Pro und Contra

Sollen Politiker den Dalai Lama treffen?

Das geistige Oberhaupt der Tibeter ist zu einem Besuch in Deutschland gelandet. Vorträge, Pressekonferenzen, Gespräche stehen auf seinem Programm. Und Peking protestiert kräftig. Denn der Volksrepublik gilt jeder Empfang des Dalai Lamas im Ausland als Provokation.

Neben Hessens amtierendem Ministerpräsidenten Koch (CDU) will auch Entwicklungsministerin Wieczorek-Zeul (SPD) den Tibeter empfangen - gegen den Willen von Parteifreund und Außenminister Steinmeier. Sollen deutsche Politiker dem Dalai Lama die Hand schütteln?

Der Dalai Lama wirkt zweifellos sympathisch. Kein anderer Religionsführer auf der Welt kommt so menschlich, locker und uneitel daher wie dieser charismatische Tibeter. Seine augenzwinkernde Art macht ihn zu einem der global erfolgreichsten Werber - seiner selbst, seiner Religion und seines Tibet, aus dem er 1959 von Maos Schergen vertrieben wurde. Sollte die deutsche Politik diesem friedliebendem Mönch nicht ständig Haus und Hof öffnen? Was spricht dagegen?

Es ist die Realpolitik, die dagegen spricht, der deutsche Draht zu China. Diplomatie mit Peking, wo die Machthaber in Jahrzehnten denken, ist zäh, aber auch empfindlich. Die chinesische Führung fürchtet, teils durchaus hysterisch, den Dalai Lama als Staatsfeind. Unbestreitbar ist er eine hochpolitische Symbolfigur. Anders als Politiker behaupten, wird er von ihnen doch nicht empfangen, weil er den Vajrayana repräsentiert. So heißt die Form des tibetischen Buddhismus, die er vertritt. 1989 bekam er nicht den Friedensnobelpreis wegen seiner buddhistischen Lehre, sondern wegen seines gewaltfreien Widerstands gegen die Politik Chinas.

Das macht ihn für Politiker attraktiv - zu Recht. Dennoch werden nun Begegnungen mit dem Dalai Lama überbewertet, der über zwanzig Mal in Deutschland war. Jeder, der ihn trifft, will damit ein Zeichen setzen, erst recht nachdem die Bundeskanzlerin es längst getan hat. Jeder Politiker will damit vor allem ein Zeichen des eigenen Muts setzen, so auch Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD), was wohlfeil ist in der freien Welt.

Es war außenpolitisch mutig von Angela Merkel, als sie den Dalai Lama im September im Bundeskanzleramt empfing. Innenpolitisch war es bewusst populär. Deshalb ist es ebenfalls mutig von Außenminister Steinmeier, den Dalai Lama nicht treffen zu wollen. Denn er sieht ja, wie das seinem Image daheim schadet. Doch Steinmeier handelt als Fachmann, als Deutschlands oberster Diplomat, dessen Pflicht es ist, so viel Einfluss wie möglich auf die Weltmacht China zu haben.

Denn China wiederum kann mäßigend wirken, nicht nur auf die starrsinnige Junta in Burma, wo es um das Leben von Millionen Menschen geht. Gespräche erleichtert es nicht, dass China eben keine Demokratie ist. Es hat immer wieder brutal zugeschlagen in Tibet, das es seit dem 13. Jahrhundert beansprucht. Es gibt zu viele Regionen auf der Welt, wo ähnliches Unrecht geschah und geschieht. Zu wenige aber haben einen so erfolgreichen Vertriebenenfunktionär wie den Dalai Lama. Er sagt selbst, er stehe für Dialog - auch mit China. Dann wird er einsehen, dass dieser Dialog nicht gefährdet werden darf.

Thema kommentieren

Diskutieren Sie mit

22. Mai 2008 23:09

Zurück zum Thema - Realpolitik.

Gabor von Zoltan (Putinras)

Es kann nicht als Realpolitik bezeichnet werden, wenn die Arbeitnehmer der alten EU (die neuen EU-Mitglieder wären leider ebenfalls ein Thema) zum "freien Wettbewerb" mit Ländern angehalten werden, die sich einen Deut um Arbeitssicherheit, Arbeitsrechte, Pensionsvorsorge, Umweltstandards, Produktesicherheit, Schutz geistigen Eigentums, etc., etc., etc. scheren. Wenn Arbeitsstundenkosten gegen Arbeitsstundenkosten stehen, dann zieht selbstverständlich eine Gesellschaft mit austariertem Sozialsystem immer den Kürzeren gegen Manchester-Kapitalismus (der allerdings damals immerhin eigene Erfindungen hervorbrachte und deren Schutz durchsetzte!). Mir hängt jener Satz - leider weiss ich nicht mehr von wem - noch weiter im Kopf nach: China hat es geschafft von den Systemen Kapitalismus und "Kommunismus" jeweils das Schlechteste zu kombinieren. Hierbei nun so zu tun, als ob es "klug", "weitsichtig", ja sogar "realistisch egoistisch" sei, ausgerechnet vor einer Gesellschaftsform einzuknicken, die am Ast sägt, auf der sie wie auch wir sitzen, ist Wahnsinn!

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
22. Mai 2008 12:12

Verbrecher

Gabor von Zoltan (Putinras)

1995 war die Kulturrevolution längst Vergangenheit. Trotzdem ist zu diesem Zeitpunkt der 6jährige Panchen Lama von "Sicherheitskräften" samt Familie "zu seinem Schutz" verschleppt worden. Was aus ihm wurde, weiss man bis heute nicht. Er wäre (ist vielleicht sogar?) heute 19 Jahre alt. Also mitnichten etwas aus ferner Kulturrevolution. Stattdessen - apropos Geld der Allgemeinheit - hat Peking einen "eigenen" Panchen Lama eingesetzt, der von den Tibetern zu Recht als Marionette angesehen wird und gerade wieder ("wes Brot ich ess...") von den Segnungen der Chinesen für die Tibeter schwärmt. Im Gegensatz zum DL kriegt der sein Geld nicht einmal von fernen Demokratien, Freunden und Exilanten, sondern von denselben Verbrechern, die den legitimen Panchen Lama verschwinden haben lassen. Wird dies etwa durch Ihre verwegen konstruierten Anschuldigung dem DL gegenüber entschuldbar? Ah, und: Das Mantra vom altruistischen Fortschritt, den Peking den unterentwickelten Tibetern beschert, klingt aus China immer besonders unpassend, wo man dem Westen pausenlos den einstigen Imperialismus vorhält: Es entspricht nämlich 1:1 der Begründung der einstigen Kolonialherren Chinas!

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
21. Mai 2008 23:00

Ist der D.L. ein geistlicher Führer? Kennen wir wirklich ihn?

Denis Schumann (fatherman)

1) Früher zahlen die Terroristen, jetzt zahlen wir die Steuerzahler das meiste Geld für D.L. wie z.B. die 25.000 € teure Geburtstagsfeier für den D.L. in Wiesbaden durch den hess. Landtag. Er war schon mehr als 20 mal in Deutschland und jedes mal müssen die Steuerzahler für seine Reise und Aufenthalte bezahlen und die Politiker bekommen von ihn Geschenk. Früher bekommt er das meiste Geld von dem japanischen Sektführer, der später zum Tot verurteilt ist, nachdem er durch Giftgas in U-Bahn in Japan mehr als 200 getötet hat. 2) Ist er wirklich ein geistiger Führer? Er reist überall in der Welt, um die Politiker zu treffen. Selbst die evangelische Bischöfe und der Pabst reisen auch nicht ständig in der Welt herum und lassen sich von politischen Führern empfangen. Was treibt den D.L. an ? 3) Interessiert er wirklich für die Frieden und Gerechtigkeit? Die Chinese haben gegenüber Tibet viel falsch gemacht, besonderes in der Kulturrevolution. Aber vor der Zeit war Tibet nicht die Paradies, sondern am grausamsten in der ganz Welt . Damals las Lama sogar aus dem Haut der lebendigen Menschen Musikinstrumente herstellen. Wollt er Tibet wieder zu der Sklave-Gesellschaft zurückkehrt oder die gleiche Gerechtigkeit für alle Leute?

