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Dalai Lama in Deutschland eingetroffen

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15. Mai 2008 Zum Auftakt seines zweiten Deutschland-Besuchs innerhalb weniger Monate hat der Dalai Lama „echte Autonomie“ für Tibet gefordert. Das religiöse Oberhaupt der Tibeter sagte am Morgen in Frankfurt zugleich, dass Tibet nicht unabhängig von China werden solle. Bei den Gesprächen mit der chinesischen Führung müsse es „Vertrauen“ geben, um zu einer Lösung zu kommen. „Das fehlt“, sagte der 72 Jahre alte Friedensnobelpreisträger. Er äußerte sich sehr betroffen über das verheerende Erdbeben in China. Man werde für die Opfer beten, sagte er.

Der Dalai Lama war nach seiner Ankunft in Frankfurt mit Hessens amtierendem Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) zu einem Frühstück zusammengekommen. Koch sagte, die Situation für Tibet und den Dalai Lama sei derzeit „sehr schwierig“. Das gelte aber auch für die Chinesen nach dem verheerenden Erdbeben. Die Olympischen Spiele in Peking seien eine Chance für China, sich zu öffnen. Die religiösen und kulturellen Rechte der Tibeter müssten geachtet werden, forderte Koch.

Im Laufe des Tages trifft der Religionsführer in Bochum den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers (CDU). Der Dalai Lama war von der „Tibet Initiative Deutschland“ eingeladen worden. Deren Vorsitzender Wolfgang Grader forderte die Bundesregierung in einem RBB-Interview dazu auf, bei der chinesischen Führung stärker auf eine friedliche Lösung der Tibet-Frage zu dringen. Man erwarte, dass sich die Regierung „aktiv beteiligt, dass der Tibet-Konflikt friedlich beendet werden kann“. Deutschland solle „nicht nur auf stillem diplomatischen Wege, sondern auch offen Druck auf die chinesische Regierung“ ausüben und Peking dazu auffordern, die Probleme zu lösen.

Tenzin Gyatso

Der Dalai Lama („Ozean der Weisheit“) ist das religiöse Oberhaupt der Tibeter. Bis zum Einmarsch der chinesischen Armee in Tibet 1950 war er auch ihr weltliches Oberhaupt. 1959 flüchtete er während eines Aufstands seiner Landsleute aus dem besetzten Tibet. Seitdem lebt er in Indien, wo er eine Exilregierung aufbaute. Der 72 Jahre alte Mann mit dem buddhistischen Mönchsnamen Tenzin Gyatso hat wiederholt vor der Gefahr eines „kulturellen Völkermordes“ in seiner Heimat gewarnt und sich stets für friedlichen Widerstand eingesetzt. 1989 erhielt er den Friedensnobelpreis. Seinen Anhängern gilt er als Verkörperung des Buddhas der Barmherzigkeit.

Text: FAZ.NET
Bildmaterial: reuters

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