Das geistige Oberhaupt der Tibeter ist zu einem Besuch in Deutschland gelandet. Vorträge, Pressekonferenzen, Gespräche stehen auf seinem Programm. Und Peking protestiert kräftig. Denn der Volksrepublik gilt jeder Empfang des Dalai Lamas im Ausland als Provokation.
Neben Hessens amtierendem Ministerpräsidenten Koch (CDU) will auch Entwicklungsministerin Wieczorek-Zeul (SPD) den Tibeter empfangen - gegen den Willen von Parteifreund und Außenminister Steinmeier. Sollen deutsche Politiker dem Dalai Lama die Hand schütteln?
Es kann nicht als Realpolitik bezeichnet werden, wenn die Arbeitnehmer der alten EU (die neuen EU-Mitglieder wären leider ebenfalls ein Thema) zum "freien Wettbewerb" mit Ländern angehalten werden, die sich einen Deut um Arbeitssicherheit, Arbeitsrechte, Pensionsvorsorge, Umweltstandards, Produktesicherheit, Schutz geistigen Eigentums, etc., etc., etc. scheren. Wenn Arbeitsstundenkosten gegen Arbeitsstundenkosten stehen, dann zieht selbstverständlich eine Gesellschaft mit austariertem Sozialsystem immer den Kürzeren gegen Manchester-Kapitalismus (der allerdings damals immerhin eigene Erfindungen hervorbrachte und deren Schutz durchsetzte!). Mir hängt jener Satz - leider weiss ich nicht mehr von wem - noch weiter im Kopf nach: China hat es geschafft von den Systemen Kapitalismus und "Kommunismus" jeweils das Schlechteste zu kombinieren. Hierbei nun so zu tun, als ob es "klug", "weitsichtig", ja sogar "realistisch egoistisch" sei, ausgerechnet vor einer Gesellschaftsform einzuknicken, die am Ast sägt, auf der sie wie auch wir sitzen, ist Wahnsinn!
1995 war die Kulturrevolution längst Vergangenheit. Trotzdem ist zu diesem Zeitpunkt der 6jährige Panchen Lama von "Sicherheitskräften" samt Familie "zu seinem Schutz" verschleppt worden. Was aus ihm wurde, weiss man bis heute nicht. Er wäre (ist vielleicht sogar?) heute 19 Jahre alt. Also mitnichten etwas aus ferner Kulturrevolution. Stattdessen - apropos Geld der Allgemeinheit - hat Peking einen "eigenen" Panchen Lama eingesetzt, der von den Tibetern zu Recht als Marionette angesehen wird und gerade wieder ("wes Brot ich ess...") von den Segnungen der Chinesen für die Tibeter schwärmt. Im Gegensatz zum DL kriegt der sein Geld nicht einmal von fernen Demokratien, Freunden und Exilanten, sondern von denselben Verbrechern, die den legitimen Panchen Lama verschwinden haben lassen. Wird dies etwa durch Ihre verwegen konstruierten Anschuldigung dem DL gegenüber entschuldbar? Ah, und: Das Mantra vom altruistischen Fortschritt, den Peking den unterentwickelten Tibetern beschert, klingt aus China immer besonders unpassend, wo man dem Westen pausenlos den einstigen Imperialismus vorhält: Es entspricht nämlich 1:1 der Begründung der einstigen Kolonialherren Chinas!
1) Früher zahlen die Terroristen, jetzt zahlen wir die Steuerzahler das meiste Geld für D.L. wie z.B. die 25.000 € teure Geburtstagsfeier für den D.L. in Wiesbaden durch den hess. Landtag. Er war schon mehr als 20 mal in Deutschland und jedes mal müssen die Steuerzahler für seine Reise und Aufenthalte bezahlen und die Politiker bekommen von ihn Geschenk. Früher bekommt er das meiste Geld von dem japanischen Sektführer, der später zum Tot verurteilt ist, nachdem er durch Giftgas in U-Bahn in Japan mehr als 200 getötet hat. 2) Ist er wirklich ein geistiger Führer? Er reist überall in der Welt, um die Politiker zu treffen. Selbst die evangelische Bischöfe und der Pabst reisen auch nicht ständig in der Welt herum und lassen sich von politischen Führern empfangen. Was treibt den D.L. an ? 3) Interessiert er wirklich für die Frieden und Gerechtigkeit? Die Chinese haben gegenüber Tibet viel falsch gemacht, besonderes in der Kulturrevolution. Aber vor der Zeit war Tibet nicht die Paradies, sondern am grausamsten in der ganz Welt . Damals las Lama sogar aus dem Haut der lebendigen Menschen Musikinstrumente herstellen. Wollt er Tibet wieder zu der Sklave-Gesellschaft zurückkehrt oder die gleiche Gerechtigkeit für alle Leute?