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
20. Mai 2008 15:29

Unsere Kultur

Niklas Bambach (Argusauge)

Natürlich sollen sich unsere Politiker mit dem Dalai Lama treffen! Er kommt als geistliches Oberhaupt, nicht als weltliches. Die Chinesen erwarten von uns Respekt für ihre Kultur? Wir dürfen von ihnen auch Respekt für unsere Kultur und Gesellschaft erwarten. Wir haben nicht nur eine Partei, die uns sagt, was wir denken sollen. Außerdem ist bei uns der Dalai Lama ein Vorbild für viele. Unsere Politiker sollten sich nicht von Chinas KP leiten lassen. Warum wählen wir sie demokratisch, wenn sie vor Diktatoren "auf die Knie" fallen?

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
19. Mai 2008 19:01

@putinras

Kilian Haus (khhaus)

"Realpolitik" heißt, die Welt so zu nehmen, wie sie ist, und ihr keine Veränderungsmöglichkeiten anzudichten, wo keine sind - und DANN das den eigenen Interessen Entsprechende zu tun. Wie man diese dabei definiert, hat mit Realpolitik nicht das Geringste zu tun. Das "andere" China, das Sie gerne von der deutschen Politik unterstützt sähen, hat einen Riesennachteil: Es existiert nicht. Selbst Taiwan ist bei allen demokratischen Bemühungen eine kapitalistische Hochburg, die die "Errungenschaften" der nachhaltig wirtschaftenden westlichen Sozialstaaten grundsätzlich für einen kollektiven Mangel an Ambition hält und sonst nichts. Genauso wenig wie Mao es mit seinen Umerziehungslagern geschafft hat, auf dem Festland den sozialistischen Menschen zu schaffen, wird man in China den rein ökonomischen Utilitarismus ausrotten. Also denken Sie sich bitte ein paar andere Ideale aus, die sie dort durchsetzen wollen. Die sollten aber möglichst den nur vom Familiensinn durchbrochenen Radikalegoismus als Haupttriebfeder haben, sonst können Sie's vergessen.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
19. Mai 2008 17:58

Realpolitik gerne

Kilian Haus (khhaus)

...aber dann bitte nicht so kurzsichtig wie von Herrn Steinmeier. Kein chinesischer Politiker würde sich auch nur annähernd so verbiegen, wie es Steinmeier versucht, um den Europäern nur ja nicht weh zu tun. Solche Rücksichtnahme wird nämlich von Chinesen als schwach empfunden und kostet Gesicht. Der pragmatische Weg ist, zu tun, was man für das Beste hält, gelassen zur Kenntnis zu nehmen, was der Andere zur eigenen Gesichtswahrung an Brimborium veranstaltet und dann zur Tagesordnung zurück zu kehren. Für China ändert ein Besuch des Dalai Lama nichts an den ökonomischen Gegebenheiten, die für die ökonomischen Bande zu uns stets bestimmend waren und das auch bleiben werden. Solange sie uns brauchen, werden sie mit uns Handel treiben. Brauchen Sie uns nicht mehr, kann kein Knierutschen unseres geschätzten Außenministers verhindern, dass sie sich abwenden. Wir brauchen uns wegen Heidi jetzt auch nicht um unser Ansehen in China zu fürchten. Steinmeier wird dort weiter wie jeder gefügige Zuarbeiter mit kleinen Leckerlis gefüttert werden. Und unsere Kanzlerin dürfte sogar noch gehörig Respekt dazugewonnen haben, weil sie den DL-Besuch so elegant genutzt hat, um ihre beiden Hauptwidersacher bis auf die Knochen zu blamieren.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
19. Mai 2008 17:13

ich verstehe die deutschen nicht

eric song (eric_song)

wenn ich richtig verstehe (oder gar nicht, weil nicht nicht kann)warum die Deutsche Politiker DL gerne treffen: weil die China-Regierung das nicht gerne sieht? laecherlich! weil ich mutig bin? childish! weil DL Menschenrecht oder Demokratie representiert? Bloed! weil das die Interresse von Deutschland reflektiert? auch bloed! es gibt natuerlich keine Gruende, eine private Person zu verbieten, sich mit DL Freund zu machen, oder eine Politiker zu verbieten, ab und zu mal politisches Show zu machen, aber Deutsche, Sie wissen nicht, Dalai Lama hat wohl auch nicht erwaehnt, das May 12 2008 Erdbeben, wo 50000+ Chinese ums Leben gekommen sind, passiet in WenChuan, ein Landkreis von Aba TIBETANESE autonomie gebiet! Der Dalai Lama reisst uebers Deutschland wenn sich ganze China in Trauer befindet und weint! Alles Klar, Deutsche?

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
19. Mai 2008 12:52

Unsere Regierung kann sich nicht von einer nichtgewählten Regierung ...

Josef Bujtor (Mramorak)

Selbstverständlich darf unsere Regierung sich nicht von einer nichtgewählten Regierung Vorschriften machen Lassen. China wird von einer Gewaltherrschft regiert. Diese Gewaltherrschaft hat mehr als 60 Millionen Menschen das Leben gekostet! Heute leben auch heute noch 1,2 Milliarden Menschen in bitterer Armut und ohne Menschenrechte! Allerdings würde ich gerne unseren Politikern und religiösen Führern raten, aufzupassen, denn der DL hat auch ein Ziel das nicht eine echte Demokratie vorsieht. Und nicht übersehen, dass Christen in Pudistischen Ländern auch verfolgt werden. Realpolitik ist nicht, die Realitäten anzunehmen, wie sie sind. Realpolitik ist, neue und bessere - demokratische - Relitäten zu schaffen. Ohne eine solche Realpolitik Der Amerikaner und entschlossene Europäer, wäre Europa noch ein Spielplatz für politische Verbrecher aller Art.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
18. Mai 2008 23:43

wenn nicht hier, wann dann ?

Michael Müller (mikemu)

Es geht nicht um Waffenlieferungen an Tibet, um die Unterstützung von Guerillas, um einen gemeinsamen Aufruf zur Unabhängigkeit von Tibet, es geht um ein schlichtes Gespräch von Regierungsmitgliedern mit einem Herrn der Zeitgeschichte. Ich bin mehrfach in China gewesen und darf Chinesen zu meinen Freunden zählen, ich habe eine tiefe Symphatie für das Land und die Bevölkerung. Dennoch halte ich es für unglaublich vermessen, daß uns die chinesische Regierung vorschreibt, mit wem wir SPRECHEN dürfen und mit wem nicht. Und wenn es noch so herbe Verluste von Aufträgen bedeutet: NEIN, wir beugen uns nicht dem lächerlichen Anspruch der Regierung Chinas, unsere Gesprächspartner bestimmen zu dürfen.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
18. Mai 2008 23:18

Menschlichkeit und wirtschaftliche Interessen

Frank Schneider (shoul)

Der Dalai Lama steht für Menschlichkeit, für Dialog für Frieden und für Freiheit. Einen solchen Mann sollte man schon der Politischen Aussage wegen unbedingt treffen wenn einem an solchen Werten liegt. Er verfolgt soweit allgemein hin bekannt ist keine Ziele die mit Gewalt, Terror zu tun haben oder ethisch zweifelhaft wären. Warum sollte man einem solchen Mann ein Treffen verwehren! Ach ja, natürlich, aus politischen und wirtschaftlichen Interessen. Dies ist eine Zynische Anmerkung? Gewiss, sie ist so Zynisch wie die Haltung und die Zweifelhafte Moral einiger Politiker bzw. deren Berater aus der Wirtschaft. Menschenrechte sind wie es scheint ein Luxusgut womit man sich schmückt so lange es um nichts geht. Man leistet sich dieses Luxusgut und spendet gerne (möglichst medienwirksam) aber nur so lange wie wirtschaftliche Interessen nicht darunter leiden. Ich wünsche mir von den Politikern mehr Moral, mehr Beständigkeit und mehr Verbindlichkeit. Das wir in Deutschland Menschenrechte zu markte tragen steht uns nicht gut zu Gesicht. Danke fürs Lesen, Frank Schneider

