30. Dezember 2008 Börsengehandelte Indexfonds (Exchange Traded Funds, ETF), deren Wertentwicklung sich an Anleiheindizes orientiert, haben in diesem Jahr den Durchbruch geschafft.
War das noch relativ junge ETF-Geschäft im Frühstadium nach der Jahrtausendwende zunächst ausschließlich Aktien-Indexfonds vorbehalten, so machen die in den vergangenen drei Jahren verstärkt aufgekommenen Renten-Indexfonds inzwischen schon rund ein Viertel des europäischen ETF-Marktes aus.
Rentenindexfonds schlagen viele der aktiv verwalteten Anleihefonds
Nach einer Erhebung des Indexfondsanbieters Barclays Global Investors (BGI) lag Ende November in Renten-Indexfonds europaweit ein Vermögen von 34 Milliarden Dollar (24 Milliarden Euro). Ende vergangenen Jahres waren es erst 21 Milliarden Dollar. Gerade in der jüngsten Hausse an den Märkten für europäische Staatsanleihen kamen ihre Vorteile voll zum Tragen.
Ihre Kursaufschläge fielen im Vergleich zu den meisten klassischen Rentenfonds, deren Portfolio aktiv von einem Fondsmanager gesteuert wird, höher aus. Dies führt dazu, dass in unserer Rangliste mit Rentenfonds, die über die vergangenen drei Jahre bei einer überdurchschnittlichen Wertentwicklung eine unterdurchschnittliche Schwankungsbreite des Anteilspreises vorweisen können, auf den ersten zehn Plätzen inzwischen sechs Renten-Indexfonds zu finden sind.
Indexfonds haben einen großen Kostenvorteil
Zurückzuführen ist diese Entwicklung nicht zuletzt auf den Umstand, dass die regelmäßige Gebührenbelastung, die sich dämpfend auf das Anlageergebnis auswirkt, bei Renten-Indexfonds wesentlich niedriger ist. So verlangen Investmentgesellschaften für aktiv geführte Rentenfonds inzwischen rund ein Prozent Verwaltungsgebühr im Jahr. Bei den passiv einem Rentenindex folgenden Anlageprodukten sind es derzeit meistens nicht mehr als 0,15 Prozent.
Die börsengehandelten Renten-Indexfonds geben Anlegern zudem die nötige Flexibilität, um bei dem von zahlreichen Anlagestrategen für das kommende Jahr erwarteten Richtungswechsel an den Märkten für Staatsanleihen kurzfristig und trotzdem vergleichsweise kostengünstig die notwendigen Umschichtungen vornehmen zu können. Üblicherweise wird für klassische Rentenfonds ein Ausgabeaufschlag von bis zu 3 Prozent verlangt, der erst einmal verdient werden muss, bevor beim Anleger etwas ankommt. Zwar werden auch beim Kauf und Verkauf von ETF-Anteilen über die Börse Transaktionsgebühren fällig. Diese sollten im Normalfall aber deutlich unter dem Ausgabeaufschlag der gängigen Rentenfonds liegen.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: FAZ.NET