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Nun wird umdekoriert: Fürstin Gloria von Thurn und Taxis verkauft ihre Kunst

Von Rose-Maria Gropp

09. September 2005 

Immerhin ist es Fürstin Gloria von Thurn und Taxis gelungen, an sich ganz respektable Künstler zu Hoffotografen zu machen: Gern gezeigt ist das Großporträt, das Thomas Ruff 1999 von ihr fertigte. Und Candida Höfer hat 2003 im C-Print den penibel dekorierten Salon von Schloß St. Emmeran fotografiert, inklusive charmant eingestreuter Artefakte eines gegenwartsorientierten Stilwillens.

Auch jüngst in der Münchner Ausstellung „Schatzhäuser Deutschlands. Kunst in adligem Privatbesitz“ hat sich die Fürstin zeitgenössisch hervorgetan; ehrfurchtsvoll vermerkt der Katalog: „Sie setzt das Mäzenatentum der Familie fort und sammelt zeitgenössische Kunst, darunter Werke von Jeff Coons (sic!), Paul McCarthy, Thomas Ruff, Candida Höfer und zahlreichen anderen international renommierten Künstlern, die sie eigenwillig mit Möbeln und Kunstwerken vergangener Jahrhunderte kombiniert.“

Nun scheint also umdekoriert und neu kombiniert zu werden: „Ich möchte mit meinen Kunstwerken leben“, so spricht Gloria, und „ich habe nicht genug Wandfläche, um mit dem Tempo meines Sammelns Schritt halten zu können.“ Die Arme. So verkauft sie denn Gursky, Trockel und Kippi oder Cindy Sherman, Paul McCarthy und Takashi Murakami: also aus den Reihen der üblichen Verdächtigen und vertrauend in Simon de Purys Firma Phillips.

Deshalb sieht es ein bißchen so aus, als konterkariere die Fürstin die Beschränkungsexerzitien ihres Bruders Alexander von Schönburg, der einmal in Sachen „Kunst des stilvollen Verarmens“ verlautbarte: „Der Vorteil von Familien wie meiner ist nun, daß wir jahrhundertelang Erfahrung mit dem stetigen sozialen Abstieg machen konnten und daher eine gewisse Übung darin haben.“ Das hätte man doch anders verstanden oder sich jedenfalls anders gedacht gehabt. Zumal die Ankündigung der T&T-Versteigerung für den 7. und 8. November in New York von den 26 Millionen Euro schwärmt, die beim ersten house sale 1993 in Regensburg eingespielt wurden. Die Fürstin ist schon keß.

Text: F.A.Z., 3. September 2005

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