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
18. Mai 2008 13:42

Beck's Sprache

Michael Menzel (Galenos)

entlarvt ihn zum wiederholten mal als einen Typ, der in politischen Führungspositionen nichts zu suchen hat. Sein Ausspruch: "Als er dann von dem Gesprächstermin der Ministerin erfahren habe, "war der Scheiß ja nicht mehr rückgängig zu machen" ist derart niveaulos daß er nicht mehr zu unterbieten ist. Er, ohnehin ein Antipathie-Träger erster Klasse, kann sowieso nur noch von seinen Kanzlerwünschen träumen. Er tut sich im Vergleich mit dem "letzten" Bundeskanzler ohnehin nichts in Primitivität. Man kann fragen wen man will,- kein Mensch will Beck, kein Mensch findet ihn sympathisch, geschweige denn will von ihm regiert werden.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
17. Mai 2008 19:53

Erdbeben

Rolf-Peter Lacher (Ganbat)

Zwischen den Themen Erdbeben und Besuch des DL besteht zwar kein logischer Zusammenhang, aber trotzdem scheint es mir geradezu geschmacklos, jetzt diesen ewig grinsenden Menschen zu empfangen, der versessen darauf ist, sich feiern zu lassen. Und von diesem Menschen hätte man erwartet, dass er sich jetzt gerade bescheiden im Hintergrund hält. Aber er wie die Funktionäre anderer Religionen empfinden Deutschland anscheinend als Missionsgebiet, in dem jetzt die Weichen für die Nachfolge einer absterbenden Religion gestellt werden.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
17. Mai 2008 08:56

Aber ja - der Papst wird ja auch empfangen.

Marie Scharrer (Marie-Charlotte)

Aus meiner Sicht (völlig unbeleckt von äußerlichen Zwängen) ist der Dalai Lama eine Art Kirchenoberhaupt. Meine Bildung sieht eine Trennung von Politik (Staat) und den fünf Weltreligionen vor. Völlig unabhängig von der tatsächlichen Situation in Tibet verstehe ich den Dalai Lama als Religionsoberhaupt seines Glaubens (Buddhismus-Form), so wie der Papst die Katholische Kirche vertritt. Meines Erachtens sollte der Glaube in Form der fünf Weltreligionen weiterhin Anerkennung finden. Und Würdigung inform offizieller Empfänge. Der Kern aller fünf Weltreligionen ist meines Erachtens der Glaube an etwas, das größer ist als der Eigenwille. Und das kann man in der heutigen Zeit der wissenschaftlichen Allmachtstheorien (Phantasien ;-) gar nicht genug betonen. Auch der innere Frieden, der aufkommt, wenn man den Tanz ums goldene Kalb mal wegläßt, ist was Wunderbares. Allerdings komme auch ich mit meinem Idealismus nicht umhin, die Gefahr darin zu sehen. Wie damals bei Sophie Scholl. Doch ihr war es wichtig genug, ihre Meinung nicht zu widerrufen. Sie ging in die Geschichte ein.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
17. Mai 2008 07:05

Dalai Lama unser Knut

Uwe Siemon-Netto (UweSiemon)

Der Dalai Lama ist der Knut des deutschen homo religiosus. Da kitschige Sentimentalitaet zum deutschen Nationalcharakter zu gehoeren scheint, ist es auch logisch, dass sich unsere Politiker mit ihm treffen. Sie sind ja schliesslich unsere Volksvertreter.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
17. Mai 2008 05:58

Wie real ist "Realpolitik" eigentlich?

Gabor von Zoltan (Putinras)

Ich meine, hier wird völlig falsch etikettiert: "Realpolitik" müsste doch alles heissen, was langfristig - ganz egoistisch betrachtet - auch dem Interesse des Westens dient. In der Chinadebatte wird aber stets sugeriert, es wären ausschliesslich abgehobene Altruisten, die den DL oder Dissidenten wie Hu Jia öffentlich zu unterstützen wagen. Dabei ist es doch genau umgekehrt! Kuschen vor Tibet nützt gerade mal ein paar Grossunternehmen, die in China von jenem Manchesterkapitalismus profitieren, der hier zu Recht untersagt ist. Wer glaubt, dass es genügt, die Menschen unserer Demokratien mit dem Hinweis zu beschwichtigen, dass sie dafür ganz viele Waren günstiger denn je erstehen können (neben den legalen allerdings auch die Kopien und die Bleivergifteten), verschweigt bloss die echten Kosten: Ein unvorstellbares Mass an Umweltzerstörung, eine erschütternde Menschenverachtung inkl.Kindersklaverei, eine ausschliessliche Ausrichtung auf den schnellen Profit (denken Sie an die Billigbauweise inmitten des Bebengebietes) und die über Peking weitergeleitete Unterstützung weiterer Verbrecherregime. Probleme, die alle auf uns zurückfallen. Ein anderes China zu unterstützen, dass wahrhaftige Verantwortung übernähme, wäre ECHTE Realpolitik!

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
16. Mai 2008 21:55

glückwunsch!

Gabriele Nolte (gano)

nachdem ich die meisten kommentare zu diesem thema gelesen habe, komme ich zu dem schluss, dass die leser offensichtlich klüger sind als die journalisten. es wäre schön, wenn die faz dem thema tibet / china mal eine ehrliche berichterstattung widmen könnte, fernab von dem hollywood-tibet-mythos (brad pitt als heinrich harrer; shangri-la, richard gere usw.) es ist china hoch anzurechnen, dass man sich dort die mühe gibt, dieses mythenumwobene drecksloch auf dem dach der welt zu modernisieren und mit einer unter strapazen gebauten eisenbahn an den rest von china anzuschliessen! was würden wir denn sagen, wenn die chinesen von uns verlangten, den osten deutschlands als ostalgie-museum für durchreisende chinesen zu gestalten, und das ganze möglichst unter leitung eines ehemaligen SED-bonzen??

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
16. Mai 2008 17:36

Besonderer Draht zu China

herbert scholl (32602)

Das heutige China war und ist eine Diktatur,man kann es auch jetzt erleben in der Art, wie die Führung mit dem Drama nach dem Erdbeben umgeht.Die Schuldigen werden auf der unteren Führungsebene gesucht,bei Bauunternehmen,nicht in der Pekinger Clomenmatura. Warum blieben die Gebäude der Partei fast unbeschädigt,warum jetzt die Furcht vor Dammbrüchen ? Wer hat die Staudämme angeordnet und Millionen Menschen umgesiedelt ? Und nun gibt es einen besonderen Draht zu diesen Machthabern,nicht zur Bevölkerung. Doch nur aus wirtschaftlichen Interessen für den deutschen Export und für den Import von Produkten,für deren Herstellung die Menschen Hungerlöhne bekommen.. Chamberlain und Daladier lassen grüssen,wenn man an unsere Vergangenheit denkt.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
16. Mai 2008 17:00

Dalai Lama

Hans H. Bender (hannibal6)

Der D.L. ist ein geistiger Führer einer für uns fremden und wenig bedeutenden Religion. Evangelische Bischöfe und selbst der Pabst reisen auch nicht ständig in der Welt herum und lassen sich von politischen Führern empfangen. Was treibt den D.L. an ? Was vor allem bewegt westliche Politiker um diesen Herrn ein solches Aufheben zu machen ? Ich vermisse Hintergrund-Berichte in den Medien ! Wer lädt den D.L. alle paar Monate nach D. ein ? Wer bezahlt die Reisen und Aufenthalte (wie z.B. vor 1 oder 2 Jahre eine 25.000 € teure Geburtstagsfeier für den D.L. in Wiesbaden durch den hess. Landtag getragen wurde) ? Der D.L. erhielt schon in den 70er Jahren von der Regierung Nixon/Kissinger ein persönliches Salär von 180.000 US-Dollar/Jahr ! Dies und mehr zum Thema "armes Tibet"nachzulesen in T. Weiner's Buch über die Geschichte der CIA. Nach dieser Lekture liegt die Vermutung nahe, daß die Proteste so genannter Exil-Tibeter gegen den olymp. Fackellauf auch ein von der CIA angezetteltes Unterfangen mit dem Ziel, China zu schwächen, war und ist. Wird der D.L. evtl. von Deutschland (Regierung, BND) unterhalten ? Das ganze scheinheilige Menschenrechtstheater deutscher Politiker ist nicht zu fassen.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
16. Mai 2008 16:19

Den Dalai Lama treffen?

