Frankfurt Skyliners

Mit blanker Brust neue Partner finden

Von Leonhard Kazda

12. Juni 2008 Die erste Personalie für die kommende Saison bei den Frankfurt Skyliners steht fest: Jimmy McKinney hat seinen Vertrag beim Basketball-Bundesligaklub um zwei Jahre verlängert. In den kommenden Tagen will der Klub weitere Gespräche mit Spielern führen, deren Verträge auslaufen, oder von denen man sich trennen will. Unter diesen Kandidaten sind Stefano Garris, Alex King und Ken Johnson, deren Chancen auf einen weiteren Vertrag mit den Skyliners wohl eher schlecht stehen.

Auch im Fall von McKinney muss der Halbfinalteilnehmer dieser Saison vielleicht noch aktiv werden. Denn der Shooting-Guard wird sich in den kommenden Woche einer Operation unterziehen, die er während der Saison noch hinausgezögert hat. McKinney spielte trotz eines Bänderrisses in der Hand. Nach der Operation, die in den Vereinigten Staaten vorgenommen werden wird, müsse McKinney eine Pause von drei bis fünf Monaten einlegen, sagte Gunnar Wöbke, der Manager der Skyliners am Donnerstag. Damit könnte der Amerikaner, der in der vergangenen Saison duchschnittlich rund 29 Minuten auf dem Feld stand und dabei auf einen Schnitt von 9,0 Punkten, 3,4 Rebounds und 2,2 Assists kam, zum Saisonauftakt Mitte September noch ausfallen. „Es kann sein, dass er erst November oder Dezember zurückkehrt“, sagte Wöbke. „Aber Jimmy soll in aller Ruhe gesund werden.“

„Noch viel Freude an McKinney“

Gut möglich, dass in der Übergangsphase bis zur Rückkehr des Amerikaner ein Ergänzungsspieler verpflichtet wird. „Aber wir schauen uns ohnehin intensiv auf dem Markt um derzeit“, sagte Wöbke. Auch Murat Didin, der Frankfurter Cheftrainer, legt großen Wert auf die Rückkehr McKinneys. „Ich bin sicher, dass wir noch viel Freude an ihm haben werden, Vor allem wenn seine Verletzung ausgeheilt ist und Jimmy wieder sein volles Talent auf dem Spielfeld entfalten kann“, sagte der Trainer. Der 24 Jahre alte Profi aus St. Louis hat bei den Skyliners schon einiges Pech gehabt. Vor dieser Saison zog er sich eine sehr seltene Verletzung zu und riss sich beim Krafttraining den Brustmuskel. „Ich denke, es gibt eine Obergrenze für Verletzungen“, sagte Didin lächelnd, „ich gehe davon aus, dass Jimmy nach seiner Operation nicht mehr mit Blessuren zu kämpfen hat.“

Die Suche nach neuem, leistungsfähigem Personal könnte für den hessischen Erstligaklub vor der kommenden Saison etwas leichter werden. Und dies, obwohl die Skyliners in der bevorstehenden Spielzeit vermutlich nicht international spielen werden. In der zurückliegenden Saison hatten die Frankfurter eine Wildcard für den Uleb-Cup bekommen. Die Chancen dafür, so sagte Wöbke, stünden in der nächsten Saison „deutlich schlechter“, da die internationalen Verbände Uleb und Fiba derzeit an einer Strukturreform der Pokalwettbwerbe arbeiten würden und die Zahl der teilnehmenden Klubs dabei reduziert würde, so Wöbke. Der Uleb-Cup war für Spieler wie Koko Archibong und Ilian Ewtimow ein wichtiges Argument, sich den Skyliners anzuschließen. Nun werden die Hessen in der kommenden Spielzeit auf diese Argumentationshilfe vermutlich verzichten müssen. Was bedeutet, dass Wunschkadidaten mit bewährten Mitteln überzeut werden müsssen, sich dem Klub anzuschließen: mit Geld beispielsweise.

„Ein bis zwei Premiumpartner gesucht“

Dabei wird der Hauptsponsor der Skyliners, die Deutsche Bank, mit einem ungewöhnlichen Schritt helfend assistieren. Der wichtigste Partner des Basketball-klubs wird den Platz auf der Trikotbrust räumen, damit der Verein dort weitere Unternehmen prominent präsentieren kann. „Wünschenswert wären dabei ein bis zwei Premiumpartner und eine breite mittelständische Unterstützung aus der Region. So wäre dann auch der nächste Entwicklungsschritt in Richtung europäische Wettbewerbsfähigkeit gesichert“, erklärte Thomas Schaaf, Marketing Direktor bei der Deutschen Bank Privat- und Geschäftskunden. Gemeinsam und „in enger Zusammenarbeit“ (Wöbke) sollen in den kommenden Wochen mögliche Kandidaten ermittelt und angesprochen werden. Ziel sei es, „aus den Skyliners einen nationalen Champion und eine international bekannte Marke“ zu machen, sagte Schaaf. „Wir wollen sagen können: Wir sind ein sicheres Play-off-Team“, erklärte Wöbke.

Die Deutsche Bank bleibt weiterhin auf dem Trikotrücken der Skyliners vertreten. „Wir verfahren nach dem Motto: Weniger ist mehr“, sagte Marketingmann Schaaf. Nun darf man gespannt sein, wie und mit wem die Skyliners die blanke Brust gewinnbringend besetzen.



Text: F.A.Z.
Bildmaterial: dpa

 
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