Play-off-Halbfinale

Bonn hält die Skyliners aus dem zweiten Spiel

Von Leonhard Kazda

30. Mai 2008 Bitterer Rückschlag für die Skyliners: Am Donnerstagabend haben die Basketballprofis der Frankfurt Skyliners beim zweiten Spiel in der Serie „Best of five“ im Halbfinale der Bundesliga überraschend klar verloren. 57:73 unterlag die müde wirkende Mannschaft von Trainer Murat Didin vor 3700 Zuschauern in der Bonner Hardtberghalle den Bonn Baskets. Damit haben die Baskets, die am Dienstag beim ersten Spiel der Serie in Frankfurt 72:75 verloren hatten, mit den Hessen gleichgezogen (1:1). Am Sonntag treten Pascal Roller (14 Punkte) und Derrick Allen (10), die erfolgreichsten Schützen der Frankfurter, mit ihrem Team im dritten Spiel des Halbfinales in eigener Halle an (15 Uhr). Die Entscheidung über den Einzug ins Finale ist damit vertagt. Sie fällt frühestens am Dienstag beim vierten Treffen, das die Skyliners wieder in Bonn bestreiten werden.

„Platt wie der Reifen am Mannschaftsbus“, so schrieb der Bonner Generalanzeiger, seien die Baskets nach dem ersten Play-off-Spiel bei den Skyliners gewesen. Der Auftritt in Frankfurt, so gaben die Bonner zu bedenken, habe ohnehin unter dem normalen Niveau der Mannschaft von Trainer Michael Koch gelegen. Koch hatte zudem auch die „fehlende Play-off-Atmosphäre in der Ballsporthalle“ getadelt, in der tatsächlich viele Plätze frei geblieben waren. In der Hardtberghalle sollte nun alles anders werden. Ausverkauftes Haus, bestens eingestimmte Fans - die Voraussetzungen waren aus Bonner Sicht gut. Zumal sich das Team fest vornahm, eine bessere Leistung bringen zu wollen als beim fehlerreichen Auftritt in der ersten Partie. „Wir müssen mehr Geduld aufbringen“, hatte Koch gefordert, „und wir dürfen nicht so überhastet abschließen wie in Frankfurt.“ Die Skyliners waren darauf gefasst, dass sich ihnen am Rhein eine schwere Aufgabe stellen würde. Erschwerend für die Hessen kam dazu, dass Center Ken Johnson, der schon im ersten Spiel wegen einer Mandelentzündung hatte pausieren müssen, auch in Bonn ausfiel.

Schon der Einstieg in die Partie war nicht gerade vielversprechend. Die Skyliners hatten Probleme, ihren Rhythmus zu finden, was sich vor allem in missglückten Wurfversuchen aus der Distanz bemerkbar machte. Immer wieder zog Bonn davon, bestimmte das Tempo und legte Punkte vor. Das erste Viertel endete aber noch ausgeglichen (21:21). Im zweiten Abschnitt aber machten die Baskets das Spiel. Bis auf elf Punkte zogen sie davon, als Artur Kolodziejsi per Distanzwurf zum 36:25 traf.

Sechs Versuche, ein Treffer bis zur Halbzeit

Die Skyliners ließen zwar nicht locker, kamen aber in der sehr agilen Bonner Abwehr immer wieder in Schwierigkeiten. In der Hitze der Hardtberghalle hatte vor allem ein Spieler der Skyliners sichtbare Probleme beim Wurf von jenseits der Drei-Punkte-Linie: Ilian Ewtimow. Sechs Versuche, ein Treffer bis zur Halbzeit - das war zu wenig. So konnten die Hessen den Vorsprung der kampfstarken Rheinländer bis zur Pause nur auf sieben Punkte reduzieren (36:43).

Ins Spiel zurückkommen, das liegt den Frankfurtern eigentlich. Doch von dieser Tugend war nach der Pause nur wenig zu sehen. Viele Frankfurter Fehlwürfe und Ballverluste, aber jubelnde Bonner Fans waren die wesentlichen Eindrücke in dieser Phase. Allen punktete noch einmal per Freiwurf zum 37:43, dann aber ging es steil bergab. Die Baskets zogen auf und davon. Bis auf 37:58 mussten die Skyliners ihren stürmischen Gegner wegziehen lassen. Roller traf zum Ende des dritten Viertels noch zum 44:58, aber das Spiel war gelaufen. Für Bonn ging es am Ende nur noch darum, den Vorsprung zu verwalten. Das gelang den Baskets gut. Ihre Gegner wirkten in dieser Phase ohnehin wie stehend k.o. Ob sie sich bis Sonntag von dem Bonner Rückschlag erholen werden, ist eine berechtigte Frage.



Text: F.A.Z.
Bildmaterial: dpa

 
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche