Weitere vier Wochen U-Haft für Marco W.

Anwalt legt nicht übersetzte Aussage vor

26. Oktober 2007 Der Missbrauchprozess gegen den deutschen Schüler Marco ist am Freitag im türkischen Antalya abermals vertagt worden. Der 17-Jährige aus dem niedersächsischen Uelzen bleibe weiter in Untersuchungshaft, sagte eine Gerichtssprecherin. Das Verfahren solle am 20. November fortgesetzt werden.

Zuvor hatte der Anwalt des mutmaßlichen Opfers Charlotte deren Aussage dem Gericht im türkischen Antalya vorgelegt. Die 170-seitige Vernehmung der 13 Jahre alten Britin sowie ihrer Schwester und ihrer Mutter sei allerdings auf Englisch protokolliert, erklärte Anwalt Ömer Aycan.

Keine Verwendung

Vor einer Übersetzung ins Türkische kann sie in dem Verfahren nicht verwendet werden. Die Britin war nach einem Rechtshilfeersuchen in ihrer Heimat vernommen worden. Dem 17 Jahre alten Marco W. aus Uelzen wird vorgeworfen, Charlotte in den vergangenen Osterferien sexuell missbraucht zu haben. Der Junge bestreitet das.

Die Anwälte des deutschen Schülers wollen nun den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte einschalten. Sie rechneten nicht mehr mit einer schnellen Freilassung Marcos, sondern erwarteten, dass sich das Verfahren bis ins kommende Jahr hinziehen werde, sagte Anwalt Michael Nagel in Antalya. Das dortige Gericht hatte den Prozess auf den 20. November vertagt.

Marco wird beschuldigt, die 13-jährige Britin Charlotte missbraucht zu haben. Marcos Anwälte baten die Mutter des Mädchens, mit ihnen Kontakt aufzunehmen, um der Situation eine Ende zu bereiten.



Text: FAZ.NET
Bildmaterial: dpa

 
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