Basketball-Halbfinale

Skyliners verlieren knapp - Bonn steht im Finale

Von Leonhard Kazda

05. Juni 2008 Aus und vorbei - die Saison ist für die Frankfurt Skyliners zu Ende, den Sprung ins Endspiel hat sie knapp verpasst. 74:75 unterlagen die hessischen Basketballprofis am Donnerstag abend in der ausverkauften Ballsporthalle vor 5000 Zuschauern den Baskets aus Bonn im fünften Spiel des Play-off-Halbfinales. Damit blieb den Hessen die dritte Finalteilnahme nach 2004 und 2005 verwehrt.

Bonn hingegen wird am Sonntag in der Serie „best of five“ in der Berliner Max-Schmeling-Halle zum ersten von mindestens drei und höchstens fünf Spielen der Finalserie antreten (15 Uhr). In Frankfurt verabschiedeten die Fans trotz der Niederlage ihrer Basketballhelden mit großem Applaus - der völlig verdient war. Denn es war ein außerordentlich packendes Spiel, das die Skyliners ihren Zuschauern boten. Bis zum Ende lagen beide Teams gleichauf, und schließlich war es Pascal Roller, der versuchte, die letzten sechs Sekunden zu nutzen, um den entscheidenden Korb zu erzielen.

„Heute hat die glücklicher Mannschaft gewonnen“

Aber der Kapitän, der mit 18 Punkten bester Korbschütze seiner Mannschaft war, blieb in der massiven Bonner Abwehr stecken, der Ball flog zu hoch ans Brett - und das Spiel war vorüber. Die Jagd um den Einzug in die Endspielserie war lang, hart und voller Emotionen. Sowohl im Viertelfinale, in dem sich die Skyliners gegen Leverkusen durchgesetzt hatten, als auch im Halbfinale gegen Bonn mussten sich die Teilnehmer über die volle Distanz kämpfen.

Nicht immer gab es hochklassigen Basketball zu sehen, da die schnelle Aufeinanderfolge der Play-off-Spiele - die Skyliners absolvierten in 21 Tagen 10 Partien, an die Substanz gegangen war. „Heute hat die glücklicher Mannschaft gewonnen“, sagte Kamil Novak, der Sportdirektor der Skyliners nach dem Aus im Halbfinale. Doch im „sweet home“, wie Trainer Murat Didin die Ballsporthalle gerne bezeichnet, bestimmten nicht die Skyliners das Spiel, sondern die frischer wirkenden Baskets aus Bonn.

Frankfurt schien schon auf Finalkurs zu sein

Die Bedingungen für die Hessen schienen günstig zu sein. Denn Bonn musste im entscheidenden Spiel des Halbfinales sowohl auf den an der Schulter verletzten Ronald Burrell, als auch auf den wuchtigen John Bowler verzichten, der sich beim zurückliegenden Spiel einen Anriss des Innenbandes am linken Knie zugezogen hatte. Aber auch ohne die beiden waren die Baskets ein unangenehmer Gegner. Sie sorgten dafür, dass aus dem Vorsatz der Skyliners, das Spiel zu bestimmen, nur kurz realisierbar war.

Als die Frankfurter früh nach einem Dreipunktewurf von Pascal Roller 14:4 vorne lagen, schienen sie auf Finalkurs zu sein. Aber dagegen hatten die Bonner allerhand einzuwenden. Frankfurt leistete sich einige Fehler, die die Baskets routiniert nutzten. Jeremiah Davis war es, der den Vorsprung auf 10:14 einschmolz, und kurz vor dem Ende des ersten Viertels ließ Johannes Strasser den Ball von jenseits der Linie aus fliegen - der Wurf landete im Frankfurter Korb und sorgte für den 21:21-Ausgleich, den die Bonner Fanschar auf der Westseite der Ballsporthalle frenetisch bejubelte. Mit einem knappen Vorsprung von 24:23 endete der erste Abschnitt.

Das dritte Viertel war ein enges Rennen

Im zweiten Viertel übernahm Bonn phasenweise die Initiative. Die Führung, für die Moussa Diagne, mit seinem 32:30 sorgte, erschien überfällig, so stark spielte Bonn. Bis auf 8 Punkte bauten die Rheinländer ihren Vorsprung bis kurz vor der Halbzeit aus. Und irgendwie schien es, als seien die Baskets selbst überrascht, dass ihr Konzept so gut aufging. Was den Skyliners die Gelegenheit einräumte, ihre Gefährlichkeit zu unterstreichen. Mit der Schlusssirene traf Derrick Allens mächtiger Wurf von kurz hinter der Mittellinie aus in den Bonner Korb - ein sogenannter „Buzz beater“, der Frankfurt auf 41:46 heranbrachte.

Es blieb spannend. Das dritte Viertel war ein enges Rennen, das die Skyliners knapp für sich entscheiden konnten. Immerhin lagen sie zehn Minuten vor Spielende nur noch 56:58 hinten und gingen zum Beginn des Schlussabschnittes durch Jimmy McKinney 60:58 in Führung. Am Ende der packenden Schlussphase hatten die Skyliners den Sieg mehrmals in greifbarer Nähe. Aber schließlich jubelten die die Bonner Fans, und die Männer in den magentafarbenen Trikots lagen sich in den Armen. Bonn hatte das Finale erreicht.



Text: F.A.Z.
Bildmaterial: dpa

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