Natürlich sollen sich unsere Politiker mit dem Dalai Lama treffen! Er kommt als geistliches Oberhaupt, nicht als weltliches. Die Chinesen erwarten von uns Respekt für ihre Kultur? Wir dürfen von ihnen auch Respekt für unsere Kultur und Gesellschaft erwarten. Wir haben nicht nur eine Partei, die uns sagt, was wir denken sollen. Außerdem ist bei uns der Dalai Lama ein Vorbild für viele. Unsere Politiker sollten sich nicht von Chinas KP leiten lassen. Warum wählen wir sie demokratisch, wenn sie vor Diktatoren "auf die Knie" fallen?
"Realpolitik" heißt, die Welt so zu nehmen, wie sie ist, und ihr keine Veränderungsmöglichkeiten anzudichten, wo keine sind - und DANN das den eigenen Interessen Entsprechende zu tun. Wie man diese dabei definiert, hat mit Realpolitik nicht das Geringste zu tun. Das "andere" China, das Sie gerne von der deutschen Politik unterstützt sähen, hat einen Riesennachteil: Es existiert nicht. Selbst Taiwan ist bei allen demokratischen Bemühungen eine kapitalistische Hochburg, die die "Errungenschaften" der nachhaltig wirtschaftenden westlichen Sozialstaaten grundsätzlich für einen kollektiven Mangel an Ambition hält und sonst nichts. Genauso wenig wie Mao es mit seinen Umerziehungslagern geschafft hat, auf dem Festland den sozialistischen Menschen zu schaffen, wird man in China den rein ökonomischen Utilitarismus ausrotten. Also denken Sie sich bitte ein paar andere Ideale aus, die sie dort durchsetzen wollen. Die sollten aber möglichst den nur vom Familiensinn durchbrochenen Radikalegoismus als Haupttriebfeder haben, sonst können Sie's vergessen.
...aber dann bitte nicht so kurzsichtig wie von Herrn Steinmeier. Kein chinesischer Politiker würde sich auch nur annähernd so verbiegen, wie es Steinmeier versucht, um den Europäern nur ja nicht weh zu tun. Solche Rücksichtnahme wird nämlich von Chinesen als schwach empfunden und kostet Gesicht. Der pragmatische Weg ist, zu tun, was man für das Beste hält, gelassen zur Kenntnis zu nehmen, was der Andere zur eigenen Gesichtswahrung an Brimborium veranstaltet und dann zur Tagesordnung zurück zu kehren. Für China ändert ein Besuch des Dalai Lama nichts an den ökonomischen Gegebenheiten, die für die ökonomischen Bande zu uns stets bestimmend waren und das auch bleiben werden. Solange sie uns brauchen, werden sie mit uns Handel treiben. Brauchen Sie uns nicht mehr, kann kein Knierutschen unseres geschätzten Außenministers verhindern, dass sie sich abwenden. Wir brauchen uns wegen Heidi jetzt auch nicht um unser Ansehen in China zu fürchten. Steinmeier wird dort weiter wie jeder gefügige Zuarbeiter mit kleinen Leckerlis gefüttert werden. Und unsere Kanzlerin dürfte sogar noch gehörig Respekt dazugewonnen haben, weil sie den DL-Besuch so elegant genutzt hat, um ihre beiden Hauptwidersacher bis auf die Knochen zu blamieren.