Dr.Joachim Hacker (johacker)

Natürlich sollen die Politiker den DL treffen! Wo sonst sollen sie sich denn aus erster Hand über die Probleme der Tibeter informieren, etwa bei der chinesischen Regierung? Die Politiker jeglicher Couleur haben ja auch sonst keinerlei Hemmungen sich mit den Lobbyisten jeder Richtung zu treffen. Warum dann in diesem Falle nicht? Die Aussenpolitik darf nicht nur von wirtschaftlichen Interessen bestimmt werden!

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
16. Mai 2008 16:11

Gewiss,

Maurice Hauss (MauriceH)

es reicht, einen Religionsrepräsentanten auftreten zu sehen und Politik zu meinen; es reicht, von einem geistigen (so! nicht etwa geistlichen) Oberhaupt der Tibeter zu reden und einen der Buddhisten zu meinen, die ihre Religion gegen andere brutal durchgedrückt haben; es reicht, scheinbar friedfertig, aber völlig unspezifiziert reden zu lassen während die tatsächliche Praxis keine andere Vorstellung wie Unterordung bis zur Leibeigenschaft kannte und kennt. Es reicht diese Fortsetzung des religiösen Elends.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
16. Mai 2008 15:38

Außenpolitik, Diplomatie, Kompromisse und Opportunismus

Dominik Karos (d.chaos)

Wenngleich die Haltung Steinmeiers fragwürdig ist, gilt es dennoch, den Einfluss Chinas im Rest der Welt - sei es in Burma, Nordkorea oder Sudan - zu berücksichtigen. Die innenpolitischen Ideen Chinas hinken seiner globalen Stellung weit hinterher. Bevor diese jedoch von Deutschland - das mit Sicherheit eine weltweite Verantwortung für die Wahrung von Menschenrechten trägt - offen und scharf kritisiert werden kann, müssen die hierfür Verantwortlichen ihr Verhalten in einen geostrategischen Kontext stellen: Was passiert, wenn sich die diplomatischen Beziehungen Deutschlands oder Europas zu China verschlechtern? Oder andersherum: Ist es möglich, einen Einfluss auf China zu haben, wenn die diplomatischen Beziehungen weiter verstärkt werden? Wenn dem so wäre, wären wir auf dem Weg zur einheitlichen Politik gegenüber China ein gutes Stück weiter, leider lassen die Erfahrungen aus der Vergangenheit kaum Hoffnung für derartige Träume. Bei allen Kompromissfindungen darf das Rückrat des Deutschen Demokratieverständnisses nicht gebrochen werden. Es ist einfach, eine "mutige" Außenpolitik zu betreiben, wenn es keine Krisen gibt; es stellt sich lediglich die Frage, wo genau die Grenze zwischen guter Diplomatie und leichtem Opportnismus liegt.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
16. Mai 2008 14:49

Mob ist nicht gleich Mob

Winfried Wies (wwies)

In Tibet randalierte der Mob. Zum groessten Teil unbewaffnete Polizei ging gegen diese Randalierer und Mordbrenner vor. Die westlichen Medien sehen diese aber als friedliche Demonstranten. Am 1. Mai randalierte der Mob in Deutschalsnd, z. B. in Hamburg. Schwerbewaffnete Polizeieinheiten wurden eingesetzt. Kann mir jemand erklaeren, warum Mob in Deutschland Mob ist, in China, autonome Provinz Tibet, aber friedliche Demonstranten? Ich habe mir kuerzlich eine neue Brille in Beijing gekauft. Wahrscheinlich ist diese so "kommunistisch" beeinflusst, dass sie mir Filmberichte so suggeriert, dass sie friedliche Demonstranten selbstaendig in Gewalttaeter umwandelt. Komisch, sie hat es nicht fertiggebracht, Randalierer aus Deutschland in friedliebende Demonstranten zu verwandeln. Es muss also doch an meinen Augen liegen - oder an denen der westlichen Medien- und Politikwelt, den selbsternannten Gutmenschen.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
16. Mai 2008 14:32

Ja! - Aber auch Steinmeier setzt sich für Tibet ein

Oskar Geri (Oskar1a)

Der Dalai Lama sollte auch von Regierungsvertretern der SPD empfangen werden. Ganz besonders nach März/April 2008 ist das wichtig, um den nötigen Druck aufrechtzuerhalten endlich einen Kompromiß zwischen der chinesischen KP und den Tibetern herbeizuführen. Wie lange soll die Ungerechtigkeit und das Leiden in Tibet noch dauern? (???) Es geht auch darum im Olympischen Jahr der Welt Hoffnung zu einer positiven Entwicklung zu machen. Eine Entwicklung zu forcieren hinzu Menschenrechten und Demokratie. Wenn aber unser Außenminister schon bald nach China aufbricht, dann kann es für Ihn und seine Politik besser sein diesmal den Dalai Lama nicht zu treffen. Ich nehme Ihm ab, daß Er sich für Tibet so gut und effektiv wie möglich einsetzen will. Unsere Entwicklungshilfeministerin ist eingesprungen. Und das ist auch gut so! Beide ergänzen sich. Beide Entscheidungen können richtig sein. Ganz besonders war unsere Bundeskanzlerin 2007 im Recht, als Sie den Dalai Lama in Bundeskanzleramt empfangen hat!

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
16. Mai 2008 12:45

Freiheit fuer wen

Winfried Wies (wwies)

Ich verfolge interessiert (verstaendnislos) die Hetze gegen China. Unter dem Dalai Lama als Staats- und religoesem Oberhaupt galt noch das Sklaventum und die Leibeigenschaft in Tibet. Tibet wurde beherrscht unter der Fuehrung des Dalai Lama von feudalistischen Machthabern. Ist das vergessen oder will man es nicht wahrhaben in den ach so demokratischen westlichen Laendern (u.a. den "Erfindern der Demokratie, den Englaendern, die Tibet bestzten, um ihr Kolonialreich Indien/Pakistan abzusichern). Wird ein Turann Mugabe, sollte er sich von der Macht verabschieden und sich ein religoeses Maentelchen umhaengt, dann auch so hofiert? Welch eine Verlogenheit auch der Medien, Tatsachen ueber die wirklichen Verhaeltnisse vor 1959 (bewusst ??) zu verschweigen. Und was der im "pro" benannte R. Koch betrifft: nicht er oder sonstige Politiker haben die Freundschaft und wirtschaftliche Zusammenarbeit der Deutschen und Chinesen aufgebaut, sondern deutsche Mittelstaendler, woran sich dann anschliessend die Grosskonzerne und Politiker anschlossen. Um ein Geschaeft mit chinesischen Partnern abzuschliessen, brauche ich/wir Geschaeftsleute keinen R. Koch oder sonstwen aus unserer politischen Klasse. China verdient Vertrauen, kein Mistrauen!

