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Die Güte von Renten in Mischfonds

09. Juli 2009 Es gibt keine Wachablösung an der Spitze der erfolgreichsten Mischfonds: Der Carmignac Patrimoine A bleibt auf Sicht von drei Jahren die Nummer eins, und das auf 10 Milliarden Euro gestiegene Volumen belegt, dass die Kunden den Erfolg honorieren. Auch auf Sicht von sechs Monaten gehört der Patrimoine A zu den Besten. Hier zahlte sich die Entscheidung aus, auf eine Erholung der Aktienmärkte in den Schwellenländern zu setzen.

Der Fonds hat bisher von einer hohen Flexibilität profitiert, die es ihm ermöglichte, rund um den Globus Mittel anzulegen. Eine andere Frage ist, ob das stattliche Fondsvolumen in der Zukunft schnelle Umschichtungen von Mitteln nicht erschwert.

Beschränkte Umschichtungen

Im Dreijahresvergleich finden sich unter den ersten fünf Mischfonds gleich zwei Fonds der Dekabank, die für konservative Anleger konzipiert sind. Der Deka-S Rendite 1/2008 ist ein typischer Laufzeitenfonds, wie sein Manager Gerald Goedel erklärt: „Wir verteilen als Laufzeitenfonds alle fünf Jahre unsere Mittel neu. Die letzte Anpassung fand im ersten Halbjahr 2008 statt.“

Während der bis zum Jahre 2013 laufenden Fünfjahresperiode beschränkt sich das Management auf die Behandlung von Zu- und Abflüssen sowie den gelegentlichen Austausch von Papieren. Der Fonds, der gegenwärtig rund 900 Millionen Euro verwaltet, legt sein Geld solide an. „Wir investieren ausschließlich in Rentenpapiere sehr guter Qualität wie Anleihen der Bundesrepublik Deutschland, deren Gebietskörperschaften sowie von Kreditinstituten der Sparkassen-Organisation“, sagt Goedel.

Begrenztes Rückschlagspotential

Zum Börsenkurs

Die Fokussierung auf deutsche Renten erklärt die Entwicklung des Fonds. Auf Sicht von drei Jahren schneidet er sehr gut ab, weil seit Beginn der Finanzkrise die Zinsen deutlich gesunken sind und Bundesanleihen als sicherer Hort auch für internationale Anleger deutliche Kursgewinne erzielten. Andererseits liegt ein solcher Rentenfonds in einer kürzerfristigen Betrachtung von sechs Monaten nicht vorne in den Ranglisten. Hier haben sich Anlagen in Aktien eher gelohnt.

Bei der Einschätzung der Aussichten muss eine Eigenart des Laufzeitenfonds berücksichtigt werden. Je näher das Jahr 2013 und der dann stattfindende Umbau rückt, umso weniger wird der Fonds abhängig von Veränderungen des Zins- und Renditeumfelds. In naher Zukunft hält Goedel das Rückschlagspotential so lange für begrenzt, wie die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Leitzins nicht erhöht. Einen solchen Schritt erwartet der Fondsmanager zumindest in diesem Jahr nicht mehr.

Die trendige Variante

Auf Platz fünf der Rangliste findet sich mit dem Euroland Balance ein weiterer Fonds der Deka, der mit einem Volumen von 108 Millionen Euro deutlich kleiner ist. Der Fonds besitzt eine quantitative Ausrichtung und basiert auf mathematischen Trendfolgemodellen. „Im wöchentlichen Rhythmus werden modellbasiert Trends am europäischen Aktien- und Rentenmarkt identifiziert“, erläutert Fondsmanager Heiko Opfer.

Je nachdem, welche Trends das Modell identifiziert, investiert der Fonds in den europäischen Aktien- oder in den Rentenmarkt. „Wir kaufen keine Einzeltitel, sondern nutzen kostengünstige Terminkontrakte auf dem Aktien- und Rentenmarkt“, sagt Opfer. Der Aktienanteil darf allerdings 25 Prozent des Fondsvermögens nicht überschreiten.

Erkennt das Modell keine Trends, richtet sich der Fonds an einer Kennziffer aus, die eine Aufteilung zu 15 Prozent in Aktien und 85 Prozent in Renten vorsieht. Da gerade in bewegten Zeiten Trendfolgemodelle Fehlsignale aussenden können, erfahren sie eine zusätzliche Prüfung auf ihre Güte. Wegen des hohen Rentenanteils wendet sich auch dieser Fonds eher an konservative Anleger. „Unser Anlageziel lautet, jährlich einen positiven Ertrag oberhalb der Euroland-Geldmarktverzinsung zu erzielen“, sagt Opfer.

Text: F.A.Z.
Bildmaterial: F.A.Z.

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