26. März 2006 Auf einer Zombie-Fete in Seattle hat am Samstag ein Amokläufer sechs junge Menschen erschossen, bevor er sich selbst das Leben nahm. Einer von zwei Verletzten befand sich am Sonntag noch immer in Lebensgefahr. Der schwarz gekleidete und schwerbewaffnete Täter ging nach Polizeiangaben durch das Haus und gab wiederholt Schüsse ab. Dabei tötete er vier Männer und zwei Frauen. Ein solches Verbrechen, so ein Polizeisprecher, habe die Stadt seit 1983 nicht mehr gesehen, als 13 Menschen bei einem Überfall auf einen Spielclub getötet wurden.
Wie die Tageszeitung Seattle Post-Intelligencer berichtet, hatten in der Nacht vor der Tat mehr als 1000 Jugendliche eine Zombie-Party gefeiert. Die Gäste hätten sich als Tote verkleidet und geschminkt. Der Täter sei dann von einer Gruppe zu einer Nach-Party eingeladen worden und habe sich vollkommen ruhig verhalten. Nach Polizeiangaben verließ der junge Mann nach einer durchfeierten Nacht morgens um sieben Uhr plötzlich das Haus und kehrte zehn Minuten später mit zwei Waffen und einem Patronengürtel zurück. Auf dem Weg zu dem Haus sprühte er das Wort Now (Jetzt) in Orange auf die Treppenstufen von drei benachbarten Häusern.
Angesichts der Polizei erschoß er sich
In dem Haus hielten sich rund 30 Partygänger auf, alle waren Jugendliche oder junge Erwachsene bis Mitte 20. Der Täter schoß nach Aussagen von Party-Gästen um sich, ohne Emotionen zu zeigen. Dabei tötete er vier Personen im Erdgeschoß, einen auf der Treppe und einen weiteren auf dem Balkon. Im oberen Stockwerk versuchte er, in ein verschlossenes Badezimmer einzudringen, in das sich ein Paar geflüchtet hatte. Er schoß schließlich durch die Tür, traf das Paar aber nicht. Insgesamt feuerte er Dutzende Schüsse ab.
Ein Nachbar, der 59 Jahre alte William Lowe, berichtete, er habe mehrere Schüsse gehört. Dann habe er gesehen, wie Leute aus dem Haus gestürzt seien. Dann sei ein in Schwarz gekleideter Mann mit einem Gewehr herausgekommen. Als ein Polizist ihm befohlen habe, die Waffe niederzulegen, habe er den Lauf in den Mund gehalten und abgedrückt. Experten der Mordkommission nahmen die Ermittlungen auf. Am Abend versammelten sich junge Leute in der Nähe des Hauses und entzündeten Kerzen für die Opfer. Der Täter wurde als Einheimischer Ende 20 beschrieben. In seinem Wagen, den er etwa einen halben Block entfernt geparkt hatte, wurden weitere Waffen gefunden. Zwar habe es Marijuana und Alkohol auf der Party gegeben, teilte die Polizei mit. Noch stehe aber nicht fest, ob auch der Täter unter Drogeneinfluß gestanden habe.
Text: F.A.Z., 27.03.2006, Nr. 73 / Seite 11
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