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
16. Mai 2008 11:48

Wieso?

Ruth Meyer-Belardini (ruth100)

Ich habe immer noch nicht so recht verstanden, wieso ausgerechnet eher links situierte Politiker und Meinungsmacher die Gründung eines theokratischen Staates in Tibet unterstützen. Welche politische Legitimität hat das geistiger Oberhaupt der Tibetaner?

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
16. Mai 2008 11:21

Der Öffentlichkeitsfetischismus ist das Dilemma

carsten jung (cjung)

Vielleicht sollten wir endlich wieder einmal von dieser unsäglich biederen, puritanischen Art der Realpolitik abkehren, die uns ausschließlich korrektes Verhalten abverlangt und wieder mehr Politik als Dialog verstehen. Realpolitik führt schnell auch dazu, daß man sich von einem anderen Staat an der Nase herumführen läßt. Dieses Spiel spielen die Chinesen schon immer sehr gerne, insbesondere mit westlichen Staaten. Die Chinesen sind geborene Kaufleute und im Verhandeln und in der Durchsetzung ihrer eigenen Positionen sehr gewieft. Reine Realpoliitk wird immer nur Verlierer dieser Situation sein. Wir müssen wieder zurück zur geschickten Außenpolitik Hans-Dietrich Genschers. Dieser hat äußerst erfolgreich bewiesen, daß man mit Gesprächen sehr viel erreichen kann. Genscher traf sich dabei mit allen. Und er traf sich dabei vor allem nicht zwangsläufig immer vor laufenden Kameras mit allen. Merkel versucht ein wenig, dem zu folgen und bezieht immer auch Minderheiten in ihre Politik mit ein. Das ist richtig und gut, denn nur Gespräche führen langfristig zum Wandel. Wer heute ein Treffen mit dem Dalai Lama ablehnt, tut die deswegen, weil es vermeintlich unbedingt öffentlich sein müßte.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
16. Mai 2008 10:01

Die Qual der Wahl

tom zachmeier (HHK17)

Politiker haben's nicht leicht. Sie koennen nicht immer tun, was sie wollen. Oft koennen sie nicht mal tun was menschlich moralisch richtig ist. So auch im Falle des Dalai Lama. Natuerlich will man da als Regierungschef(in) sagen: "Ja ich treffe ihn gerne. Schliesslich ist er ja Friedensnobelpreistraeger und ein Vorbild und Symbol fuer Gewaltfreiheit ueberhaupt. Und wenn wir schon mal dabei sind, erkennen wir auch gleich an, dass Tibet ein von China besetztes Land ist, in dem die Menschenrechte taeglich verletzt werden und wo ein kultureller Voelkermord an den Tibetern stattfindet..." Aber so laeuft das leider nicht. Da werden die Interessen der Nation bedacht und die Folgen eines solchen Treffens auf die Aussenhandelsbilanz hochgerechnet... Tja. Und schon sagt keiner mehr die Wahrheit und keiner tut mehr, was das Herz verlangt. Und all das im Zuge von Realpolitik. Kann man ja verstehen. Aber waere es nicht schoen, wenn die Politiker dieser Welt nicht der Politik verpflichtet waeren, sondern der Wahrheit? Wenn sie tatsaechlich das tun wuerden, was richtig ist? Waere das nicht auch im Interesse der Nation? You may say I'm a dreamer. But I'm not the only one. I hope some day you will join us. And the world will be as ONE. (J.L.)

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
16. Mai 2008 09:31

Souveränität! Eigene Außenpolitik! Hart bleiben! Nicht einschüchtern lassen!

Hisako Garanda (Hisako)

Alles richtig, China darf nicht bestimmen welche Gäste unsere Politiker wie und wo empfangen. (Tun sie auch nicht, sie reagieren lediglich konsequent im Sinne ihrer eigenen Interessen, dass sind wir nur von unseren Politikern nicht mehr gewohnt.) Das bedeutet wie hier schon öfters genannt, dass allein die Tatsache der verärgerten Reaktion Pekings kein Grund für ein Ignorieren des Dalai Lama sein kann. Das bedeutet aber auch, dass allein die Tatsache der verärgerten Reaktion Pekings kein Grund für ein Treffen mit dem Dalai Lama sein kann. Zwischen den Zeilen gelesen erscheint mir letzteres aber bei vielen Befürwörtern der Treffen die Hauptmotivation zu sein - politische Gründe, Abwägungen des Nutzens für Deutschland und seine Ziele sind egal, hauptsache die KPCh regt sich auf! Allein schon die Ablehnungen der Treffen als Kniefall oder Kotau zu bezeichnen, zeigt dass es vielen nur darum geht. Ich weiß nicht ob es Minderwertigkeitskomplexe vor dem als bedrohlich empfundenen Aufstieg Chinas sind oder eine spätpubertäre Freude darüber den als schlechten Umgang eingestuften Nachbarsjungen zu treffen, aber das ist billiger Aktionismus und vor allem keine vernünftige Grundlage für Politik, schon gar nicht für Außenpolitik.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
16. Mai 2008 07:41

Tibet

Per Knudsen (per3)

Es reicht! Dieser Tibetrummel wird langsam unerträglich. Eine gut geölte Marketingkampagne ist vor Monaten angelaufen. Der Dalai Lama hat die Protestbewegung im eigenen Land nicht mehr im Griff. Man darf nicht vergessen, dass das tibetische Hochland auch vor der chinesischen Okkupation ganz und gar nicht eine Musterdemokratie war. Es gibt wichtigere politische Themen in dieser Welt als Tibet.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
16. Mai 2008 05:49

Herr Zeino

Peter Graf (Peter_Graf)

Ich glaube Sie bringen da einige Sachen durcheinander. Zunächst einmal heißt der von Ihnen etwas abfällig titulierte "Chinesenführer" Hu Jintao und Wen Jiabao. Soviel Zeit muss sein. Dann verstehe ich nicht ganz warum sich die Chinesen nicht mit Kim Jong-Il treffen dürfen? Der chinesischen Führung geht dieser kleine Wicht nämlich genauso auf die Nerven mit seinen Atom Ambitionen wie dem "Westen". Zudem spielt China eine wichtige und konstruktive Rolle als Vermittler bei den "Six Party Talks". Zum Schluß kann ich nur nochmal darauf hinweisen das es nicht darum geht, sich von China irgendeine Außenpolitik diktieren zu lassen. Worum es aber sehr wohl geht ist die Frage, wie man die Tibet Frage nachhaltig lösen kann? Zu hoffen, dass, nur weil sich der DL einmal mehr mit einem dt. Außenminister trifft, die Tibet Frage gelöst wird, ist eine Torheit. Oberstes Ziel sollte der dt. Außenpolitik sollte es sein, die Chinesen und den DL zu konstruktiven Gesprächen an einen Tisch zu bekommen. Eine Außenpolitik die nicht auf kurzlebige Effekte sondern auf Ergebnisse ausgerichtet ist - SO schärft man das Profil dt. Außenpolitik.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
16. Mai 2008 02:37

Aufdringlich

Rolf-Peter Lacher (Ganbat)