wenn ich richtig verstehe (oder gar nicht, weil nicht nicht kann)warum die Deutsche Politiker DL gerne treffen: weil die China-Regierung das nicht gerne sieht? laecherlich! weil ich mutig bin? childish! weil DL Menschenrecht oder Demokratie representiert? Bloed! weil das die Interresse von Deutschland reflektiert? auch bloed! es gibt natuerlich keine Gruende, eine private Person zu verbieten, sich mit DL Freund zu machen, oder eine Politiker zu verbieten, ab und zu mal politisches Show zu machen, aber Deutsche, Sie wissen nicht, Dalai Lama hat wohl auch nicht erwaehnt, das May 12 2008 Erdbeben, wo 50000+ Chinese ums Leben gekommen sind, passiet in WenChuan, ein Landkreis von Aba TIBETANESE autonomie gebiet! Der Dalai Lama reisst uebers Deutschland wenn sich ganze China in Trauer befindet und weint! Alles Klar, Deutsche?
Selbstverständlich darf unsere Regierung sich nicht von einer nichtgewählten Regierung Vorschriften machen Lassen. China wird von einer Gewaltherrschft regiert. Diese Gewaltherrschaft hat mehr als 60 Millionen Menschen das Leben gekostet! Heute leben auch heute noch 1,2 Milliarden Menschen in bitterer Armut und ohne Menschenrechte! Allerdings würde ich gerne unseren Politikern und religiösen Führern raten, aufzupassen, denn der DL hat auch ein Ziel das nicht eine echte Demokratie vorsieht. Und nicht übersehen, dass Christen in Pudistischen Ländern auch verfolgt werden. Realpolitik ist nicht, die Realitäten anzunehmen, wie sie sind. Realpolitik ist, neue und bessere - demokratische - Relitäten zu schaffen. Ohne eine solche Realpolitik Der Amerikaner und entschlossene Europäer, wäre Europa noch ein Spielplatz für politische Verbrecher aller Art.
Es geht nicht um Waffenlieferungen an Tibet, um die Unterstützung von Guerillas, um einen gemeinsamen Aufruf zur Unabhängigkeit von Tibet, es geht um ein schlichtes Gespräch von Regierungsmitgliedern mit einem Herrn der Zeitgeschichte. Ich bin mehrfach in China gewesen und darf Chinesen zu meinen Freunden zählen, ich habe eine tiefe Symphatie für das Land und die Bevölkerung. Dennoch halte ich es für unglaublich vermessen, daß uns die chinesische Regierung vorschreibt, mit wem wir SPRECHEN dürfen und mit wem nicht. Und wenn es noch so herbe Verluste von Aufträgen bedeutet: NEIN, wir beugen uns nicht dem lächerlichen Anspruch der Regierung Chinas, unsere Gesprächspartner bestimmen zu dürfen.
Der Dalai Lama steht für Menschlichkeit, für Dialog für Frieden und für Freiheit. Einen solchen Mann sollte man schon der Politischen Aussage wegen unbedingt treffen wenn einem an solchen Werten liegt. Er verfolgt soweit allgemein hin bekannt ist keine Ziele die mit Gewalt, Terror zu tun haben oder ethisch zweifelhaft wären. Warum sollte man einem solchen Mann ein Treffen verwehren! Ach ja, natürlich, aus politischen und wirtschaftlichen Interessen. Dies ist eine Zynische Anmerkung? Gewiss, sie ist so Zynisch wie die Haltung und die Zweifelhafte Moral einiger Politiker bzw. deren Berater aus der Wirtschaft. Menschenrechte sind wie es scheint ein Luxusgut womit man sich schmückt so lange es um nichts geht. Man leistet sich dieses Luxusgut und spendet gerne (möglichst medienwirksam) aber nur so lange wie wirtschaftliche Interessen nicht darunter leiden. Ich wünsche mir von den Politikern mehr Moral, mehr Beständigkeit und mehr Verbindlichkeit. Das wir in Deutschland Menschenrechte zu markte tragen steht uns nicht gut zu Gesicht. Danke fürs Lesen, Frank Schneider
entlarvt ihn zum wiederholten mal als einen Typ, der in politischen Führungspositionen nichts zu suchen hat. Sein Ausspruch: "Als er dann von dem Gesprächstermin der Ministerin erfahren habe, "war der Scheiß ja nicht mehr rückgängig zu machen" ist derart niveaulos daß er nicht mehr zu unterbieten ist. Er, ohnehin ein Antipathie-Träger erster Klasse, kann sowieso nur noch von seinen Kanzlerwünschen träumen. Er tut sich im Vergleich mit dem "letzten" Bundeskanzler ohnehin nichts in Primitivität. Man kann fragen wen man will,- kein Mensch will Beck, kein Mensch findet ihn sympathisch, geschweige denn will von ihm regiert werden.
