischen Netzwerk betrieben.
Text: FAZ.NET
Bildmaterial: ddp, dpa