Es ist ausgesprochen aufdringlich, wie sich dieser DL benimmt. Was verspricht er sich denn von Deutschland, von der Politik und von der deutschen Öffentlichkeit?Wir, weder die Politik, noch die Öffentlichkeit, können China nicht beeindrucken, da wir gar nicht in der Lage sind, überhaupt Außenpolitik zu betreiben. Wir haben noch nicht einmal die Mittel, um Liechtenstein oder Litauen dazu zu bewegen, unsere Interessen zu berücksichtigen. China, das die Zukunft auf seiner Seite sieht, empfindet es erst recht als anmaßend, dass Tibet ein Gegenstand deutscher Außenpolitik ist. Diese Deutschen, die sich selbst der Islamisierung ausgeliefert haben und dabei gar keine Scham empfinden, erklären den tibetischen Buddhismus zu ihrer Herzensangelegenheit, - so denkt man dort. Man kann nicht verstehen, dass deutsche Politiker auf die Strategie des DL hereinfallen, der sich offenkundig bemüht, Streit zu säen und den Konflikt zwischen der deutschen Regierung und China zu vertiefen. Natürlich verfolgen die Tibeter eine illusionäre Doppelstrategie: in Tibet selbst greifen sie zur Gewalt, während der DL sich geradezu pazifistisch gibt. Ich nehme ihm diese Haltung nicht ab. Er bedient sich des Drucks der Demonstrationen.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
16. Mai 2008 01:41

Heuchlerei

Bernd Schwanenmeister (paulista)

Mit Arschkriecherei, Heuchlerei und mit unaufrichtigem Handeln verdient sich niemand Respekt. Auch nicht dem gegenüber, bei dem die Arschkriecherei betrieben wird. Dies ist im Privaten ebenso wie im Job der Fall. Warum sollte es in der Politik anders sein. Deshalb bin ich absolut überzeugt davon, dass China (obwohl es das natürlich nie zugeben würde), vor Politikern, die den Dalai Lama treffen und damit in Einklang mit Ihren Überzeugungen handeln, viel mehr Respekt haben wie vor einem wie Steinmeier. Und Respekt ist die Grundlage für erfolgreiche Diplomatie.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
16. Mai 2008 00:28

Soll die chinesische Regierung unsere Freiheit angreifen dürfen?

eberhard munk (ebherhard.munk)

Wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft mit dem Recht auf freie Meinungsäusserung. Solange unser Rechtsstaat es nicht verbietet, hat jeder hat das Recht und die Freiheit zu entscheiden wen er empfangen will und wen nicht. Es ist unerträglich wenn zugelassen würde, dass China hier die Grundmauern unserer Gesellschaft angreift.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
16. Mai 2008 00:23

Dalai Lama treffen

Rudolf Ott (MeineMeinungExklusiv)

Sollen Politiker den Dalai Lama treffen? - Eindeutig: ja! Frau Merkel hat dies in vorbildhafter Weise getan!

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
15. Mai 2008 23:33

Deutsche Außenpolitik und nicht chinesische!

Marco Zeino (Zeini)

Deutsche Außenpolitik wird von Deutschen gemacht und nicht von Chinesen. Wo sollen wir denn hinkommen, wenn wir uns konkludent von einem Unrechtsstaat vorschreiben ließen, wen deutsche Politiker zu empfangen hätten und wen nicht. Sicherlich ist Realpolitik ein gutes Gegenargument. Die wirtschaftlichen Verflechtungen mit China sind ja (leider) sehr dicht. Aber dass heißt noch lange nicht, dass ein Primat der Wirtschaft vor der Politik zu gelten hat. Deutschland tut gut daran außenpolitisches Profil zu zeigen, indem man sich nicht einschüchtern lässt. Vor allem nicht von diesem China. Soweit kommts noch! Keinenfalls darf gelten, "Chinesisches Geld bringt deutsche Kritik zum Schweigen".... Was würden denn die Chinesen sagen, wenn Frau Merkel dem Chinesenführer verbieten würde sich mit Kim Jong Ill zu treffen?

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
15. Mai 2008 22:53

Gesicht 2. Teil

Owe Jessen (owe.jessen)

Wenn man unter dem Konzept Gesicht-wahren/Gesicht-nehmen das ganze analysiert, erkennt man, daß Merkel durch ihr Symbol "Empfang des Dalai Lama", das ja keine vitalen Interessen Chinas berührt, aber als Beleidigung aufgefaßt werden muß, das Ziel verfolgt, Respekt aufzubauen. Im chinesischen Kontext war das unerhöhrt, und muß natürlich durch Mißachtung bestraft werden. Würde Merkel jetzt den Kotau machen, würde sie ihr Gesicht verlieren, also ihr eigentliches Ziel konterkarieren. Dafür kann sie an späterer Stelle, nach Normalisierung der Beziehung, mit mehr Gesicht in die Verhandlung gehen, also auch mehr erreichen. Schröder und leider auch Steinmeier scheinen dies leider nicht zu verstehen, und der Respekt, der ihnen beiden in China jetzt noch entgegengebracht wird, dürfte dementsprechend sein.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
15. Mai 2008 22:52

Gesicht, 1. Teil

Owe Jessen (owe.jessen)

Warum ich der Meinung bin, dass deutsche Politiker den Dalai Lama treffen sollten (oder auch jeden beliebigen Taiwan-Politiker), habe ich an anderer Stelle schon mal so geschrieben: Ein wesentlicher Unterschied zwischen Europäern und Chinesen liegt in der Kommunikation. Dabei lassen sich für das Chinesische folgende Eigenarten feststellen: Chinesen achten weniger auf den wörtlichen Sinn als auf die Gesamtbedeutung und das, was zwischen den Zeilen gesagt wird. Umfangreiche Äußerungen der Dankbarkeit und Entschuldigungen sind als Ausdruck der Höflichkeit zu verstehen. Chinesen drücken sich weniger direkt aus, häufig, um beiden Gesprächspartnern das Gesicht zu wahren. Bescheidenheit wird als Zeichen von Stärke und Integrität gesehen. Deswegen ist das „Gesicht wahren“, aber auch des „Gesicht nehmen“ von großer Bedeutung im zwischenmenschlichen Leben. Eine Umschreibung hierfür ist der Respekt und die Anerkennung, die einer Person aufgrund ihres sozialen Wertes, ihrer Beziehungen und ihrem Status gebühren. Wichtig ist, daß Ausländer grundsätzlich wenig Gesicht haben, daß sie also ihren Status gegenüber Chinesen aufbauen müssen, um ernst genommen zu werden.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
15. Mai 2008 21:51

Wirkung - Freiheit

Georg Klever (grk)

Ich kann es verstehen, wenn Menschen den Dalai Lama persönlich treffen möchten, weil es ihnen was bedeutet mit einem friedvollen Menschen zu sprechen der Gewalt als politisches Mittel verachtet. Der von Langmut geleitet wird und die Gewissheit hat, dass er seinem Land damit helfen kann und sich letztendlich gegen die chinesischen Machthaber durchsetzen wird. Von einem solchen Menschen zu lernen kann ich sehr gut nachvollziehen. Für ein solches Treffen braucht es jedoch keine Kamera. Ich kann auch verstehen, wenn das öffentliche sich-die-Hand-schütteln aus Rücksicht auf Partner in China nicht passiert. Warum soll ich jemanden offensichtlich verärgern mit dem ich zusammenarbeiten möchte oder sogar muss? Ich muss mir der Wirkung bewusst sein und entscheiden was mir wichtiger ist. Kurzfristig den Held zu mimen oder für ein langfristiges Ziel die Öffentlichkeit nicht in alles reinblicken lassen.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
15. Mai 2008 21:02

Nur so!

Hans C. Kienzler (Trivalent)

Bin weder für den Helden spielen, aber grundsätzlich gegen diese wiederliche Kriecherei, Speichelleckerei und Verrat an unseren Idealen von Freiheit und Recht!!! Einfach mal den Spieß umkehren! Würde die chinesische Regierung ihre Ideale verraten??? Eben!!! Wenn Selbige etwas von uns wollen, kommen sie so, oder so! Außerdem sind wir aufrecht gehend auch für die Herren in Peking besser berechenbar, basta. Das alles schließt eine offene, faire und freundliche Politik unsererseits ein.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
15. Mai 2008 19:31

Merkel hat bewußt ....

bernd ullrich (demokrat2)

... den Dalai Lama im Bundeskanzleramt empfangen. Chinas Protest interessierte sie nicht. Sie wollte provozieren. Die deutschen Handelspartner Chinas waren nicht erfreut. Sie mussten viel Wiedergutmachungsarbeit leisten, um den von Merkel ohne Not angerichteten Schaden zu begrenzen. Da gab es viel Schelte und Kritik an der Kanzlerin. Sie habe die Interessen aller Deutscher zu vertreten und nicht nur ihre eigenen (Image). Die deutsche Wirtschaft brauche harmonische Beziehungen mit Peking. Auf dieser Basis liesse sich auf Dauer mehr für die Menschen in China erreichen, als immer wieder mit dem Finger auf China zu zeigen.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
15. Mai 2008 18:59

Warum soll man den Frieden nicht willkommen heissen?

