Von Leonhard Kazda
28. Mai 2008 Die Skyliners sind in meisterlicher Form. Im Play-off-Halbfinale der Basketball-Bundesliga ist den Frankfurtern am Dienstagabend gegen die Bonn Baskets ein erster von mindestens drei Schritten in Richtung Finale gelungen. 75:72 gewannen die Profis von Trainer Murat Didin die Partie, die 3000 Zuschauer in der Frankfurter Ballsporthalle sahen. Sollten die Hessen nun an diesem Donnerstag beim zweiten Spiel in der Serie Best of five, das in der Hardtberghalle von Bonn ausgetragen wird (18.30 Uhr), abermals erfolgreich sein, könnten sie schon an diesem Sonntag in der Ballsporthalle (15 Uhr) ihren Einzug ins Endspiel um den Titel feiern. Beste Frankfurter Werfer waren Derrick Allen (25 Punkte) und Jimmy McKinney (12).
Die Anspannung vor dem ersten Halbfinale war nicht nur bei den Frankfurtern spürbar. Während die Fans an dem hochsommerlich heißen Dienstagabend in die Ballsporthalle strömten, versammelten sich in der Bonner Zentrale des Hauptsponsors Telekom die Anhänger der Baskets zum Public Viewing. Werden sich die Skyliners wieder auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen einstellen müssen, das sie sich im Viertelfinale über die volle Distanz von fünf Spielen mit den nur knapp unterlegenen Giants aus Leverkusen geliefert hatten? Die Baskets aus Bonn konnten mit einem leichten Vorteil in die Runde der besten vier Teams starten. Sie hatten nur vier Spiele benötigt, um ihren Viertelfinalgegner, die Artland Dragons aus Quakenbrück, am Ende mit einem deutlichen Sieg aus dem Meisterschaftsrennen zu werfen.
Fragezeichen hinter Center Johnson
Bei den Skyliners ruhten die Hoffnungen vor allem auf einem Wiedererstarken von Derrick Allen. Der sonst so zuverlässige Topscorer der Hessen hatte gegen die schnellen und wendigen Leverkusener einen schweren Stand gehabt. Seine Mannschaftskollegen hätten ihn hervorragend unterstützt in diesen schweren Spielen, sagte Allen und kündigte an: Gegen Bonn möchte ich ihnen das mit einer guten Leistung zurückgeben. Und schon im ersten Viertel deutete Allen an, dass er seinen guten Vorsätzen gerecht werden könnte. Ein anderer Spieler der Hessen dagegen war kurz vor Spielbeginn mit hängenden Schultern durch die Katakomben der Ballsporthalle geschlichen: Ken Johnson. Der Center der Skyliners hatte vom Teamarzt eine Sportpause verordnet bekommen. Eine eitrige Mandelentzündung plagt den Amerikaner. Ob Johnson am Donnerstag beim zweiten Spiel, in dem die Skyliners in Bonn antreten müssen, wieder fit sein wird, ist unsicher.
Früh wurde klar: Bonn ist der befürchtet starke Gegner. Schnell gingen die Baskets in Führung und zwangen die Skyliners in die Verfolgerrolle. Mitte des ersten Viertels glückte den Hessen dann aber doch der Ausgleich zum 13:13, den Roller mit einem Distanzwurf erzielte. Dezent war dann die Führung zum Ende des ersten Viertels, als die Hessen 25:23 vorne lagen. Während der zweiten zehn Minuten taten sich für die Skyliners gleich mehrere Möglichkeiten auf, deutlich davonzuziehen - vor allem in jener Phase, in der sich die Baskets im Angriff eine ganze Reihe von Ballverlusten erlaubten. Doch die Profis von Trainer Didin begnügten sich mit einem 37:30, für das Jimmy McKinney per Freiwurf sorgte. Vor der Pause wollte es dann mit dem Punkten nicht mehr so recht klappen. Das Spiel beider Mannschaften wirkte verkrampft, die Fehlerquote auf beiden Seiten war hoch. Bonn kam bis zur Halbzeit auf 34:37 heran - ein Spielstand, mit dem die Skyliners aufgrund der vielen guten Möglichkeiten nicht zufrieden sein konnten.
Das erste Etappenziel erreicht
Nach der Pause wirkten die Hessen etwas frischer. Bis auf 55:47 zogen sie im dritten Viertel davon. Positiv fiel dabei Alex King auf, dem in dieser Phase viel gelang und der von Trainer Didin viel Spielzeit bekam. Im Schlussviertel drehten die Skyliners auf. Dominik Bahiense de Mello punktete dreimal hintereinander - und plötzlich lagen die Frankfurter 63:50 vorne. Doch noch mehr als acht Minuten waren zu spielen. Bis zum 70:56 hielt die stürmische Phase, dann kamen die Skyliners wieder ins Straucheln. Plötzlich stand es nur noch 70:65. Und nur mit viel Glück und einem von Roller clever herausgeholten Freiwurf retteten sich die Frankfurter ins erste Etappenziel des Halbfinales.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: dpa