Internet-Tipps

www.kinderimauto

Von Jakob Strobel y Serra

23. Juni 2008 Wir geben zu: Wir bestechen unsere Kinder auf den langen Autofahrten in den Urlaub, besänftigen sie mit den Versprechungen von Süßigkeiten und Eis und lassen uns dabei gerne hochhandeln. Wir sind kein Vorbild. Vorbildliche Eltern schauen auf der Seite www.eltern.de unter dem Suchbefehl "Kinder im Auto" nach, welche pädagogisch wertvollen Spiele es für unterwegs gibt. Zur Auswahl stehen hier: Hauptwörter zusammensetzen, Tiere erraten, Märchen variieren, Handlesen, Lippenlesen, Lachverbot - der Kenner weiß: Das geht höchstens eine Viertelstunde lang gut.

Krach machen

Noch mehr Spiele findet man bei www.geo.de/GEO/reisen/reisetipps/52941.html. Man soll leere Filmdosen mit Reis, Sand, Bohnen, Linsen oder Maiskörnern füllen und damit Krach machen, aus Alufolie Schmuck basteln oder unschuldige Autofahrer beim Überholen zum Winken nötigen. Eher die Klassiker gibt es bei www.top-kinderspiele.de, etwa "Ich sehe was, was du nicht siehst" oder das beliebte imaginäre Kofferpacken, wobei der nächste Spieler jeweils eine neue Sache in den Koffer steckt und die Packliste so immer länger wird. Die Website www.kinder-kreativ-kiste.de/spiele erinnert an den schönen Brauch des gemeinsamen Liedersingens und mahnt, das Liederbuch nicht zu vergessen - sonst ist nach der ersten Strophe Schluss, und das ist ja nicht der Sinn der Sache.

Reimvertreib

Die österreichische Seite www.forumgesundheit.at hat unter dem Stichwort "Mit Kids in den Urlaub" weniger pädagogische Skrupel und empfiehlt, den Kleinen einen Walkman aufzusetzen oder gleich den Gameboy in die Hand zu drücken. Pfui, sagt da die deutsche Verkehrswacht (www.landesverkehrswacht.de/ratgeber/auto-urlaub/reisespiele.html), die stattdessen zum Vokabellernen oder zu lexikalisch-morphologischen Fragespielen rät. Und auf der Website www.hoppsala.de hält man die deutsche Dichtkunst für den besten Weg des Zeittotschlagens im Auto. Es gilt, abwechselnd Reime zu schmieden: "Mama, schau nicht so griesig drein" - "Wir werden bald am Ziele sein!" - "Da wird die Sonne scheinen hell" - "Wir gehen dann ins Wasser schnell". Dann doch lieber ein Eis.



Text: F.A.Z.
Bildmaterial: Cinetext Bildarchiv

 
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