Antonio Moldes (TORERO74)

Der Dalai Lama ist seit langem als respektierter Vertreter des Friedens. Es wäre nicht richtig ihn nicht zu empfangen. Ihn nicht zu empfangen hiesse den Frieden nicht Will- kommen heissen. Selbst wenn China etwas dagegen hat, so sollte Deutschland ihn dennoch empfangen. Schliesslich ist der Dalai Lama kein Kriegsprovokateur, sondern Vertreter des Friedens und das sollte egal welches Land er besucht respektiert und geschätzt werden.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
15. Mai 2008 18:55

Das Wort "Realpolitik" kann ich langsam nicht mehr hören

Thomas Franz Lehmann (Ex.Occidente.Lux)

Wenn "Realpolitik" beständig - und nicht nur in akuten Notlagen - dazu führt, dass man das eigentlich Richtige und Gute zurückstellt zugunsten eines stärkeren Konfliktpartners (China im Vergleich zu Tibet), dann richtet man damit gleich zweifachen Schaden an: Zum einen durch die unterlassene Hilfeleistung, zum anderen aber auch bei sich selbst! Durch Selbstverleugnung verliert man auch Selbstachtung. Selbst aus einer rein materialistischen Anschauung heraus sollte klar sein, dass ein Verlust an Werten, Gerechtigkeits- und Gemeinsinn, langfristig nachteilig ist. Das Verhältnis zwischen Deutschland und China sollte man ausserdem nicht isoliert betrachten, den die stilisierte Empörung - bei jedem Empfang des Dalai Lama - hat ja auch Methode gegenüber vielen anderen Ländern. Etwas mehr Mut, Standhaftigkeit und Geschlossenheit bitte! Die USA lassen sich von chinesischem Geschrei nicht beeindrucken, da wurde dem Dalai Lama vor kurzem mit der Goldmedaille des Kongresses die höchste Auszeichnung zuteil. Hier hingegen bildet man sich eine Abhängigkeit von China ein, die es so gar nicht gibt. Eher umgekehrt, denn die Chinesen sind auf uns als Absatzmarkt dringend angewiesen (und wir Deutschen haben sogar eine negative Handelsbilanz).

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
15. Mai 2008 18:46

Mißbrauch eines Geistigen Oberhauptes durch die Politiker

Klauspeter Weissenberger (Weissenberger)

Ob China oder Rußland oder die USA - was sollen diese Verknüpfungen mit dem Geistigen Oberhaupt des Tibetischen Buddhismus ? - Nur gewisse Politiker machen uns Allen in der Welt das Leben schwer, weil sie meist 'kaltschneuzig' ihrem Job frönen und ihr vielleicht noch vorhandenes 'geistiges' Leben verneinen. Der Dalai Lama wie die letzten Päpste konnten der Welt oft aufzeigen, daß ein vorbildliches geistiges Vorleben viele Brücken schlägt, auch mit einigen der erzkonservativsten Kommunisten der letzten Jahrzehnte. - Warum unsere, besonders deutschen ,Politiker nicht diese Trennungslinie ziehen können, liegt doch u.a. auch an deren eigenen Charakteren. Nur in wessen Diensten sie dann so 'kleinlaut' handeln, vergessen sie - es sind doch deren Völker und Wähler!

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
15. Mai 2008 17:52

Dalai Lama Publicrelation Manager

Dieter A.B. Raab (dabraab)

Welche Presse, welche Redakteure und Reporter berichten denn einmal über die Verfolgungen, Drangsale von katholischen Christen in China? Hat man je schon mal von einer Gewalt des Aufstandes von katholischen Chrsiten gehört? Der katholische Christ erleidet eher still das Martyrium anstatt Revolutionen anzuzetteln. Dieter A.B. Raab

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
15. Mai 2008 17:49

Deutsche Außenpolitik

Peter Graf (Peter_Graf)

Ich denke man muss bei der Frage danach, ob der DL in Deutschland empfangen werden soll, ein Kosten-Nutzen Analyse durchführen. Wem hilft dieses Treffen? Wie kann es den Dialog von China und DL voranbringen? Momentan muss man sicherlich konstatieren das die Kosten für die dt. Außenpolitik ganz klar überwiegen. Erstens, der DL ist mittlerweile seit zwanzig Jahren mit seinem Tross in der Weltgeschichte unterwegs, wird von zahlreichen Filmstars und Politikern unterstützt. Daher bedarf es sicherlich nicht noch eines "symbolischen Treffens" um das Anliegen des DL zu verbreiten. Jeder weiß was er will und wofür er steht. Zweitens, wenn überhaupt mal eine Lösung für die Tibet-Frage gefunden werden soll, so wird dies nur über den Dialog gehen, vll. sogar unter Einbeziehung der UN oder anderer Vermittler. Wenn man jedoch ständig den DL hofiert und dadurch den Chinesen in die Suppe spuckt tendiert die Chance für einen bedeutungsvollen Dialog gen null. Fazit, eine von realitätsfernem Idealismus und Effekthascherei geleitete dt. Außenpolitik der Marke W-Zeul ist dazu angelegt, den Karren nur noch weiter in den Dreck zu fahren. Sie hilft weder dem Anliegen Tibets, verschlechtert die dt. Beziehungen zu China und erschwert ein Integration Chinas

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
15. Mai 2008 17:20

Hunger, Massenarmut und Mönchs-Diktatur

Wolf Doleys (Karneades)

Der tibetische Lamaismus kann schlechthin als Symbol für Esoterik, Massenarmut und Massenanalphabetismus stehen. Die als "Menschenrechtsforderungen" deklarierten Parteinahmen für den Dalai Lama und seine Mönchsclique könnten sich als naiv erweisen: Der Gottkönig steht für Wirtschaftsverachtung, Analphabetismus, Armut und Hunger. Rotchina steht nur für Diktatur. FREIHEIT ist immer die Freiheit des Individuums, die gibt es im diamantenen tibetischen Buddhismus nicht. Die Parole 'Free Tibet' ist daher reine Propaganda; sie meint: mehr Herrschaft für die Mönche. Um Gottes Willen.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
15. Mai 2008 17:17

JA, denn wir dürfen nicht unter dem Chinesischen Imperialismus einknicken!

