20. November 2006 Die Leiche des Amokläufers an der Geschwister-Scholl-Realschule in Emsdetten ist am Montag abend geborgen worden. Am Körper des 18jährigen seien drei Rohrbomben gefunden worden, sagte Oberstaatsanwalt Wolfgang Schweer im ZDF. Die Leiche solle nun in der Gerichtsmedizin untersucht werden.
Insgesamt habe man 13 Sprengkörper gefunden, sagte Schweer. Fünf seien in einem Rucksack in der Nähe der Leiche deponiert gewesen, vier im Auto des Täters. Eine Bombe habe die Polizei in der Schule zur Explosion gebracht.
Zahl der Verletzten gestiegen
Bei dem Toten habe man zudem drei Vorderladergewehre und ein abgesägtes Kleinkalibergewehr gefunden. Woher die Waffen und die Bomben stammen, sei noch unklar, sagte Schweer. Die Rauchbomben, die der Täter zu Beginn des Amoklaufes in die Schule geworfen hatte, stammten anscheinend nicht aus Bundeswehrbeständen.
Die Eltern des Täters seien wegen Schocks in ärztlicher Behandlung und hätten noch nicht befragt werden können, sagte Schweer. Vor dem Jugendgericht in Rheine war für den (morgigen) Dienstag eine Hauptverhandlung angesetzt, in der sich der 18 Jahre alte Schüler wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz verantworten sollte.
Unterdessen hat sich die Zahl der Verletzten erhöht. Neben 16 Polizisten seien weitere 21 Menschen aus der Schule, darunter 19 Schüler, verletzt worden. Die meisten erlitten Rauchgasvergiftungen oder einen Schock. Der Hausmeister erlitt einen Bauschschuß.
Text: FAZ.NET
Bildmaterial: dpa