Im Gespräch: Pascal Roller

„Wir können im Play off unbeschwert aufspielen“

Von Jörg Daniels

24. April 2008 Bei der Niederlage gegen die Eisbären aus Bremerhaven haben die Basketballprofis der Frankfurt Skyliners prominenten Besuch gehabt. Jetzt schauen Kapitän Roller und das Team hoffnungsvoll nach vorne.

Eintracht-Trainer Friedhelm Funkel hat sich die knappe Niederlage der Skyliners gegen Bremerhaven in der Ballsporthalle angeschaut. Wie, glauben Sie, hat er Ihre Leistung beurteilt?

Da er sich in der Öffentlichkeit sicherlich nicht negativ äußern würde, denke ich, dass er eine positive Äußerung getätigt hat. Vielleicht sind ihm meine Dreipunktewürfe aufgefallen.

Stimmt. Friedhelm Funkel hat Sie in den höchsten Tönen gelobt.

Das hört man gerne. Herr Funkel ist sehr zuvorkommend.

Was kann ein Fußball-Trainer vom Erstliga-Basketball mitnehmen?

Ob man taktisch viel eins zu eins übertragen kann, ist, glaube ich, schwierig. Dazu ähneln sich die Sportarten zu wenig. In gewisser Weise ist bei beiden Sportarten aber ausschlaggebend, dass man einen schnellen und guten Antritt hat. Es wird auf Tempowechsel im kleinen Raum Wert gelegt. Die gute und erfolgreiche Arbeit von Funkel zeigt im übrigen, dass sein Konzept aufgeht.

Sind Sie erleichtert über die Niederlage gegen Bremerhaven?

Warum sollte ich? Gerade die Art, wie sie zustande kam, verärgert einen doch sehr. Wir haben sehr viele kleine, leichtsinnige Fehler gemacht, die in der Summe zu der Niederlage geführt haben. Das war in den Spielen zuvor nicht so.

Nach 15 Siegen in den zurückliegenden 19 Begegnungen waren die Skyliners drauf und dran, zum Meisterschaftsfavoriten zu werden.

Wir hatten einen tollen Lauf. Aber ob der direkt zur Meisterschaft geführt hätte, wage ich zu bezweifeln. Natürlich empfinde ich es als sehr positiv, dass sich Frankfurt vom Renommee her nach oben gearbeitet hat. Wir erwecken den Eindruck, zu alter Stärke zurückzukommen.

Traut Trainer Murat Didin der Mannschaft die deutsche Meisterschaft zu?

Ja. Er redet davon, dass wir auf jeden Fall das Potential dazu haben.

Wo liegt der Vorteil der Skyliners im Meisterschaftsrennen?

Wir haben keinen Druck und sollten eigentlich unbeschwert aufspielen können. Alles, was jetzt noch kommt, ist für mich eine Zugabe. Es ist vielleicht ein bisschen das Schaulaufen. Diese Chance sollten wir aber nicht leichtsinnig verspielen.

Bis zum 10. Mai haben die Skyliners Spielpause. Stört das den Rhythmus der Mannschaft?

Das wird man sehen. Aber ich glaube nicht. Wir werden uns mit Bedacht auf die Play offs vorbereiten. Das gewonnene Selbstvertrauen nehmen wir mit. Und ich gehe davon aus, dass wir hart trainieren werden. Es wird anstrengend – mit Focus auf die Laufarbeit.

Die Bank der Skyliners ist nicht so gut und ausgeglichen besetzt wie die anderer Spitzenmannschaften. Kann das zum negativen Faktor in den Play-offs mit den engen Spielterminen werden?

Ich denke nicht. Die Leute, die sehr viel spielen, sind in sehr guter konditioneller Verfassung. Beim Sieg in Köln hatten wir eindeutig den längeren Atem. Zudem glaube ich, dass unser Trainer in den Play offs das eine oder andere Mal öfter auf die Bankspieler zurückgreifen wird. Diese Spieler haben wesentlich mehr Selbstvertrauen als noch vor einigen Wochen.

Einige Spieler haben keine Play-off-Erfahrung. Wie groß ist dieser Nachteil?

Auch das wird sich zeigen. Auf der anderen Seite haben wir mit Derrick Allen, Koko Archibong und mir Spieler, die in den Play-offs schon relativ weit gekommen sind. Wir können diesen Spielern viel mitgeben – nicht nur durch Worte, sondern auch durch unser Auftreten.

Was kommt auf Topscorer Derrick Allen zu?

Er ist definitiv unser „Go to guy“ im Team. Die anderen Mannschaften werden sich auf ihn stürzen. Ich habe aber keine Bedenken, dass Derrick Wege und Lösungen findet, diese Situation zu bewältigen.

Wer ist Ihr Lieblingsgegner im Viertelfinale?

Ich habe weder einen Lieblings- noch einen Angstgegner. Das einzige, was mich ein bisschen stören würde, wäre die lange Fahrt zu den Artland Dragons. Wir haben zwei Busfahrer. Der eine schafft die Busfahrt in fünf, der andere in sechseinhalb Stunden. Wobei der, der schneller fährt, den kleineren Bus hat.



Text: F.A.Z.

 
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