C Hantzsche (hantzsche)

Der Westen verteidigt Menschenrechte nur dann, wenn wirtschaftliche Interessen nicht behindert werden. DAbei wäre es ein Einfaches, Druck auf China auszuüben. Der Westen hat China groß gemacht und China ist immer noch von uns abhängig. Würde der Westen vereint ein Einfuhrverbot für chinesische Waren einführen, wäre Chinas Wirtschaft innerhalb weniger Monate am Boden. Der Westen sollte IMMER für seine Ideale aufstehen, wenn sie irgendwo in der Welt bedrpht werden, unabhängig von wirtschaftlichen Konsequenzen! Es ist blauäugig zu glauben, dass man in China ohne Druck Veränderungen erwirken kann, das lehrt uins die Geschichte. Der Westen sollte hierbei aber nicht nur an die tibetische Minderheit denken, die China rücksichtslos unterdrückt sondern auch an BEvölkerungsteile z.B. in Taiwan, die unabhängig werden wollen. Verteidigen wir die Menschenrechte, unsere Ideale und die Demokratie auf der ganzen Welt! Die Chinesen denken um ein Vielfaches imperialistischer, als die Amerikaner, die wir hier in Deutschland immer dafür kritisieren. Sie denken immer noch, dass sie selbst wissen was am Besten für Minderheiten im eigenen LAnd ist, dies ist eine Erfahrung, die ich in einem 7-monatigen Internats-Aufenthalt in England gemacht hab

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
15. Mai 2008 17:02

Souveränität

Christoph Domernicht (Radomer)

Ob ein Treffen mit dem Dalai Lama sinnvoll ist, kann mit Fug und Recht bestritten werden. Er bewegt nichts, vertritt niemanden, sondern gilt lediglich als eine moralische Instanz. Daher hat ein Treffen mit ihm immer eine Außenwirkung, die sicherlich auch gewollt bzw. kalkuliert ist. Auf diese gezielte Außenwirkung hat China reagiert, nicht auf das folgenlose Geplauder der Frau Merkel mit ihm. Gleichwohl sollte ein souveräner Staat von vorne herein deutlich machen, dass er sich seine Gäste selbst auswählt und nicht von einem anderen Staat vorschreiben lässt, wen er empfängt.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
15. Mai 2008 16:37

Nein, zumindest nicht solange der Dalai Lama falsch gesehen wird.

Hisako Garanda (Hisako)

Das geht schon mit der Bezeichnung "Geistiges Oberhaupt der Tibeter" los. Die Tibeter sind ein Volk und wer etwas von Religionsfreiheit hält, kann nicht behaupten irgendein Volk hat ein geistiges Oberhaupt - selbst wenn einzelne Tibeter dies sagen. Der Dalai Lama kann so wenig geistiges Oberhaupt der Tibeter sein wie der Pabst geistiges Oberhaupt der Deutschen. Geistige Oberhäupter können nur geistigen Gemeinschaften vorstehen. Zweitens der Anspruch der weltlichen Vertretung der Tibeter durch sein Amt als Staatsoberhaupt in der tibetischen Exilregierung. Dadurch hat der DL stets eine politische Dimension und ein offizieller Empfang kommt in der Diplomatie einer Anerkennung der Exilregierung gleich. Diese ist kaum anerkannt und auch bei gutem Willen nicht demokratisch legitimiert, da sie seit 50 Jahren von ihrem Volk getrennt und nur durch wenige Exiltibeter gewählt ist. Das mag unfreiwillig so sein, ist aber ein Fakt. Es hilft der Masse der Tibeter wenig diese Leute zu hofieren und provoziert nur schlimme Reaktionen des Regimes. Bei allem Antichinaismus sollten Politiker primär auf interne Veränderungen Chinas hinarbeiten, die allen Einwohner helfen - Tibetern inklusive - statt aus einem Weißer-Ritter-komplex den DL zu helfen

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
15. Mai 2008 16:20

Soll man sich vorschreiben lassen...

Dimitri Kunkin (dimatros)

Kann es sich ein demokratisches selbstbewusstes Land von einer Diktatur vorschreiben lassen, wen es empfangen darf und wen nicht? Ein Land, welches allein durch Niederiglöhne und das Vorhandensein von Atomwaffen zur iher Weltmachtstellung gekommen ist? Ein Land, welches die Menschenrechte (ich rede nicht nur von Tibet) mit Füßen tritt.. Einen Menschen, der den unbewaffneten Widerstand in der Art und Weise verkörpert, wie der Dalai Lama nicht zu empfangen ist ein Zugeständnis eigener Schwäche und fehlender internationaler Durchsetzungskraft. Es wäre ein Zugeständnis an China's Politik, die sich dadurch zurecht gestärkt fühlen würde. Allein der Ausblick auf mehr Einfluß im asiatischen Raum rechtfertigt nicht diese hochbrisanten Zugeständnisse an China's Politik. Die Geschichte lehrt uns, dass China ihren Einfluss mit keinem Land teilen will und wird. Wer es trotzdem glaubt, ist ein Illusionist. Die Geschichtskenntnisse lehrten uns jedoch realistisch zu sein.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
15. Mai 2008 16:14

Nicht einknicken!

Thomas Steinert (Tom_Steinert)

Herr Sturm hat Recht! Die SPD ist ja schon dadurch unangenehm aufgefallen, daß sie das Waffenembargo gegen China aufheben wollte. In der Europawahl 2004 präsentierten sich die Sozialdemokraten feist als "Friedensmacht" - aber das gilt nur, solange keine wirtschaftlichen Interessen betroffen sind.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
15. Mai 2008 16:13

Das darf doch nicht wahr sein

Karl Wilhelm (kawi)

Allein die Fragestellung ist schon fragwürdig. Warum sollen sich denn unsere Politiker einem chinesischen Verschnupftsein unterwerfen. Der Dalai Lama war immer ein willkommener Gast bei deutschen Politikern, das sollte auch so bleiben. Karl Wilhelm

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
15. Mai 2008 16:10

Hochstilisierte Treffen

Dietmar Duckstein (dduckstein)

Wulf Schmieses Meinung kann ich nur bekräftigen. Der Dalai Lama sollte als Religionsoberhaupt und nicht als Politiker behandelt werden. Jeder deutsche Politiker, der ihn heute demonstrativ und mit Begleitmusik der Medien empfängt, setzt mit seinem Gespräch einen gegen China gerichteten politischen Akzent. Es spricht überhaupt nichts gegen Gespräche von hochrangigen deutschen Politikern mit einem Friedensnobelpreisträger und Religionsführer - im Gegenteil, die Haltung des Dalai Lama zu weltanschaulichen und religiösen Fragen ist beispielhaft. Derartige Treffen sollten jedoch nicht im politischen Raum stattfinden, sondern - wie bei seinen zahlreichen früheren Deutschland-Besuchen - in religiösen Zirkeln, in Universitäten und auf Veranstaltungen wie Buchmessen und Fernsehgesprächen. Das ist kein Kuschen vor den Chinesen, derartige Auftritte müssen auch nicht heimlich erfolgen, aber sie sollten aus der Tagespolitik herausgehalten werden. Das wertet die religiöse Autorität des Dalai Lama auf und bewahrt ihn davor, sich zwischen den politischen Fronten aufzureiben.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
15. Mai 2008 16:10

China ist anders - verstehen wir das?

Stefan Meichsner (stefan.meichsner)

Sollen Politiker den Dalai Lama treffen? Die frage lässt sich schlichtweg nicht mit ja oder nein beantworten. Es spricht vieles dafür, aber sicherlich auch vieles dagegen. Was die wesentlichen Punkt der Diskussion betrifft, das Verhältnis Deutschlands zu China, muss man eines verstehen: China ist anders - sprachlich, kulturell, wirtschaftlich, politisch. Wo die EU oder andere westliche Staaten den Kontakt zu bestimmten afrikansichen Staaten abbrechen, wird China aktiv. Wo wir uns mit politischen Debatten auf der Stelle bewegen, handelt China. Deutschland ist in China äußerst angesehen. Aber wenn wir versuchen, Diskussionen mit dem "westlichen Blick" zu führen, handeln wir früher oder später ungeschickt. Man muss versuchen, die chinesische Tibetpolitik aus chinesischer Sicht zu betrachten. Ein Verlust Tibets würde dem Ansehen schaden. Chinesisch ausgedrückt: die Regierung würde ihr Gesicht verlieren. Keine ausländische Regierung fordert offen dazu auf, das Tibet unabhängig werden müsse. Das ist ein Zeichen des Respekts gegenüber China und muss als solches reichen.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
1 - 15 von 54 Lesermeinungen
1 | 2 | 3 | 4 VorZum Ende blättern
© Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH 2009.
Alle Rechte vorbehalten.
Vervielfältigungs- und Nutzungsrechte erwerben