Zwischen den Themen Erdbeben und Besuch des DL besteht zwar kein logischer Zusammenhang, aber trotzdem scheint es mir geradezu geschmacklos, jetzt diesen ewig grinsenden Menschen zu empfangen, der versessen darauf ist, sich feiern zu lassen. Und von diesem Menschen hätte man erwartet, dass er sich jetzt gerade bescheiden im Hintergrund hält. Aber er wie die Funktionäre anderer Religionen empfinden Deutschland anscheinend als Missionsgebiet, in dem jetzt die Weichen für die Nachfolge einer absterbenden Religion gestellt werden.
Aus meiner Sicht (völlig unbeleckt von äußerlichen Zwängen) ist der Dalai Lama eine Art Kirchenoberhaupt. Meine Bildung sieht eine Trennung von Politik (Staat) und den fünf Weltreligionen vor. Völlig unabhängig von der tatsächlichen Situation in Tibet verstehe ich den Dalai Lama als Religionsoberhaupt seines Glaubens (Buddhismus-Form), so wie der Papst die Katholische Kirche vertritt. Meines Erachtens sollte der Glaube in Form der fünf Weltreligionen weiterhin Anerkennung finden. Und Würdigung inform offizieller Empfänge. Der Kern aller fünf Weltreligionen ist meines Erachtens der Glaube an etwas, das größer ist als der Eigenwille. Und das kann man in der heutigen Zeit der wissenschaftlichen Allmachtstheorien (Phantasien ;-) gar nicht genug betonen. Auch der innere Frieden, der aufkommt, wenn man den Tanz ums goldene Kalb mal wegläßt, ist was Wunderbares. Allerdings komme auch ich mit meinem Idealismus nicht umhin, die Gefahr darin zu sehen. Wie damals bei Sophie Scholl. Doch ihr war es wichtig genug, ihre Meinung nicht zu widerrufen. Sie ging in die Geschichte ein.
Der Dalai Lama ist der Knut des deutschen homo religiosus. Da kitschige Sentimentalitaet zum deutschen Nationalcharakter zu gehoeren scheint, ist es auch logisch, dass sich unsere Politiker mit ihm treffen. Sie sind ja schliesslich unsere Volksvertreter.
Ich meine, hier wird völlig falsch etikettiert: "Realpolitik" müsste doch alles heissen, was langfristig - ganz egoistisch betrachtet - auch dem Interesse des Westens dient. In der Chinadebatte wird aber stets sugeriert, es wären ausschliesslich abgehobene Altruisten, die den DL oder Dissidenten wie Hu Jia öffentlich zu unterstützen wagen. Dabei ist es doch genau umgekehrt! Kuschen vor Tibet nützt gerade mal ein paar Grossunternehmen, die in China von jenem Manchesterkapitalismus profitieren, der hier zu Recht untersagt ist. Wer glaubt, dass es genügt, die Menschen unserer Demokratien mit dem Hinweis zu beschwichtigen, dass sie dafür ganz viele Waren günstiger denn je erstehen können (neben den legalen allerdings auch die Kopien und die Bleivergifteten), verschweigt bloss die echten Kosten: Ein unvorstellbares Mass an Umweltzerstörung, eine erschütternde Menschenverachtung inkl.Kindersklaverei, eine ausschliessliche Ausrichtung auf den schnellen Profit (denken Sie an die Billigbauweise inmitten des Bebengebietes) und die über Peking weitergeleitete Unterstützung weiterer Verbrecherregime. Probleme, die alle auf uns zurückfallen. Ein anderes China zu unterstützen, dass wahrhaftige Verantwortung übernähme, wäre ECHTE Realpolitik!