
Als früher Verteidiger der Evolutionstheorie (und Abstammung des Menschen) ist der „deutsche Darwin“ Haeckel in den Ring gestiegen. Der Zoologe und Naturphilosoph Ernst Haeckel (1834 – 1919) propagierte, dass er mit dem „Affen“ verwandt sei: Der „Descendenztheorie entsprechend (…) müssen wir nothwendig zu dem unabweislichen Schlusse kommen, daß das Menschengeschlecht ein Aestchen der Katarrhinengruppe ist, und sich aus längst ausgestorbenen Affen dieser Gruppe in der alten Welt entwickelt hat“, betonte Haeckel. Und: „Die völlige Uebereinstimmung aller Menschen mit den Katarrhinen in Bezug auf die charakteristische Bildung der Nase und des Gebisses beweist deutlich, daß sie eines Ursprungs sind, und sich aus einer gemeinsamen Wurzel erst entwickelt haben, nachdem die Platyrrhinen oder amerikanischen Affen sich bereits von dieser abgezweigt hatten.“ Die „menschenähnlichsten Katarrhinen (Orang, Gorilla, Schimpanse)“ sind also keine Menschen-Vorfahren. (Haeckel: „Ursprung und Stammbaum des Menschen“ – „Natürliche Schöpfungsgeschichte“.) Haeckels evolutionäre „Natur-Ästhetik“ („Ästhetisierung der Natur“- Breidbach: „Natursicht“ als „Kultursicht“) unterstreicht die Bedeutung von Symmetrie-Prinzipien im Organischen und Anorganischen.

„Sorry, Darwin“ erklärte erst 126 Jahre nach DARWINs Tod die anglikanische Kirche jetzt auf ihrer Website. Malcom Brown vergleicht darin DARWIN mit Galileo, der von der katholischen Kirche angeklagt worden war. Brown bedauert den „anti-evolutionären Eifer“ der Kirche gegen Darwins Evolutionstheorie. Andrew Darwin, der Ur-Ur-Enkel des Evolutionsforschers habe die Entschuldigung als „sinnlos“ bezeichnet, berichtet der „Telegraph“. Die liberale Amtsführung des Erzbischofs von Canterbury, Rowan Williams, gefällt indessen nicht den Kreationismus-Anhängern. Fundamentalistische USA-Bischöfe lehnen Erkenntnisse über Urknall und Evolution ab (vgl. LHC-Experimente und Diskussion). Kreationistische Lehren sollen nicht nur in den USA zum Stoff im Biologie-Unterricht gemacht werden; auch in England, so nach Ansicht des Bildungs-Direktors der britischen Royal Society (Michael Reiss). Die Kreationisten klammern sich daran, dass die Welt in 7 Tagen erschaffen wurde (1. Buch Mose) oder dass sie zumindest Produkt des „Intelligent Design" eines Schöpfergottes ist. Im „Casus Wolff“ wollte hessische Schulpolitik ohne Ratio bewirken, dass Schüler in Biologie Beweise für die Wahrheit der Bibel „sammeln“. Weitere BRD-„Provinzpossen“? – Nein. Danke!